Beiträge und Leistung: Leben lohnt sich – für alle

Statistiken über die Sterblichkeit sind die Grundlage der Versicherer, wenn sie berechnen, welchen Beitrag ihre Kunden für eine Risikolebensversicherung zahlen müssen. Kosten und Gewinnspanne der Versicherungsgesellschaft kommen obendrauf.

Sterbetafeln. Auf der Grundlage der Sterblichkeitsstatistik erstellen die Versicherungsmathematiker, im Fachjargon Aktuare genannt, eine Sterbetafel. Und weil Frauen im Durchschnitt länger leben als Männer und Nichtraucher länger als Raucher, gibt es für diese unterschiedlichen Kunden auch unterschiedliche Sterbetafeln. Die meisten Versicherer richten sich nach der Sterbetafel der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). Die aktuelle Sterbetafel DAV 2008 T soll nach Ansicht der DAV seit Januar 2009 von den Unternehmen angewandt werden. Doch nicht alle Versicherer machen dies so. Einige kalkulieren noch nach der alten DAV-Sterbetafel oder haben eine ganz eigene entwickelt.

Nach der aktuellen DAV-Sterbetafel leben von 1 000 heute 30-jährigen Männern im Alter von 65 Jahren noch 886. Bei der zuvor gültigen Sterbetafel DAV 1994 T kalkulierten die Aktuare nur mit 782 Überlebenden bis zum Alter von 65. Die gesunkene Sterblichkeit mindert das Risiko für die Versicherer und sie können die Beiträge für Neuverträge senken oder die garantierte Versicherungssumme erhöhen.

Überschüsse. Sterben weniger Kunden, als der Versicherer kalkuliert hat, entsteht ein Überschuss, auch Risikogewinn genannt. Das Unternehmen muss dann eine Überschussbeteiligung an die Kunden zahlen. Dies ist auf zwei Arten möglich: mit einer Beitragsverrechnung oder mit Todesfallbonus.

Beitragsverrechnung. Bei der Beitragsverrechnung ist die Versicherungssumme garantiert, doch die Entwicklung des Beitrags hängt von den Überschüssen ab. Der Nachteil: Ist die Sterblichkeit höher als kalkuliert, steigt der Beitrag der laufenden Verträge. Wie hoch er maximal steigen kann, steht in der Police. Dieser Maximalbeitrag würde erreicht, wenn der Versicherer die Sterblichkeit der Kunden völlig falsch kalkuliert hat. Nach unseren Erfahrungen ist dies noch nicht vorgekommen. Entscheidend bei der Auswahl eines Angebots ist der aktuelle Beitrag.

Todesfallbonus. Bei der Variante Todesfallbonus ändert sich der Beitrag nicht. Bei sinkenden Überschüssen zahlt die Versicherung aber eine geringere Todesfallsumme aus – es sei denn der Kunde darf die Versicherungssumme erhöhen, falls die Überschussbeteiligung sinkt. Dies kostet jedoch Beitrag.

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