Mit einer Risikolebensversicherung sorgt der Versicherte dafür, dass seine Hinterbliebenen finanziell abgesichert sind, wenn er stirbt. Diesen Schutz gibt es schon für wenig Geld.

Rund 560 Euro gesetzliche Hinterbliebenenrente erhält eine Witwe in Deutschland monatlich im Durchschnitt. Ein Witwer muss sich mit durchschnittlich rund 225 Euro begnügen, Waisen bekommen durchschnittlich sogar nur knapp 166 Euro im Monat. Auch bei knappster Kalkulation gilt für die allermeisten: Wenn der Hauptverdiener stirbt, reicht die Rente nicht, um den Lebensstandard der Hinterbliebenen zu sichern.

Und bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften gibt es für den Hinterbliebenen überhaupt nichts aus der gesetzlichen Rentenkasse. Gut zu wissen, dass mit einer Risikolebensversicherung jeder für den schlimmsten aller Fälle vorsorgen kann. Sie zahlt, wenn der Versicherte stirbt.

Die Versicherungssumme kann der Kunde nach seinem Bedarf festlegen. Sie wird nur nach dem Tod des Versicherten ausgezahlt. Stirbt er nicht während der Vertragslaufzeit, behält der Versicherer die eingezahlten Beiträge. Deshalb gibt es den Schutz viel preisgünstiger als eine Kapitallebensversicherung.

65 Versicherer im Test

Finanztest hat Angebote von 65 Unternehmen für eine Versicherungssumme in Höhe von 150 000 Euro getestet. Ein 30-jähriger Nichtraucher zahlt für eine Versicherungssumme von 150 000 Euro (Laufzeit 25 Jahre) bei den günstigsten Anbietern KarstadtQuelle und Neckermann einen Jahresbeitrag von 143 Euro. Damit wäre zum Beispiel die Finanzierung einer Eigentumswohnung gesichert.

Mehr kostet es, wenn der Kunde bereits 45 Jahre alt ist. Bei den beiden genannten Anbietern, den günstigsten in unserem Test, bekommt dieser Nichtraucher einen Vertrag mit einer Versicherungssumme von 150 000 Euro (Laufzeit zehn Jahre) für 245 Euro im Jahr. Damit wäre zum Beispiel die insgesamt zehn Jahre dauernde Ausbildung mehrerer Kinder gesichert.

Frauen zahlen immer einen wesentlich nie­drigeren Beitrag als Männer. Denn ihre durchschnittliche Lebenserwartung ist höher.

Risiko Rauchen

Nichtraucher können sich günstiger versichern als Raucher. Denn Raucher sterben laut Statistik wesentlich früher als Nichtraucher. Deshalb ist der Schutz für Raucher bei vielen Gesellschaften teurer: Für eine Versicherungssumme von 150 000 Euro (Laufzeit 25 Jahre) muss unser 30-jähriger rauchender Modellkunde beim günstigsten Anbieter CosmosDirekt 243 Euro im Jahr bezahlen, also 100 Euro mehr als ein gleichaltriger Nichtraucher beim günstigsten Anbieter in unserem Test.

Noch größer ist der Preisunterschied in unserem zweiten Modell. Hier zahlt ein 45-jähriger Raucher für eine Versicherungssumme von 150 000 Euro (zehn Jahre Laufzeit) beim günstigsten Anbieter CosmosDirekt 401 Euro im Jahr, 156 Euro mehr als der günstigste getestete Tarif für Nichtraucher.

Ältere zahlen immer einen höheren Beitrag als Jüngere. Aber bei kaum einem Versicherer ist der Preissprung so drastisch wie bei CosmosDirekt. Versichert sich der 45-jährige Kunde hier für elf statt für zehn Jahre, ist dann also bei Vertragsende 56 statt – wie in unserem Modell – 55 Jahre alt, kostet ihn der Schutz bei CosmosDirekt 568 Euro.

Insgesamt 21 Gesellschaften im Test bieten zum Teil erhebliche Rabatte für Nichtraucher an. Als Nichtraucher gilt in der Regel, wer in den letzten zwölf Monaten vor Vertragsabschluss überhaupt nicht geraucht hat. Ein Raucher, der sich im Versicherungsantrag als Nichtraucher deklariert, riskiert seinen Versicherungsschutz. Stirbt er an einer Krankheit, die auf das Rauchen zurückzuführen ist, zahlt der Versicherer den Hinterbliebenen höchstens nur die gleiche Versicherungssumme aus, mit der sich Raucher mit dem gleichen Beitrag hätten versichern können. Einige Gesellschaften verweigern den Versicherungsschutz in diesem Fall sogar ganz.

Hat der Kunde vor Vertragsabschluss nicht geraucht, fängt irgendwann danach jedoch mit dem Rauchen an, muss er dies dem Versicherungsunternehmen melden. Er wird dann in den Tarif für Raucher eingestuft. Auch wer nur gelegentlich raucht, kann keinen Nichtrauchertarif in Anspruch nehmen. Doch auch bei den für alle Kunden offenen Tarifen gibt es günstige Angebote, die wesentlich weniger kosten als die teuersten Angebote nur für Nichtraucher.

Kunden mit Nichtrauchertarif können vom Versicherer aufgefordert werden, eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, die bestätigt, dass sie nikotinfrei leben. Dafür muss sich der Versicherte einem Urintest unterziehen. Untersucht wird dabei die Konzentra­tion von so genanntem Cotinin, einem Abbauprodukt von Nikotin. Von dieser Möglichkeit machen die Versicherer jedoch selten Gebrauch. In der Regel reicht die Nichtraucher-Erklärung des Kunden in den Gesundheitsfragen des Versicherungsantrags. „Die Kunden lügen nicht, um ein paar Euro zu sparen, wenn es um die Finanzierung ihres Hauses oder der Ausbildung ihrer Kinder geht“, sagt Peter Nielsen von der Europa Lebensversicherung.

Risikozuschläge

Bei einigen Gesellschaften müssen nicht nur Raucher mehr zahlen. Auch für Versicherte in Risikoberufen wie Dachdecker kostet die Police mehr. Kommt dann noch Übergewicht hinzu, ein risikoreiches Hobby wie beispielsweise Tauchen und der Besitz eines Motorrads, verteuert sich die Police bei elf Gesellschaften im Test rapide. So muss ein 45-jähriger Raucher mit den genannten Risikofaktoren bei CosmosDirekt 668 Euro im Jahr bezahlen. 267 Euro mehr als ein gleichaltriger Raucher, der im Büro arbeitet, kein Übergewicht hat, kein Hobbytaucher und kein Motorradfahrer ist. Bei KarstadtQuelle und Neckermann sind es sogar 488 Euro mehr.

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