Eine Risikolebensversicherung gibt den Hinterbliebenen ­finanzielle Sicherheit, wenn der Hauptverdiener stirbt. ­Gute Angebote sind nicht teuer.

Wenn Vater oder Mutter stirbt, müssen die Kinder nicht nur mit der Trauer leben. Auch ihre Bildungs- und Berufschancen sinken massiv, zeigt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Halbwaisen gehen aus finanziellen Gründen früher von der Schule ab, bevorzugen eine kurze Ausbildung und verzichten eher auf ein Studium.

Kinder sollten deshalb finanziell für den Fall abgesichert sein, dass Mutter oder Vater etwas zustößt. Dazu dient ­eine Risikolebensversicherung. Wichtig ist sie auch, wenn das Haus noch nicht abbezahlt ist oder die Hinterbliebenen kaum Rentenansprüche haben.

Der Kunde kann die Versicherungssumme nach Bedarf festlegen. Sie wird nur nach dem Tod des Versicherten ausgezahlt. Stirbt der Kunde nicht wäh­rend der Vertragslaufzeit, behält der Versicherer die eingezahlten Beiträge. Deshalb ist die Risikolebensversicherung sehr viel preisgünstiger als eine ­Kapitallebensversicherung.

Finanztest hat Angebote mit einer Versicherungssumme von 30 000 Euro und mit einer Versicherungssumme von 150 000 Euro untersucht. Für beide gilt: Der Schutz muss nicht viel kosten.

Ein 30-jähriger Nichtraucher, der seine Familie absichern möchte, zahlt für eine Versicherungssumme von 150 000 Euro (Laufzeit 20 Jahre) bei den günstigsten Anbietern KarstadtQuelle/Neckermann einen Jahresbeitrag von 118,12 Euro. Eine Versicherungssumme von 30 000 Euro (Laufzeit 10 Jahre) bekommt ein 48-jähriger Nichtraucher bei diesen Anbietern bereits für 72,97 Euro im Jahr. Beim teuersten Anbieter im Test, der Continentalen, zahlt ein Nichtraucher doppelt so viel.

Noch größer sind die Preisunterschiede bei den Normaltarifen, die auch für Raucher gelten. Bei einer Versicherungssumme von 150 000 Euro kostet die Police für unseren Modellkunden beim günstigsten Anbieter CosmosDirekt 171,87 Euro jährlich. Beim teuersten Anbieter im Test, der BBV, muss er dagegen 464,40 Euro zahlen. Frauen zahlen immer einen niedrigeren Beitrag als Männer. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung ist höher.

Entscheidend ist der Preis

Der Preis ist das wichtigste Kriterium für die Auswahl eines Angebots. Denn die Leistungen sind im Wesentlichen identisch. Abhängig ist der Preis vom Alter des Versicherten, der Versicherungssumme und der Vertragslaufzeit. Auch der Beruf spielt eine Rolle. Versicherte in Risikoberufen wie Polizist oder Dachdecker müssen mehr für die Police zahlen als Verwaltungsangestellte.

Die Anbieter von Risikolebensversicherungen müssen immer ein Finanzpolster einkalkulieren, weil möglicherweise mehr Versicherte sterben, als die Versicherer angenommen haben. Sterben weniger, machen die Anbieter Überschüsse, an denen sie die Kunden beteiligen müssen (siehe 'Beitragssprung ohne Grund').

Dabei gibt es zwei Varianten. Entweder müssen die Kunden weniger Beiträge bezahlen, wenn Überschüsse anfallen (Beitragsverrechnung). Oder die Hinterbliebenen bekommen mehr Geld (Todesfallbonus).

Finanztest hält die Beitragsverrechnung für sinnvoller. Denn die Versicherungssumme ist garantiert. Das ist wichtig, wenn die Hinterbliebenen min­destens diese Summe brauchen, um beispielsweise ein Haus abzubezahlen. Der Nachteil: Bei sinkenden Überschüssen steigt der Beitrag.

Wie hoch er steigen kann, steht in der Police. Dieser so genannte Bruttobeitrag kann bei sehr schlechter Überschussbeteiligung weit mehr als das Doppelte des derzeit zu zahlenden ­Nettobeitrags betragen.

So kostet die Police mit einer Versicherungssumme von 150 000 Euro beispielsweise bei Asstel für den Normaltarif derzeit 244,20 Euro jährlich. Der Bruttobeitrag liegt bei 592,60 Euro. Bei KarstadtQuelle zahlt der Kunde derzeit 228,37 Euro. Wenn die Überschüsse jedoch sinken, kann der Beitrag bis auf 652,50 Euro hochschnellen.

So ein enormer Preisanstieg wäre aber nur möglich, wenn sehr viel mehr Ver­sicherte stürben als vom Versicherungsunternehmen anhand der Sterblichkeitstafeln kalkuliert.

Wenn uns die Versicherer auf unsere Anfrage ein Angebot mit Beitragsverrechnung genannt haben, führen wir dies in den Tabellen auf. Nur wenn dies nicht der Fall ist, nennen wir das Angebot mit Todesfallbonus.

Versicherungssumme anpassen

Beim Überschusssystem Todesfallbonus bleibt der Beitrag immer gleich. Sinkende Überschüsse verringern jedoch die Versicherungssumme. Stirbt der Versicherte, bekommen die Hinterbliebenen also weniger Geld. Wenn sie beispielsweise ein Haus abbezahlen müssen, reicht das Geld womöglich nicht.

Nur bei steigenden Überschüssen ist der Name „Todesfallbonus“ gerechtfertigt. Denn dann erhöht sich die ausgezahlte Versicherungssumme.

Um beim System Todesfallbonus zu verhindern, dass der Versicherungsschutz bei sinkenden Überschüssen rapide zurückgeht, erlauben die meisten Gesellschaften eine Erhöhung der Versicherungssumme auf das ursprüngliche Niveau – natürlich gegen höheren Beitrag. Nur die Gesellschaften CiV und PB geben keine Anpassungsgarantie.

Wer seine Risikolebensversicherung – egal mit welchem Überschusssystem – einer neuen Lebenssituation wie der Geburt eines Kindes anpassen möchte, sollte einen Vertrag mit Nachversicherungsmöglichkeit wählen. Dann kann er die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

Die Übersicht 'Höherer Schutz, wenn er nötig wird' zeigt, bei welchen Versicherungsunternehmen die Kunden ihren Schutz aufstocken können. Wird dann nach Abschluss der Versicherung ein zweites oder drittes Kind geboren, kann auch die Ausbildung dieser Kinder leichter gesichert werden.

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