Risikolebens-Versicherung Test

Eine Risikolebensversicherung zahlt, wenn der Versicherte stirbt. Finanztest prüfte die Angebote.

Der Tod eines geliebten Menschen oder Partners ist schwer zu verkraften. Damit seine Angehörigen dann nicht auch noch in eine finanzielle Notlage geraten, sollten Menschen, die zu Lebzeiten für andere aufkommen oder auf die andere angewiesen sind, für sich eine Risikolebensversicherung abschließen. Sterben sie, zahlt diese Versicherung an ihre Hinterbliebenen oder andere im Vertrag genannte Personen die vereinbarte Versicherungssumme aus.

Diesen Schutz gibt es bereits für relativ wenig Geld. So kann sich ein 30-­jähriger Nichtraucher schon für 84 ­Euro im Jahr (Asstel) mit einer Summe von 100 000 Euro versichern. Das teuerste Angebot für eine Risikolebensversicherung mit einer Versicherungssumme von 100 000 Euro für 30-jährige Männer unterbreitete im Test dagegen die BBV mit einem Jahresbeitrag von 312 Euro.

Eine ausreichende Summe Geldes würde es zum Beispiel einer Familie ermöglichen, trotz des Todes des Hauptverdieners ihren Lebensstandard zu halten. Wohnungsmiete, Autokosten, Kindergartenge­bühren – die gesetzlichen Hinterbliebenenrenten reichen dafür nicht.

Wichtig ist die Police auch für Immobilienbesitzer, die ihr Haus noch abzahlen. Stirbt beispielsweise die Ehefrau, die die Hälfte des Familieneinkommens bestritten hat, kann der Witwer die Raten für das Eigenheim allein kaum mehr aufbringen. Mit dem Geld aus einer Risikolebensversicherung der Frau ließe sich das Zuhause für die Restfamilie retten.

Geschäftspartner sollten sich gegenseitig über eine Risikolebensversicherung absichern, wenn der Tod des einen die Existenz ihrer Firma gefährden würde. Geeignet ist dafür auch eine Versicherung auf verbundene Leben, die im Schnitt um 10 Prozent preiswerter ist als zwei Einzelpolicen. Dann zahlt das Unternehmen die Versicherungssumme an den jeweils anderen Partner aus, wenn einer von ihnen stirbt.

Die Versicherungssumme muss immer ausreichen, um die finanzielle Lücke, die durch den Tod des Versicherten entsteht, zu füllen. Deshalb sollte die Summe mindestens dem Dreifachen seines Jahresbruttogehalts entsprechen.

Die Untersuchung

Finanztest hat die Tarife für Risikolebensversicherungen für zwei Modellfälle untersucht. In der Tabelle sind die Beiträge für 30-jährige Männer und Frauen aufgeführt. Der Vertrag soll 20 Jahre laufen. Die Versicherungssumme beträgt 100 000 Euro. Solche Verträge schließen beispielsweise Mütter oder Väter ab, um ihre Familie abzusichern. Das günstigste Angebot für Nichtraucher war das von Asstel für 84 Euro im Jahr. Bei den Normaltarifen lag die Hannoversche Leben mit einem Jahresbeitrag von 112,05 Euro für 30-jährige Männer vorn.

Im zweiten Fall (Tabelle) ist die Versicherungssumme mit 30 000 Euro viel niedriger. Die Vertragslaufzeit beträgt nur 10 Jahre. Die Männer und Frauen sind bei Beginn 48 Jahre alt. Ein solcher Vertrag kommt zum Beispiel für Eltern infrage, die ihre fast erwachsenen Kinder in ihrer Ausbildungszeit finanziell absichern wollen. Günstigster Anbieter für Männer ist hier die CosmosDirekt mit 77,03 Euro Jahresbeitrag.

Der Preis entscheidet

Welche Risikolebensversicherung die beste ist, ist in erster Linie eine Frage des Preises. Denn die Versicherungsbedingungen sind bei allen Unternehmen so gut wie identisch. Wir haben die Tabelle deshalb nach dem Preis sortiert. Das preiswerteste Angebot für Männer führt beide Tabellen an. Männer zahlen in der Risikolebensversicherung rund 40 Prozent mehr als Frauen, weil ihre Lebenserwartung geringer ist.

15 Versicherer unterscheiden zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Nichtrauchertarife sind teilweise nur halb so teuer wie Raucher- beziehungsweise Normaltarife. Wer nicht raucht, sollte also ein Nichtraucherangebot einholen. Nichtrauchertarife sind in den Tabellen extra ausgewiesen.

Nichtraucher ist, wer seit mindestens einem Jahr nicht mehr zur Zigarette, ­Zigarre oder Pfeife gegriffen hat. Wird er rückfällig, ist er verpflichtet, dies seinem Versicherer zu melden. Der Bonus für seinen Tabakverzicht entfällt dann. Stirbt ein als Nichtraucher Versicherter an einer Krankheit, die auf Rauchen zurückgeführt werden könnte, wird sein Versicherer vermutlich prüfen, ob der Verstorbene wirklich Nichtraucher war. Zeigt sich, dass er es nicht war beziehungsweise nicht mehr, zahlt das Unternehmen den Hinterbliebenen nur die geringere Versicherungssumme aus, mit der sich Raucher mit dem gleichen Beitrag hätten versichern können. Ein Raucher, der sich als Nichtraucher ausgibt, riskiert also, dass seine Angehörigen nicht ausreichend abgesichert sind.

Eine Reihe von Lebensversicherern hat uns keine Angaben zu ihren An­geboten gemacht. Stichproben ergaben, dass die Beiträge von Verweigerern teilweise mehr als doppelt so hoch waren wie die preisgünstiger Gesellschaften. Finanztest-Leser sollten deshalb nicht bei einem Versicherer abschließen, der sich dem Vergleich nicht stellt.

Preiskriterien

Der Beitrag für eine Risikolebensversicherung hängt unter anderem vom ­Alter des Kunden bei Vertragsbeginn ab. Obwohl die Versicherungssumme im Modell für 30-jährige Kunden mit 100 000 Euro mehr als dreimal so hoch war wie im zweiten für 48-jährige, waren die Beiträge im Schnitt nur um 10 Prozent höher. Der Gesundheitszustand eines Kunden ist ebenfalls wichtig. Interessenten, die beispielsweise eine Krebserkrankung oder einen Herzinfarkt überstanden haben, werden nur schwer überhaupt einen Vertrag abschließen können. Eventuell werden sie mit einem Risikozuschlag versichert oder alle Folgeerkrankungen werden vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Gefährliche Hobbys wie zum Beispiel Motorradfahren oder Segelfliegen wirken sich bei den meisten Versicherern nicht mehr auf den Preis aus. Fragen danach sollten dennoch korrekt beantwortet werden.

Nachversicherung

Einer der wenigen Unterschiede in den Versicherungsbedingungen, die bei der Auswahl einer Risikolebensversicherung eine Rolle spielen könnten, ist eine Nachversicherungsmöglichkeit. Dann kann der Kunde die Versicherungssumme später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, etwa wenn er heiratet oder Kinder bekommt. Die Übersicht unten zeigt, bei welchem Unternehmen Versicherte den Schutz aufstocken können, und welche Bedingungen für eine Erhöhung der Versicherungssumme erfüllt sein müssen.

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