Erhöhte Fettwerte verteuern den Beitrag

Die Gesundheitsfragen im Antrag muss der Kunde wahrheitsgemäß beantworten. Gesundheitsprobleme machen den Schutz teurer.

Gesunde, junge Kunden können ihre Hinterbliebenen sehr günstig mit einer Risikolebensversicherung absichern. Dagegen treiben gesundheitliche Probleme den Preis für den Schutz nach oben. Schon Übergewicht oder erhöhte Blutfettwerte sind für die Versicherungsgesellschaften ein stärkeres Risiko – und das lassen sie sich mit höheren Beiträgen teuer bezahlen.

Dies musste auch der 35-jährige Stephan Dankers erfahren. Er holte bei KarstadtQuelle ein Angebot ein. Wegen erhöhter Fettwerte sollte er zusätzlich zum eigentlich sehr günstigen Grundpreis von 18,72 Euro im Monat einen „medizinischen Ergänzungsbeitrag“ von 32,42 Euro bezahlen, sodass sich der Beitrag auf insgesamt 51,14 Euro im Monat verteuerte. Dankers verzichtete auf einen Abschluss.

Ob sie einen Kunden annehmen und wie viel Beitrag dieser zahlen muss, entscheiden die Versicherer aufgrund der Angaben, die der Kunde im Antrag macht. Er muss Fragen nach seinem Gesundheitszustand wahrheitsgemäß beantworten, andernfalls verliert er im schlimmsten Fall den Versicherungsschutz. Deshalb sollten die Gesundheitsfragen so gestellt sein, dass der Kunde nicht in die Irre geleitet wird und vielleicht unbeabsichtigt falsche Angaben macht. 

Wir haben das überprüft und festgestellt, dass die meisten Anbieter unsere Anforderungen erfüllen. So verlangen sie, mit zwei Ausnahmen (Legal & General, R + V a G), bei stationären Behandlungen maximal Angaben für die letzten zehn Jahre. Bei ambulanten Behandlungen müssen die Kunden bei den meisten Anbietern maximal Auskunft für die letzten fünf Jahre geben.

Positiv ist auch, dass der größte Teil der getesteten Anbieter (51 von 67) lediglich nach objektiven Tatbeständen wie zum Beispiel Krankheiten, Unfällen oder ­Behinderungen fragt und auf unkon­krete Fragen wie etwa nach „Störungen“ oder ­„Beschwerden“ verzichtet.

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