Wenn ein privat Riester-Versicherter wegen falscher Beratung aus dem Vertrag aussteigen will, muss er gute Gründe haben und sie belegen können. Nach abgelaufener Widerrufsfrist reicht es nicht zu sagen: „Ich bin vom Versicherungsvertreter arglistig getäuscht und falsch beraten worden.“ Wer das behauptet, muss es beweisen. Das hat das Oberlandesgericht Bamberg beschlossen (Az. 1 U 232/05).

Ein Kunde hatte gegen seinen Versicherer auf Unwirksamkeit des Vertrags geklagt und sein Geld zurückgefordert. Die Begründung: Er fühle sich von seinem Berater betrogen, denn er habe eine „normale Altersvorsorge“ gewollt. Gegen den Täuschungsvorwurf sprach aber, dass der Vermittler bei einer Rentenversicherung ohne staatliche Förderung eine höhere Provision erhalten hätte. Zudem hatte der Kunde alle nötigen Informationen zum Vertrag bekommen. Das Gericht erklärte den Riester-Vertrag für wirksam.

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