Ehepaare: Darlehen optimal aufteilen

Ehepartner müssen zwei Darlehen aufnehmen, um die Riester-Förderung auszuschöpfen. Doch wie sollen sie die Darlehen untereinander aufteilen?

Beide Arbeitnehmer. Meist ist halbe-halbe günstig – auch wenn die Partner unterschiedlich viel verdienen. Dazu ein Beispiel: Ein Ehepaar ohne Kinder benötigt 200 000 Euro Kredit. Von ihren Schulden wollen die beiden 2 Prozent im Jahr tilgen. Er verdient 60 000 Euro, sie 20 000 Euro im Jahr. Nehmen beide 100 000 Euro Kredit auf, tilgen sie von jedem Darlehen im ersten Jahr 2 038 Euro. Zusammen mit der Riester-Zulage von 154 Euro schöpfen beide den steuerlich absetzbaren Höchstbetrag von 2100 Euro aus (siehe Regeln für Wohn-Riester). Die Förderung bringt ihnen insgesamt rund 1400 Euro.

Verteilen sie die Kreditsumme dagegen im Verhältnis ihrer Einkommen auf zwei Darlehen von 150 000 Euro und 50 000 Euro, verschenken sie einen Teil der Förderung. Zusammen tilgen sie genau so viel wie mit der hälftigen Aufteilung. Doch nur noch 1 173 Euro fließen auf das Darlehen der Ehefrau. Da das Finanzamt beim Ehemann höchstens 2 100 Euro anerkennt, kann das Paar zusammen nur 3 273 Euro absetzen. Der Riester-Vorteil sinkt dadurch um gut 300 Euro auf 1 090 Euro.

Nur ein Arbeitnehmer. Nicht so wichtig ist die Aufteilung, wenn ein Partner keine Einkünfte hat oder selbstständig ist und keinen eigenen Riester-Anspruch hat. In diesem Fall kann das Paar zusammen maximal 2 100 Euro steuerlich absetzen. Bis zum Höchstbetrag rechnet das Finanzamt die Tilgung beider Ehegatten zusammen. Egal, wie sie die Darlehen aufteilen: Der Steuervorteil bleibt gleich.

Im Zweifel sollten sich Riester-Finanzierer bei ihrer Bank oder Verbraucherzentrale über die beste Aufteilung ihrer Finanzierung beraten lassen.

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