Eine Riester-Rente per Telefon? Selbst Michael Kalka, Vorstandsvorsitzender der Aachener und Münchener Versicherung und damit einer der größten „Riester-Verkäufer“, warnt öffentlich: „Die Riester-Rente ist kompliziert, eine umfassende Beratung ist absolut zwingend. Ich kann nur jedem empfehlen, sich nicht nebenbei am Telefon bedienen zu lassen“. Stimmt. Trotzdem verkaufen Postbank- und VPV-Versicherung ihre Produkte telefonisch.

Mitarbeiter der VPV riefen nach Unternehmensangaben bislang 15 000 Menschen an. Mitarbeiter der Postbank-Versicherung (PB) hätten 7 000 Bestandskunden und solche Verbraucher angerufen, die Infos erbeten hätten.

Am Telefon machten die Vermittler dann häufig Nägel mit Köpfen, wie Schreiben der Unternehmen zeigen: „Heute bestätigen wir – wie in Ihrem Telefonat mit unserem Herrn Krüll vereinbart – den Abschluss Ihres PB-Rentenkontos.“ Den fälligen Beitrag werde man abbuchen.

Tatsächlich dürfen Versicherungsverträge telefonisch geschlossen werden. Der Kunde muss aber bereits vor dem Versicherungsantrag über Höhe und zeitliche Verteilung der Abschluss- und Vertriebskosten sowie über die Verwaltungskosten informiert werden – und zwar schriftlich.

Tipp: Wer die vorgeschriebenen Informationen nicht erhalten hat, kann noch bis einen Monat nach Zahlung der ersten Rate vom Vertrag zurücktreten. Darauf weisen die Versicherer in den Be­stätigungsschreiben nicht hin. Dort ist lediglich vermerkt, dass ein 14-tägiges Widerrufsrecht besteht.

Dieser Artikel ist hilfreich. 308 Nutzer finden das hilfreich.