Riester-Verträge Meldung

Riester-Verträge bieten ­wegen der kombinierten ­staatlichen Förderung aus Zulage und Steuervorteil allen Anlegern gute Renditen.

Die staatliche Förderung für Riester-Verträge ist so attraktiv, dass selbst nach einem Börsencrash noch eine dicke Rendite für den Anleger bliebe.

Spätestens jetzt sollten Sparer einen Altersvorsorgevertrag abschließen, mit dem sie sich die Riester-Förderung sichern. Die gesetzlichen Rentenansprüche werden auch nach der Bundestagswahl nicht wieder steigen. Wer Realist ist, weiß: Die Rente wird nicht mehr, nur weniger. Zusätzliche private Vorsorge ist unerlässlich.

Finanztest hat von Bank- und Fondssparplänen bis zu den Rentenversicherungen alle Riester-tauglichen privaten Produkte untersucht und die möglichen Renditen berechnet.Die betrieblichen Angebote sind dagegen noch immer in der Entwicklung. Ein flächendeckender Test war noch nicht möglich.

Doch klar ist: Ein betrieblicher Kollektivvertrag kann Arbeitnehmern wegen Kostenvorteilen noch mehr Riester-Rendite bringen als ein privater Einzelvertrag. Das sollte jeder prüfen, bevor er sich entscheidet. Finanztest erläutert, wie das geht.

Ist der eigene Arbeitgeber noch nicht so weit, können Arbeitnehmer auch mit einem privaten Riester-Banksparplan anfangen und später in eine betriebliche Variante umsteigen. Dann verschenken sie in diesem Jahr keine Förderung.

Die Qualität der privaten Riester-Angebote und die Ausrichtung ihrer Kapitalanlage weichen stark voneinander ab, wie unsere Untersuchungen zeigen. Doch die kombinierte Förderung aus staatlichen Zulagen und Steuervorteil macht selbst aus bescheidenen Produkten attraktive Geldanlagen.

Immer aufwärts

Die Tabelle rechts unten verdeutlicht, dass es bei der privaten Altersvorsorge zur Riester-Förderung derzeit keine Alternative gibt. Das Gesetz zwingt alle Anbieter, zu Rentenbeginn mindestens das eingezahlte Geld zu garantieren. Selbst wenn ein Anbieter nicht mehr als das schafft, hätte der Sparer durch die staatliche Zulage und den Steuervorteil der Riester-Förderung Gewinn gemacht.

Je kürzer die Vertragslaufzeit, je näher der Riester-Sparer also dem Rentenbeginn ist, desto höher ist die Rendite vom Staat. So kann ein 55-jähriger Alleinstehender mit einem Jahresbruttoeinkommen von 40 000 Euro mit jeder Vertragsart auf seinen Eigenanteil eine Rendite von mindestens 9,7 Prozent erreichen, wenn er den Vertrag über zehn Jahre bis zu seinem 65. Geburtstag laufen lässt. Diese 9,7 Prozent wären ihm selbst mit einem Riester-Aktienfondssparplan sicher, wenn die Aktienmärkte nur Verluste produzieren würden.

Der Aktienfondssparplan wäre für 55-Jährige aber nicht erste Wahl. Er eignet sich vielmehr für jüngere Riester-Sparer bis etwa 45 Jahre. Ältere Sparer finden die höchste sichere Rendite bei Banksparplänen. Zur Auswahl eines solchen Sparplans sollten sie die Finanztest-Untersuchung zurate ziehen. Gute Banksparpläne sind rar.

Banksparpläne

Banksparpläne sind für Vorsorgesparer gut kalkulierbar, denn fast alle Kosten sind hier schon eingerechnet. Um ihre Kosten zu decken, zahlen die Banker weniger Zins. Vertriebskosten werden nicht gesondert berechnet, oft auch keine laufenden Verwaltungskosten.

Weil Banksparpläne immer einen Ertrag liefern, eignen sie sich für ältere Riester-Sparer, die bei ihrer Altersvorsorge nichts riskieren wollen. Unentschlossene, denen es vor allem darum geht, die staatlichen Zulagen für 2002 mitzunehmen, sollten mit einem Banksparplan in die Förderung einsteigen.

Im Unterschied zu den anderen Riester-Angeboten ist beim Banksparplan der Erhalt des eingezahlten Kapitals nicht erst zum Rentenbeginn, sondern während der gesamten Laufzeit gesichert. Deshalb ist der Banksparplan auch für künftige Häuslebauer interessant. Die später mögliche Entnahme von Kapital für die Immobilienfinanzierung kann sich nämlich rechnen.

Banksparpläne sind auch für Anleger gut, die später zu einem anderen Produkt wechseln wollen, denn sie verlieren kein Kapital. Der Wechsel kostet derzeit meist 25 bis 100 Euro.

Fondssparpläne

Bisher bieten nur acht Investmentgesellschaften Riester-taugliche Fondssparpläne an. Wie bei normalen Fondssparplänen fließen die Anlagebeträge in Investmentfonds. Der Unterschied ist die hier feste Laufzeit: mindestens, bis der Sparer 60 Jahre alt wird.

Um zu garantieren, dass das eingezahlte Geld erhalten bleibt, orientieren sich die Anbieter meist am Eintrittsalter des Kunden oder an der Marktlage. Entsprechend legen sie die Sparbeiträge stärker in Aktien- oder in Renten-, Immobilien- und Geldmarktfonds an.

Offensive Fondssparpläne mit Aktienschwerpunkt eignen sich für jüngere Sparer, die weder ihr Kapital zwischendurch für einen Hauskauf leihen noch den Vertrag wechseln wollen. Bei langem Anlagehorizont lassen sich Börsentiefs überbrücken. Der Kunde kann von den besseren Renditeaussichten von Aktienfondssparplänen profitieren.

Ältere Kunden sollten wie Sparer, die noch nicht wissen, wie lange sie in den Vertrag einzahlen werden, auf defensive Fonds setzen, die in Zinspapiere investieren. Das verringert ihr Risiko, dass sie in schlechten Börsenzeiten mit Verlust an ihr Kapital heranmüssen.

Rentenversicherungen

Die Versicherer bieten drei Typen von Riester-Rentenversicherungen an:

  • die klassische Form mit einem Garantiezins von derzeit 3,25 Prozent auf den Sparanteil des Beitrags,
  • Verträge mit begrenztem Fondsanteil, bei denen die Überschüsse in Investmentfonds fließen, und
  • Angebote mit hohem Fondsanteil, bei denen das Unternehmen auch die Sparanteile im Beitrag überwiegend in Investmentfonds investiert. Garantiert ist dem Sparer bei der letzten Vertragsvariante nur, dass mindestens seine Beiträge plus Zulage bei Auszahlungsbeginn vorhanden sind.

Riester-Sparen mit Rentenversicherungen kann in jedem Alter sinnvoll sein. Für Sparer um 45 Jahre eignen sich je nach Risikoneigung alle Rentenversicherungen. Sparer über 55 Jahre sollten wegen der höheren Kosten eher auf einen guten Banksparplan setzen.

Junge Leute können je nach ihrer Risikoneigung alle Varianten der Rentenversicherungen in Erwägung ziehen. Wegen der höheren Chancen sollten sie aber Fondsvarianten bevorzugen und auf einen hohen Aktienanteil achten.

Weiß der Kunde, welche Versicherungsvariante sich für ihn besser eignet als eine andere, sollte er Angebote für mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertete Tarife einholen. Sind Fonds im Spiel, sollte er nachfragen, um welche es sich handelt. Sofern die Fonds bereits seit fünf Jahren am Markt sind, tauchen die erfolgreichen in den Fondstabellen der ­Finanztest-Ausgaben auf.

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