Erst überlegen, dann unterschreiben

Riester-Verträge Meldung

Den Riester-Vertrag erst abschließen, wenn alle Klauseln geprüft sind.

Vor Abschluss eines Riester-Vertrags unbedingt den persönlichen ­Vor­sorgebedarf klären, Angebote vergleichen, Konditionen prüfen.

Bevor ein Riester-Sparer einen Vertrag unterschreibt, sollte er sich auf jeden Fall über folgende Fragen klar werden.

Wie groß ist der Vorsorgebedarf?

Von der gesetzlichen Rente haben die Versicherten künftig ein geringeres Rentenniveau zu erwarten als bisher. Die Rentenversicherungsträger haben in diesem Jahr damit begonnen, an die Versicherten eine Renteninformation zu verschicken. Wer diese Information über die voraussichtliche Höhe seiner gesetzlichen Altersrente braucht, um seinen zusätzlichen privaten Vorsorgebedarf besser einschätzen zu können, sollte nicht warten, bis er sie von seinem Rentenversicherungsträger zugeschickt bekommt. Er sollte sie jetzt dort anfordern. Dann ist er bis spätestens Ende 2002 informiert. Womöglich fällt ihm so die Entscheidung leichter, wie viel er privat vorsorgen möchte. Für alle, die aufgrund eines geringen Einkommens nicht viel fürs Alter sparen können, ist die staatliche Förderung umso wichtiger. Sie sollte nicht verschenkt werden.

Was tut der Betrieb?

Bevor er einen privaten Riester-Vertrag abschließt, sollte sich jeder Arbeitnehmer beim Arbeitgeber oder Betriebsrat nach der betrieblichen Altersvorsorge erkundigen. Beschäftigte können hier von einem Gruppenrabatt profitieren. So sind ab zehn Mitarbeitern bei den Versicherern Rabatte von 2 bis 3 Prozent des Jahresbeitrags möglich. Bei gleicher Einzahlung bringt ein betrieblicher Vertrag also mehr Rente als ein privater. Allerdings ist er unflexibler als ein privater Vorsorgevertrag, weil er beispielsweise nicht zur Immobilienfinanzierung genutzt werden und bei einem Betriebswechsel nicht immer ohne weiteres über den neuen Arbeitgeber fortgeführt werden kann.

Welcher Riester-Vertrag passt?

Einen Riester-Vertrag kann der Sparer als betrieblichen Riester-Vertrag, als Fondssparplan, Banksparplan sowie Riester-Rentenversicherung in den drei Varianten klassische Rentenversicherung, Vertrag mit begrenztem Fondsanteil oder Angebot mit hohem Fondsanteil abschließen. Wichtig für die Auswahl ist vor allem, wie viel Zeit der Sparer bis zum Ruhestand hat, wie hoch seine Risikobereitschaft ist, ob er sich die Möglichkeit eines Wechsels zu einem anderen Riester-Produkt offen halten will und ob er den Vertrag später für eine Eigenheimfinanzierung nutzen will. Wer unsicher ist, welcher Riester-Vertrag für ihn am besten ist, sollte sich bei einer Verbraucherzentrale Rat holen. Ausführliche Informationen zu allen Riester-Varianten gibt es im vor kurzem erschienenen Finanztest Spezial „Riester-Rente“.

Stimmen die Angaben im Vertrag?

Nur wenn die volle Riester-Förderung im Vertrag berücksichtigt ist, bekommt der Kunde eine optimale Rendite. Er muss deshalb darauf achten, dass die Förderung korrekt berechnet ist, und prüfen, ob der bis 2008 stufenweise Anstieg aller Zulagen und die Zeit, in der er die Zulage für jedes Kind bekommt, stimmen.

Wie hoch sind die Kosten?

Alle Anbieter müssen bei Riester-Produkten ihre Kosten offen legen. Bei Riester-Rentenversicherungen müssen sie die Vertriebs- und Abschlusskosten auf mindestens zehn Jahre verteilen. Da die Kosten vom Anlagebetrag abgehen, schmälern sie die Versicherungsrendite. Deshalb werden die Kosten in den Verträgen häufig sehr unverständlich dargestellt. Ein guter Versicherungsvermittler muss in der Lage sein, die Kostenstruktur so zu erläutern, dass sie für den Kunden transparent ist.

Wie funktioniert ein Wechsel?

Wenn der Anbieter seine Informationspflicht vor Vertragsabschluss verletzt hat, kann der Kunde binnen eines Monats nach Zahlung des erstens Beitrags aus dem Vertrag aussteigen. Zum Beispiel wenn der Anbieter Höhe und zeitliche Verteilung der Abschluss- und Vertriebskosten nicht angegeben hat. Ein Sparer kann seinen Riester-Vertrag aber auch mit einer Frist von in der Regel drei Monaten zum Quartalsende kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln. Dies ist aber gerade bei Rentenversicherungen keine gute Idee, wenn der Versicherer in den ersten zehn Jahren die Abschlusskosten für die gesamte Vertragslaufzeit abzieht. Denn beim neuen Anbieter fallen wieder Abschlusskosten an. Außerdem muss der Kunde dem bisherigen Anbieter eine Gebühr zahlen. Zusätzlich können beim neuen Anbieter extra Kosten anfallen. Sie können bis zu 4 Prozent der übertragenen Gesamtsumme ausmachen. Bei Fondssparplänen gibt es Verlustrisiken bei einem vorzeitigen Ausstieg. Dagegen ist ein Wechsel bei einem Banksparplan jederzeit ohne Risiko möglich. Der Sparer muss allerdings auch hier mit Wechselkosten rechnen.

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