Riester-Sparen mit Fonds: Viel Wildwuchs

Je geringer die Kosten, desto größere Summen können direkt in die Altersvorsorge fließen. Doch manche Anbieter zweigen fast ein Fünftel der Beiträge für sich ab.

Der ideale Riester-Vertrag wäre einer, bei dem alle Einzahlungen ungeschmälert in die Geldanlage wandern. Leider ist das reine Utopie. Schließlich werden Sparpläne und Versicherungen von Unternehmen angeboten, die nicht nur ihre eigenen Ausgaben wieder hereinholen, sondern darüber hinaus auch etwas verdienen wollen.

Allerdings stehen die Kosten einiger Versicherer in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Einzahlungen. In der Tabelle „Einige Rentenversicherer ziehen sehr hohe Kosten vom Beitrag ab“ hat Finanztest die wichtigsten Kostenposten der verschiedenen Sparpläne und Versicherungen zusammengestellt.

Komplizierte Kosten

Die Kosten von Fondssparplänen sind gut zu durchschauen und niedriger als die Kosten der meisten fondsgebundenen Rentenversicherungen. Zum Ausgabeaufschlag kommen in der Regel Depotgebühren – das wars.

Die Versicherungsbranche ist da kreativer. Das Gros der Anbieter zwackt nicht nur Gebühren von jeder eingezahlten Rate ab, sondern nimmt mit unterschiedlichem zeitlichen Versatz auch einen Obolus vom angesparten Kapital. Die absoluten Prozentsätze wirken gering, machen sich aber mit steigendem Sparvermögen immer stärker bemerkbar. Die Kostenregelungen sind mitunter so kompliziert, dass der Durchschnittssparer kaum ausrechnen kann, wie viel letztlich abgezogen wird.

Nur die Kaiser-Rente der Hamburg-Mannheimer hat einen einzigen Kostenblock. Der wirkt mit 12,5 Prozent aller Einzahlungen zwar sehr hoch, aber bei näherem Hinsehen sind andere Anbieter noch viel teurer.

So gehen nach Finanztest-Berechnungen für einen Vertrag mit 35 Jahren Laufzeit beim Volkswohl Bund etwa 17 Prozent aller Einzahlungen für Kosten drauf. Auch die BHW langt kräftig hin, vor allem bei der Variante „Liquiditätssicherung“. Fünf verschiedene Posten treiben die Gesamtkosten ebenfalls auf rund 17 Prozent.

Cosmos und Asstel sind günstig

Am günstigsten sind die Angebote von Cosmos und Asstel. Bei Cosmos liegen die Kosten je nach gewähltem Fonds etwa zwischen 5 und 7 Prozent der Einzahlungen, bei Asstel knapp über 7 Prozent.

CosmosDirekt bietet Sparern außerdem eine sehr große Fondsauswahl. Wer will, kann seine Sparleistungen auf bis zu 45 Fonds, darunter drei Top-Fonds aus der Finanztest-Bewertung, verteilen. So flexibel sind Sparer bei keinem anderen Anbieter.

Manche Gesellschaften wie die Hamburg-Mannheimer bieten nur hauseigene Fonds an. Selbst wenn das sehr gute Fonds sind, ist Finanztest von dieser Praxis nicht begeistert. Der Versicherer streicht dann nämlich zusätzlich zu den im Vertrag genannten Kosten auch noch interne Kosten für die Verwaltung der Fonds ein, von denen der Kunde nichts merkt.

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