Aktienfonds können auch der Rendite von Riester-Verträgen auf die Sprünge helfen - und zwar ohne Verlustrisiko. Bei Rentenbeginn stehen zumindest die Einzahlungen und die Zulagen vollständig zur Verfügung. Auf jeden Fall. Und wahrscheinlich noch einiges mehr. Gut sind Riester-Verträge auf Fondsbasis vor allem, wenn noch viel Zeit bis zur Rente bleibt. Zur Wahl stehen verschiedene Vertragstypen. Finanztest sagt, wo es die besten Renditechancen gibt.

Chance auf mehr Rendite

Nach dem Fiasko an den Börsen raten viele Experten von der Vorsorge per Aktienanlage ab. Doch die Skeptiker irren. Finanztest-Berechnungen zeigen, dass langfristiges Aktiensparen bei nüchterner Betrachtung nach wie vor ein renditeträchtiges und damit gutes Instrument für die Vorsorge ist. Auf Aktienfonds können Riestersparer über speziell konstruierte Fondssparpläne oder über fondsgebundene Rentenversicherungen setzen.

Fondsgebundene Rentenversicherungen: Teils hohe Kosten

Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen fließt ein großer Teil der Beiträge in sichere Anlagen, um die Beitragsgarantie zu gewährleisten. Nur Geld, dass dann noch übrig bleibt, fließt in Aktienfonds. Dabei haben Anleger die Wahl. Je nach Vertrag stehen 2 bis 45 verschiedene Fonds zur Wahl. Doch die Menge allein machts nicht. Finanztest empfiehlt Angebote, bei denen Topangebote aus dem Fonds-Dauertest zur Wahl stehen. Wichtig außerdem: Mancher Anbieter kassiert horrende Gebühren. Beim Volkswohlbund summieren sich sämtliche Posten bei einem Vertrag mit 35 Jahren Laufzeit auf eine Kostenquote von rund 17 Prozent. Auf eine ähnlich miese Quote kommt die BHW bei ihrem an Liquiditätssicherung orientierten Angebot. Viel besser: Cosmos und Asstel. Diese Anbieter zweigen nur 5 bis knapp über 7 Prozent der Einzahlungen ab, bevor das Geld angelegt wird. Alle Details zu Kosten und Gebühren sind in Finanztest 12/2003 oder online komplett und interaktiv zu finden.

Fondssparpläne: Anlage mit Topqualität

Auch bei den Fondssparverträgen Marke Riester gibts Unterschiede. Die UniProfiRente, die Deka-Bonusrente und DWS TopRente Dynamik setzen zumindest zeitweise zu 100 Prozent auf Aktienfonds. Bei allen anderen Angeboten wird ein Teil des Geldes in Rentenfonds investiert. Die besten Renditechancen bieten die Verträge, in denen das gesamte Geld in Aktienfonds investiert wird. Rundum empfehlenswert: die UniProfiRente. Für junge Leute sind auch Deka-Bonusrente und DWS TopRente Dynamik eine gute Wahl. Wiederum gilt: Entscheidend ist die Qualität der Fonds, in die das Geld fließt. Bei UniProfiRente und DWS TopRente Dynamik ist jeweils zumindest ein Fonds mit Top-Bewertung im Fonds-Dauertest zu haben.

Nicht für Baufinanzierung

Geeignet sind Fonds-Produkte jedoch nur mit zwei Einschränkungen: Zum einen muss noch genug Zeit bis zum Rentenbeginn bleiben, damit sich die Renditechancen entwickeln können. Zum anderen taugen Riester-Verträge auf Aktienbasis nicht für potenzielle Bauherren oder Immobilienkäufer, die das Riesterguthaben zwischenzeitlich für die Baufinanzierung einsetzen wollen. In beiden Fällen kann ein kurzfristiges Tief an den Börsen die Bilanz gründlich verhageln. Das gilt vor allem für die Entnahme für die Baufinanzierung. Die Verträge sind exakt auf den Rentenbeginn kalkuliert. Zu diesem Zeitpunkt sind Verluste garantiert ausgeschlossen. In der Zwischenzeit jedoch sind Verluste möglich.

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