Vertrag richtig gestalten

Rentengarantiezeit, Invaliditätsschutz, Überschussbeteiligung – all das ist vor der Unterschrift zu bedenken.

Bei einem Riester-Vertrag geht es um eine Zusatzrente für den Sparer selbst, egal ob er eine Rentenversicherung, einen Bank- oder einen Fondssparplan wählt. Angehörige lassen sich mit dieser Geldanlage kaum absichern. Dafür ist eine zusätzliche Risikolebensversicherung in ausreichender Höhe genau das Richtige.

Erbe sichern

Vererbt werden kann das Geld aus einem Riester-Vertrag dennoch. Bei einem Riester-Fondssparplan und Riester-Banksparplan geht das in der Ansparphase automatisch. Kunden mit einer Rentenversicherung müssen dagegen dafür sorgen, dass das Eingezahlte für die Hinterbliebenen nicht vollständig verloren ist. Sie sollten eine Regelung für die Anspar- und eine für die Auszahlphase treffen.

Für die Einzahlzeit sollten Kunden vertraglich vereinbaren, dass das angesparte Guthaben im Todesfall an die Erben ausgezahlt wird. Stirbt der Versicherte vor Rentenbeginn, bekommen die Angehörigen das vorhandene Vermögen zurück, wobei den Erben die Riester-Förderung vorher abgezogen wird. Außerdem müssen sie die ausgezahlte Summe versteuern. Nur Ehepartner können das Vermögen ohne Abzüge auf einen eigenen Riester-Vertrag übertragen lassen.

Für die Auszahlzeit kann eine Rentengarantiezeit festgeschrieben werden. Die Rente wird dann mindestens so lange wie vereinbart ausgezahlt, auch wenn der Versicherte vorher stirbt. In unserer Untersuchung unterstellen wir zehn Jahre Garantiezeit.

Abruf- und Aufschuboption

Eine Abruf- und eine Aufschuboption enthalten alle Angebote. Mit einer Abrufoption kann der Rentenbeginn vorgezogen werden. Dann ist die Rente etwas niedriger. Riester-Renten sind frühestens ab 60 Jahre abrufbar.

Mit einer Aufschuboption kann der Kunde die erste Auszahlung hinausschieben. Die Rente fällt dann etwas höher aus, weil mehr eingezahlt wurde und die kalkulierte Auszahlungsphase kürzer ist.

Kapitalentnahme

Das Gesetz erlaubt Riester-Kunden, bei Rentenbeginn 30 Prozent des Kapitals auf einen Schlag zu entnehmen. Steuerlich ist diese Teilauszahlung unattraktiv, denn das Geld ist in vollem Umfang steuerpflichtig. Doch vielleicht benötigt der Kunde gerade eine größere Summe. Versicherer bieten ihren Kunden diese Möglichkeit üblicherweise an.

Erwerbsunfähigkeitsschutz

Riester-Sparer können sich innerhalb ihrer Rentenversicherung auch einen geringen Schutz für den Fall von Invalidität sichern. Doch die Zusatzkosten dafür drücken auf die Altersrente. Besser ist zusätzlich ein eigener Vertrag mit passendem Berufsunfähigkeitsschutz.

Auszahlphase

Der Kunde muss entscheiden, wie er von den Überschüssen des Versicherers in der Auszahlphase profitiert. Bei der volldynamischen Auszahlung werden die Überschüsse so verteilt, dass der Versicherer anfangs eine geringere Rente zahlt, die im Laufe der Jahre meist steigt. Großer Vorteil dieser Variante ist, dass die Rente nie fällt.

Bei der „konstanten Gewinnrente“, auch „flexible Gewinnrente“ genannt, kann die Rente fallen. Konstant ist sie nur, solange die Überschussbeteiligung in der Auszahlungsphase unverändert bleibt.

Deshalb empfehlen wir ausschließlich die volldynamische Variante. Die Rente ist hier anfangs niedriger als bei einer konstanten Auszahlungsform, steigt aber. Sinkt die Überschussbeteiligung, wird die Rentenerhöhung reduziert oder entfällt sogar. Die erreichte Rentenhöhe bleibt jedoch mindestens erhalten.

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