Riester-Rentenversicherungen: So viel Rente bringen die Versicherungsrenditen

Die Versicherungsrenditen der Tarife zeigen, wie viel Rente den Kunden garantiert und wie viel ihnen prognostiziert wird.

Mit einer Rentenversicherung schlagen Riester-Sparer zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie vereinbaren eine Rente fürs Alter und können auch ihre Hinterbliebenen ein Stück weit absichern. Beide Leistungen hat Finanztest bei der Berechnung der Versicherungsrenditen berücksichtigt.

Garantie und Prognose

Wie hoch die Leistungen später sind, kann bei Vertragsabschluss keiner sagen. Die Versicherer garantieren ihren Kunden zwar bestimmte Leistungen (garantierte Leistungen). Die tatsächliche Rente oder Todesfallleistung ist jedoch meist viel höher.

Zur garantierten Leistung kommen nämlich noch die vom Versicherungsunternehmen erwirtschafteten Überschüsse dazu. Darüber können die Versicherer bei Vertragsabschluss aber nur Prognosen abgeben, die meistens auf den bis dahin erwirtschafteten Überschüssen beruhen (prognostizierte Leistungen). Kunden dürfen die in den Beispielrechnungen der Gesellschaften prognostizierten Leistungen deshalb nur als Richtschnur nehmen.

Zwei Versicherungsrenditen

In den Tabellen „Klassische Rentenversicherung“, „Rentenversicherung mit begrenztem Fondsanteil“ und „Rentenversicherung mit hohem Fondsanteil“ stehen beide Versicherungsrenditen:

  • die garantierte Rendite, an der Kunden erkennen können, wie hoch die Leistungen – vor allem die garantierten Renten – später sind, und
  • die prognostizierte Rendite, an der Kunden erkennen können, wie hoch die Leistungen – vor allem die in den Beispielrechnungen prognostizierten Renten – später sein können.

In der Tabelle „So hoch ist die monatliche Rente“ steht, wie viel Rente die von den Gesellschaften garantierten und prognostizierten Versicherungsrenditen den Finanztest-Modellkunden bei einem Standardvertrag bringen.

Schließt der 30-jährige Junggeselle in Modell 1 eine klassische Rentenversicherung ab, garantiert ihm zum Beispiel der Testsieger Asstel rund 3 Prozent Versicherungsrendite. Das heißt, der Mann erhält später mit Sicherheit rund 270 Euro Rente im Monat. Die von der Asstel prognostizierte Versicherungsrendite ist aber viel höher. Sie beträgt über 6,50 Prozent. Das wären bei dem Standardvertrag 755 Euro.

Plausibilität

Finanztest hat außerdem die Sollrendite berechnet. Das ist die Rendite, die ein Unternehmen erwirtschaften muss, damit seine Beispielrechnung aufgeht. Die Kosten, die es für jeden Tarif einzeln kalkuliert, wurden eingerechnet.

Die Sollrendite wurde mit der Anlagerendite aus den Unternehmensbilanzen für die Jahre 1999 bis 2001 verglichen. War sie höher, haben die Gesellschaften die Leistungen in den Beispielrechnungen zu hoch angesetzt.

Je größer die Unterschiede waren, desto unplausibler waren die Prognosen und die daraus resultierenden Renten. Finanztest hat in diesem Fall das Urteil für die prognostizierte Leistung abgewertet. Je größer die Differenz war, desto stärker war die Abwertung. Sie ist bei der Bewertung der prognostizierten Leistung durch ein Sternchen gekennzeichnet. So weiß bei diesen Tarifen jeder, dass die prognostizierte Leistung und damit auch die daraus resultierende Rente unplausibel ist.

Bei den besten Tarifen im Test können Kunden aber immer davon ausgehen, dass die prognostizierte Versicherungsrendite und damit auch die Höhe der Rente plausibel ist.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2605 Nutzer finden das hilfreich.