Riester-Rentenversicherung: Antwort auf Ihre Fragen

Riester-Rentenversicherungen. Die staatliche Förderung macht die Riester-Rente attraktiv. Bevor Kunden einen Vertrag abschließen, wollen sie Antworten auf viele Fragen.

Verfällt die Riester-Rente mit dem Tod des Versicherten komplett?

Nein, meist nicht. Es kommt darauf an, ob der Vertrag ein Banksparplan, Fondssparplan oder eine Rentenversicherung ist. Bei Bank- und Fondssparplänen wird die Rente nach dem Tod des Versicherten an den Ehepartner gezahlt. Gibt es keinen, geht sie an die kindergeldberechtigten Kinder. Gibt es auch die nicht, fließt das Restkapital an andere Erben. Die müssen dann aber die staatliche Förderung zurückzahlen.

Bei Riester-Verträgen in Form einer Rentenversicherung ist Vererben nicht möglich. Meist wird aber eine Rentengarantiezeit vereinbart, in der Regel fünf bis zehn Jahre. In dieser Frist fließt die Rente an die Erben.

Stirbt der Versicherte vor Rentenbeginn, spielt der Vertragstyp keine Rolle. Dann kann der Ehepartner das Kapital in seinen eigenen Altersvorsorgevertrag übernehmen oder in eine Rente umwandeln. Er kann es sich auch auszahlen lassen, muss dann aber die staatlichen Zuschüsse zurückgeben.

Gibt es keinen Ehepartner, geht das angesparte Kapital an die Erben, die ebenfalls die staatliche Förderung erstatten müssen. Für kindergeldberechtigte Kinder gibt es eine Alternative: Sie können das Guthaben in eine Waisenrente umwandeln.

Lohnt sich für einen Geringverdiener der Abschluss einer Riester-Rente? Im Alter ist er womöglich auf die Grundsicherung angewiesen.

Die staatliche Förderung sorgt auch bei einem Geringverdiener für eine gute Rendite auf seine Riester-Beiträge. Vielleicht hat er zudem in anderen Phasen seines Arbeitslebens mehr verdient oder er findet bald wieder eine Stelle mit einem guten Einkommen. Nur wer während seines Arbeitslebens durchgängig sehr wenig verdient hat, bekommt so wenig gesetzliche Rente, dass er Anspruch auf Grundsicherung hat.

In solchen Fällen gilt: Einkommen aus einer Riester-Rente wird berücksichtigt und führt zu einer Kürzung oder dem Wegfall von Grundsicherungszahlungen.

Gibt es Unisex-Tarife nur bei Riester-Rentenversicherungen, nicht bei Fonds- und Banksparplänen?

Die seit 2006 vorgeschriebene Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei Riester-Produkten wirkt sich bei Fonds- und Banksparplänen erst aus, wenn in der Auszahlungsphase Kapital in eine Rentenversicherung fließt. Männer bekommen dann trotz ihrer geringeren Lebenserwartung nicht mehr Rente als Frauen.

In der Ansparphase war bei Fonds- und Banksparplänen das Geschlecht des Sparers schon immer ohne Belang. Das gilt auch für den Auszahlplan, der bis zum 85. Geburtstag greift.

Wie kann ein Kunde bei einer Riester- Rentenversicherung auf eine garantierte Verzinsung von 2,25 Prozent hoffen, wenn der Versicherer zum Beispiel 15 Prozent Kosten veranschlagt?

Die 2,25 Prozent Zinsen beziehen sich nur auf den Teil des Beitrags, der nach Abzug der Kosten von – in diesem Fall – 15 Prozent übrig bleibt. Die garantierte Rendite auf den Gesamtbeitrag liegt deshalb klar unter 2,25 Prozent.

Ob der Kunde dennoch eine gute oder wenigstens akzeptable Rendite erreicht, hängt davon ab, ob der Versicherer mit weniger Kosten auskommt und ob er mit dem Geld der Kunden deutlich mehr als 2,25 Prozent am Kapitalmarkt erwirtschaftet.

Gibt es eine Altersbegrenzung für den Abschluss einer Riester-Rente?

Im Gesetz steht keine, aber viele Unternehmen lehnen Kunden ab, die Mitte 50 oder älter sind. Andere Anbieter verzichten jedoch auf eine Altersgrenze.

Gerade für Ältere lohnen sich Riester-Verträge durch die Förderung besonders stark im Vergleich zu rein privaten Geldanlagen. Banksparpläne sind für sie wegen der niedrigen Kosten und der sicheren Wertentwicklung am besten geeignet (siehe Tabelle Für jeden Spartyp der passende Riester-Vertrag).

Kann ein Kunde die volle Kinderzulage auch bekommen, wenn er für ein Kind nur für einen Teil des Jahres Kindergeld bekommen hat?

Ja. Es reicht, wenn der Kunde nur für einen einzigen Monat in dem Jahr Kindergeld bekommen hat, für das er die Kinderzulage beantragt.

Lohnt es sich für mich, einen Riester-Vertrag abzuschließen, wenn ich im Ruhestand ins Ausland ziehen will?

Ja. Es lohnt sich, obwohl ein Rentner mit Hauptwohnsitz im Ausland die Riester-Förderung zurückzahlen muss. Der Anbieter zweigt dann von jeder Rentenzahlung 15 Prozent ab, bis Steuervorteile und Zulagen zurückgezahlt sind. Die Zinserträge aus der Ansparphase werden jedoch nicht angetastet. Schon das macht die Sache rentabel.

Zusätzlich entfällt mit dem Umzug ins Ausland die Besteuerung der Riester-Rente in Deutschland.

Behält der Rentner einen Zweitwohnsitz in Deutschland, ändert sich nichts: Die Förderung bleibt erhalten, und die Rente muss voll versteuert werden.

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