Versicherer in der Finanz­krise: 2008 war für die Branche kein gutes Jahr

Die Finanz­krise trifft auch die Geld­anlagen der Versicherer. Doch anhand der Geschäfts­berichte aus dem Jahr 2008 konnte Finanztest fest­stellen, dass alle im Test bewerteten Versicherer ihren Verpflichtungen nach­kommen.

Nicht alle haben allerdings die Wert­verluste verbucht, die ihre Geld­anlagen 2008 erlitten haben. Die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungen (Bafin) erlaubte ihnen, in größerem Umfang als bisher, Verluste nicht abzu­schreiben. Manche Versicherer listen Geld­anlagen, die an Wert verloren haben, noch mit dem höheren Buch­wert aus besseren Zeiten auf. In unserem Test führt das dazu, dass wir den Anla­geerfolg der „guten“ Versicherer wie Asstel und CosmosDirekt für 2008 positiver bewerten, als er in Wirk­lich­keit ist, da wir uns auf die Geschäfts­berichte stützen.

Der Unterschied zwischen Markt­wert und Buch­wert der Geld­anlage muss sich nicht negativ auswirken, wenn die Versicherer genug Eigen­mittel haben. Die Gesell­schaften gehen davon aus, dass die Markt­werte sich bald erholen.

Kontrolle durch die Behörde

Um ihre Zusagen für den Garan­tiezins und die bereits zugeteilten Über­schüsse einhalten zu können, müssen die Versicherer strikte Richt­linien für ihre Kapital­anlage befolgen. Sie dürfen maximal 35 Prozent des Kundengeldes in riskante Anlagen stecken. Zurzeit beträgt die Aktienquote bei deutschen Lebens­versicherern rund 7 Prozent. Die Bafin kontrolliert, ob sich Versicherer an die Vorgaben halten. In einem „Stress­test“ rechnet sie regel­mäßig Krisen­szenarien durch.

Geht trotz der Auflagen eine Gesell­schaft pleite, muss Protektor, die Sicherungs­einrichtung deutscher Lebens­versicherer, für die garan­tierten Leistungen bis Vertrags­ablauf einstehen. Sogar Über­schüsse können fließen.

Kunden können ihrem Versicherer so weit vertrauen, wie er ihnen Leistungen garan­tiert. Über­schüsse der Zukunft sind nicht garan­tiert und können trotz guter Prognose viel geringer ausfallen.

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