Immer weniger Versicherer bieten Riester-Renten­verträge mit einer sicheren Verzinsung an. Sie ist Garant für eine plan­bare Alters­vorsorge.

Da warens nur noch zehn. In unserem Test der klassischen Riester-Renten­versicherungen waren diesmal nur noch zehn Tarife und ausgerechnet der beste, ein Angebot der HanseMerkur24, wird seit 1. September nicht mehr angeboten. Die neun anderen schnitten nur befriedigend ab, keines gut (Test­ergeb­nisse Riester-Rentenversicherung). Vor fünf Jahren waren 29 Angebote im Test, vor zwei Jahren immerhin noch 23 Tarife – darunter vier gute. Was ist in der Zwischen­zeit passiert? Der Markt hat sich rasant verändert. Immer weniger Versicherer bieten die klassische Riester-Rente noch an. „Klassisch“ heißt, die Unternehmen investieren nach festen Vorschriften vorwiegend in sichere Anlagen.

Ihr Problem: So können viele Gesell­schaften nicht einmal mehr die einge­zahlten Beiträge ihrer Kunden garan­tieren (Test Rentenversicherung, Finanztest 4/2017). Bei der Riester-Rente ist dies jedoch gesetzlich vorgeschrieben: Eigenbeiträge und staatliche Zulagen müssen garan­tiert sein. Und: Bei der klassischen Variante der Riester-Rente bekommt der Kunde einen Garan­tiezins, und kennt seine Mindest­rente bereits bei Vertrags­schluss. Dies gibt ihm Planungs­sicherheit fürs Alter.

Unternehmen wie Alte Leipziger, CosmosDirekt, Ergo, Gothaer, Nürn­berger, Signal Iduna, Württem­bergische haben gar keine klassische Riester-Rente mehr im Angebot. Andere, wie Axa, Debeka, R+V, Stutt­garter und Volks­wohl Bund machen neue Angebote mit weniger Sicherheit (Neue Angebote der Versicherer). Markt­führer Allianz fährt zweigleisig: Deutsch­lands größter Versicherer bietet sowohl ein klassisches Produkt an („Klassik“) als auch eines mit abge­senkten Garan­tien („Perspektive“).

DEVK, DEVK Eisenbahn, Familien­fürsorge, Itzehoer, LVM, Targo und VGH bieten klassische Tarife an, haben uns jedoch keine Daten geliefert. Obwohl die Riester-Rente mit viel Geld vom Staat gefördert wird, wollen sich einige Unternehmen nicht in die Karten gucken lassen. Grund genug für Kunden, dort keinen Vertrag abzu­schließen.

Unser Modell­kunde erhält für seine eigenen Beiträge bei Vertrags­schluss eine Zusage für eine Monats­rente zwischen 98 Euro und 106 Euro. Über­schüsse können die Rente erhöhen. Sie sind aber ungewiss und können sogar ganz wegfallen. Sicher ist dagegen ein Rentenplus durch die staatlichen Zulagen. Doch weil die Anbieter die Zulagen nach unterschiedlichen Kriterien für die Rentenbe­rechnung berück­sichtigen, haben wir diesen Teil der Rente in der Tabelle nicht aufgeführt.

Unser Rat

Auswählen. Die Allianz steht mit ihrer klassischen Riester-Renten­versicherung in unserer Tabelle an erster Stelle, erreicht aber nur ein „Befriedigend“. Die dahinter platzierten Angebote von HanseMerkur und Huk24 schneiden im Prüf­punkt „Renten­zusage und Kosten“ als einzige gut ab.

Planen. Nur die garan­tierte Leistung der Renten­versicherung ist sicher. Planen Sie nur damit. Die zu Vertrags­beginn in Aussicht gestellte Über­schuss­beteiligung ist ungewiss.

Starten. Zahlen Sie bei Vertrags­schluss vor Jahres­ende 2017 einen vollen Jahres­beitrag ein. So sichern Sie sich die Förderung für das Jahr.

Nach­haltige Angebote. Allianz, Huk Coburg, Huk24 und R+V haben nach­haltige Ausschluss­kriterien für ihre Kapital­anlagen (Test Nachhaltig riestern, Finanztest 10/2017).

Laufende Verträge. Wenn Sie vor Jahren einen Vertrag abge­schlossen haben, behalten Sie ihn. Er ist viel besser als die aktuellen Angebote.

Alte Verträge noch gut verzinst

Im Vergleich zu den Renten­zusagen aus unseren vergangenen Tests sind die garan­tierten Mindest­renten in den Keller gerutscht. So bekommt unser Modell­kunde bei der Allianz für seine eigenen Beiträge 22 Prozent weniger Rente garan­tiert als derjenige, der dort vor fünf Jahren einen Vertrag abge­schlossen hat.

Der Garan­tiezins hat sich inner­halb von fünf Jahren fast halbiert, von 1,75 Prozent im Jahr 2012 auf 0,9 Prozent für heute neu abge­schlossene Verträge.

Um so bitterer sind die oft hohen Kosten. Zieht ein Versicherer dafür viel vom Beitrag ab, kann er bei Vertrags­beginn keine hohe Rente fest zusagen. Im Prüf­punkt „Renten­zusage und Kosten“ waren nur die Tarife von HanseMerkur und Huk24 gut. Als Finanztest-Qualitäts­urteil für alle Prüf­punkte konnten wir diese Note aber nicht vergeben.

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