Riester-Rente im Vergleich Test

Banken und Versicherer bieten kaum noch gute Riester-Verträge. Doch mit der richtigen Wahl und der Förderung bleibt Riester für viele attraktiv. Wir haben klassische Riester-Renten­versicherungen, Riester-Fonds­sparpläne und Riester-Fonds­policen untersucht und ordnen Ihnen ein, für wen sich riestern heute noch lohnt.

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TestRiester-Rente im Vergleich19.09.2017
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Riestern lohnt sich für viele immer noch

Warum testen wir die viel gescholtenen Riester-Produkte immer noch? Weil sich die Sache für den Sparer häufig trotzdem lohnt. Tatsache ist: Die gesetzliche Rente wird im Alter nicht für ein gutes Leben reichen. Fakt ist auch: Die Zinsen für sichere Geld­anlagen sind im Keller. Das merkt man auch bei der Riester-Rente. Doch hat Riestern einen großen Vorteil: Hier gibt es staatliche Zulagen und Steuererspar­nisse, die alleine schon für eine gewisse Rendite sorgen.

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Test­ergeb­nisse. Nach dem Frei­schalten erhalten Sie die Ergeb­nisse unserer Vergleiche von klassischen Riester-Renten­versicherungen, Riester-Fonds­sparplänen und Fonds­policen. Wir haben getestet, wie teuer die Verträge sind und wie viel Ertrag möglich ist.

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Förderung wird ab 2018 aufgestockt

Ab 2018 gibt es für jeden Riester-Sparer jähr­lich bis zu 175 Euro statt bisher 154 Euro Grund­zulage. Die Kinder­zulagen bleiben gleich: Pro Kind gibt es jähr­lich 300 Euro Kinder­zulage, solange der Sparer Kinder­geld bezieht. Wurde das Kind vor 2008 geboren, sind es nur 185 Euro. Voraus­setzung für die volle Förderung: Inklusive der Zulagen müssen 4 Prozent des renten­versicherungs­pflichtigen Einkommens des Vorjahres (bei Angestellten meist das Brutto­einkommen) in den Riester-Vertrag fließen, mindestens jedoch 60 Euro. Eine Mutter mit drei kleinen Kindern, die in Teil­zeit 15 000 Euro jähr­lich verdient, muss nur 60 Euro selber einzahlen und erhält drei mal 300 Euro Kinder­zulage plus 154 Euro Grund­zulage. Diese 1 054 Euro sollte sie nehmen, egal, wie auf Riester geschimpft wird.

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Verbesserungen für Gering­verdiener

Ebenfalls neu: Gering­verdiener können sich in Zukunft sicher sein, dass sich ihr Sparen im Alter auszahlt. Bisher war es so, dass Einkommen aus einer Riester-Rente auf die Grund­sicherung im Alter ange­rechnet wurde. Die Grund­sicherung bekommen Menschen, deren Rente nicht zum Leben reicht. Ab 2018 dürfen Rentner in Grund­sicherung 100 Euro monatlich aus einer zusätzlichen Alters­vorsorge behalten, von darüber hinaus­gehenden Einkünften 30 Prozent, höchs­tens jedoch bis zu 204,50 Euro. Dieser Betrag steigt jähr­lich.

Steuererspar­nisse für Besserverdienende attraktiv

Für Besserverdienende ohne oder mit nur einem Kind ist die Förderung über Steuererspar­nisse meist attraktiver als die Zulagen. Einzahlungen bis 2 100 Euro im Jahr erkennt das Finanz­amt als Sonder­ausgaben an. Ist die Steuerersparnis höher als die Zulagen, zahlt das Finanz­amt im Folge­jahr die Differenz aus. Die Steuerersparnis lohnt sich umso mehr, je höher der Steu­ersatz ist. Ein lediger Durch­schnitts­verdiener, der 35 000 Euro im Jahr 2016 verdient hat und 1 946 Euro plus 154 Euro Zulage in den Vertrag einge­zahlt hat, bekommt zusätzlich 326 Euro vom Finanz­amt erstattet. Hätte er 55 000 Euro verdient, hätte er 490 Euro bekommen. Ein Gutverdiener, der 70 000 Euro im Jahr verdient, bekommt satte 574 Euro erstattet.

Potentieller Konflikt: Kinder­zulage und Riester­vorteil

Schwierig wird die Berechnung der Förderung vor allem bei Familien mit Kindern, bei denen sowohl der Mann als auch die Frau riestern. Die Kinder­zulagen des einen Part­ners verhindern oft die Steuererspar­nisse des anderen. Hier lohnt es sich, die Förderung mit einem Steuerberater oder Experten in der Verbraucherzentrale durch­zusprechen.

Die nachgelagerte Besteuerung im Blick haben

Die Steuererklärung ist für die meisten Riester-Sparer ein Muss. Ohne die Förderung lohnt sich diese Vorsorgeform nicht. Das liegt daran, dass sich der Staat einen Teil der Förderung später zurück­holt. Im Alter müssen die Zahlungen aus der Riester-Rente voll versteuert werden. Diese „nachgelagerte Besteuerung“ ist meist vorteilhaft, da der persönliche Steu­ersatz in der Zeit der Rente meist nied­riger liegt als im Erwerbs­leben. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist Riester eher nicht die optimale Alters­vorsorge.

Riester-Förderung bekommt nicht jeder

Die Riester-Förderung bekommt allerdings nicht jeder. Direkten Förder­anspruch hat, wer in der gesetzlichen Renten­versicherung pflicht­versichert oder Beamter ist. „Mittel­bar förderberechtigt“ sind diejenigen, auf die diese Kriterien zwar nicht zutreffen, die aber mit einem pflicht­versicherten Riester-Sparer verheiratet oder verpart­nert sind. Sie müssen nur 60 Euro einzahlen und können die volle Förderung bekommen.

Riester-Rente mit engem Korsett

Die Riester-Rente ist unflexibel. Sie ist auf eine monatliche Rentenzahlung im Alter ausgelegt, da sie die gesetzliche Rente ergänzen soll. Zwar darf sich der Neurentner bis zu 30 Prozent des Vertrags­guthabens auszahlen lassen, mehr jedoch nicht. Wer seinen Vertrag vorher kündigt, muss Zulagen und Steuererspar­nisse zurück­zahlen. Nach Abzug der Kosten des Anbieters führt das oft zu Verlusten.

Wer lange lebt, hat viel von Riester

Oft hört man auch, Riestern lohne sich nur, wenn man sehr alt wird. Das stimmt: Die Riester-Rente ist, wie alle Renten­versicherungen, eine Absicherung des „Lang­lebig­keits­risikos“. So nennen Versicherungs­mathematiker den schönen Umstand, dass ein Mensch auch länger leben kann, als erwartet. Tatsäch­lich werden wir immer älter und bleiben länger fit – da sollte uns doch nicht das Geld ausgehen. Davor schützt eine Riester-Rente. Sie fließt weiter, selbst wenn der Versicherte 100 Jahre alt wird. Dann hat er ein gutes Geschäft gemacht. Stirbt er dagegen mit 75, hat sich die Riester-Rente für ihn nicht gelohnt.

Sicherheit durch Riester-Garantie

Wegen ihrer besonderen Sicherheit kann man die Formen der Riester-Rente schlecht mit Formen der reinen Geld­anlage, zum Beispiel einem Fonds­sparplan, vergleichen. Betrachtet man nur die Rendite, ist ein Sparplan mit Aktienfonds meist viel besser gelaufen. Bei der Riester-Rente muss der Anbieter im Gegen­satz zum Fondsanbieter garan­tieren, dass zum Renten­beginn alle Beiträge des Sparers und alle Zulagen des Staates zur Verrentung vorhanden sind. Das klingt nicht schwierig, führt aber in der Null­zins­phase dazu, dass weniger Geld in rendite­starke und risikoreiche Geld­anlagen fließt. Beim Aktienfonds-Sparplan gibt es hingegen keine Garantie, dass in 30 Jahren mehr Geld drin­steckt als einge­zahlt wurde – auch wenn das sehr wahr­scheinlich ist.

Riestern mit gutem Gewissen

Wir haben nicht nur getestet, wie teuer die Riester-Verträge sind und wie viel Ertrag möglich ist. Gemein­sam mit der Verbraucherzentrale Bremen haben wir uns auch angeschaut, ob die Riester-Anbieter ethische und ökologische Aspekte berück­sichtigen (zum kostenlosen Vergleich ethisch-ökologischer Riester-Angebote).

* Nutzer­kommentare, die vor dem 19. September 2017 an diesem Thema gepostet wurden, beziehen sich auf die Vorgänger-Unter­suchung, die am 15. September 2015 an dieser Stelle erschienen ist.

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