Beispiel: Hohe Abschluss- und Vertriebs­kosten

Problem

Riester-Rente Special

Der Makler ihrer Eltern hat Claudia Fischer vor vier Jahren zu einer fonds­gebundenen Riester-Renten­versicherung geraten. Ein Viertel ihres Beitrags geht jetzt für Kosten drauf. Die Erzieherin über­legt, ob sie kündigen soll.

Lösung

Davon raten wir ab. Jetzt kündigen hieße: Außer Spesen nichts gewesen. Fischer bekäme weniger raus, als sie einge­zahlt hat. Denn die Garantie der Einzahlungen gilt erst bei Laufzeit­ende. Riester-Anbieter müssen ihre Abschluss- und Vertriebs­kosten nicht auf die Lauf­zeit verteilen, sondern können sie komplett in den ersten fünf Jahren von den Sparbeiträgen abziehen. Gerade Renten­policen sind oft teuer und werden bei einer vorzeitigen Kündigung in den ersten Jahren zum Verlust­geschäft. Hinzu kommt, dass Fischer bei einer Kündigung die Förderung zurück­zahlen müsste. Statt zu kündigen, könnte sie den Vertrag ruhenlassen. Die monatliche Rate könnte sie in einen Riester-Fonds­sparplan investieren. Da sie noch jung ist, kommt das für sie infrage. Wenn sie später in Wohn­eigentum investieren möchte, sind auch Riester-Bank­sparpläne oder Riester-Bauspar­verträge Alternativen. Oder sie zahlt noch einige Jahre weiter ein, bis der Vertrag im Plus ist. Wichtig ist, in der Zwischen­zeit so viel wie möglich aus der Fonds­police zu machen und auf die richtigen Fonds zu setzen. Mehr dazu finden Sie im Test Riester-Fondspolicen, Finanztest 4/2014.

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