Riester-Rente Test

Die Riester-Rente wird immer besser, weil immer mehr Beitrag gefördert wird. Wer rasch einsteigt, sichert sich die Förderung für 2005. Finanztest nennt die besten Rentenversicherungen, Banksparpläne und Fonds.

Die Riester-Rente ist für fast jeden, der sie kriegen kann, das richtige Produkt. Wir haben mit Menschen gesprochen, die eine Riester-Rente haben oder abschließen wollen – mit Bernd Miller, Jan Heinrich Wilheine, Ulrike Kretschmer, Felicita Imminger und vielen anderen. Einige haben Probleme mit ihrem Anbieter oder der ­Suche nach dem richtigen Angebot. Doch die meisten sind zufrieden.

Riester-Angebote gibt es bei Banken, Versicherungsunternehmen und Fondsgesellschaften. Wir haben diesmal alle drei Produktgruppen gleichzeitig geprüft. Die besten Rentenversicherungen, Banksparpläne und Fonds à la Riester sind auf den folgenden Seiten aufgeführt.

Mehr Abschlüsse

Im Jahr 2005 können Sparer bis zu 1 050 Euro Beitrag inklusive der staatlichen Zulage in die Riester-Rente einzahlen und von der Steuer absetzen, 2006 sind bis zu 1 575 Euro drin. Je mehr sie sparen, desto mehr Rente kommt einmal heraus. Hohe Beiträge sind auch den Anbietern lieber. „Klein-Klein“ ist teuer, erst Masse lohnt.

Weil 2005 einige bürokratische Hürden fielen, ist „Riester“ für Kunden wie An­bieter jetzt leichter zu handhaben. Die Versicherer, die den größten Anteil in diesem noch unterentwickelten Markt haben, hatten im Frühjahr eine Riester-Offensive ausgerufen. „Wir haben bis Oktober schon sieben Mal mehr Verträge verkauft als im ganzen Jahr 2004“, erklärt Markus Schwarzer, Sprecher des Branchenriesen Allianz Leben.

Bei den Banken heißt es, man brauche noch Geduld. Jede Neuheit werde erst nach einer Zeit im breiten Markt akzeptiert. „Für eine Anlageentscheidung sind Erfahrung und Vertrauen wichtig. Dass jeder fünfte Förderberechtigte schon ein Riester-Produkt hat, ist ein Start, der sich sehen lassen kann“, meint Michaela Roth vom Sparkassen- und Giroverband.

Zurückhaltender sind die Fondsgesellschaften. „Das Geschäft entwickelt sich auf sehr niedrigem Niveau“, sagt Carsten ­Krüger, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Investmentgesellschaften (BVI).

Doch gerade hier finden sich einige Perlen für Riester-Sparer. So kann sich ein Sparer, der seit 2002 in die UniProfirente oder die DWS TopRente Dynamik einzahlt, bislang über eine durchschnittliche Wertentwicklung von mehr als 10 Prozent freuen. Darin ist die staatliche Förderung noch gar nicht berücksichtigt.

Unterschiedliche Kapitalanlage

Die Riester-Angebote unterscheiden sich vor allem bei den Kosten und der Art der Kapitalanlage. Stur konservativ, dafür gut berechenbar sind die Riester-Banksparpläne. Börseninvestments mit mehr oder weniger Aktienanteilen finden sich im überschaubaren Markt der Fondssparpläne.

Bei den Rentenversicherungen, für die sich viele Kunden entscheiden, gibt es die klassische Variante mit garantierter Mindestverzinsung und Überschüssen. Sie wird am stärksten verkauft. Wir nennen auf den folgenden Seiten kostengünstige Angebote mit guten Renditechancen.

Auch eine Mischung aus Rentenversicherung und Fondsinvestment ist möglich. Hier sinkt die garantierte Leistung aber teilweise auf den Erhalt des eingezahlten Geldes. Dafür können Kunden auf ­eine höhere Rendite hoffen.

Die Übersicht unten zeigt, welches Produkt wir wem empfehlen. Junge sollten Fonds bevorzugen, sofern sie nicht vorhaben, ihr Riester-Kapital zwischendurch zur Baufinanzierung zu verwenden.

Diese Möglichkeit steht jedem Riester-Sparer offen. Sie kann sich nach Finanztest-Berechnungen für manchen Häuslebauer lohnen. Ein Banksparplan mit seiner stetigen Aufwärtsbewegung wäre dann aber die bessere Grundlage.

Die Förderung

Die Riester-Förderung ist für alle Produkte gleich. Selbst wenn die Geldanlage ­keinerlei Wertentwicklung brächte – was unwahrscheinlich ist –, kann ein Sparer immer mit einem Plus rechnen (siehe ­Tabelle „Das ist jedem sicher“). Denn die eingezahlten Beiträge sind ihm sogar bei Fondsprodukten garantiert und die staatliche Förderung ebenso.

Die Kombination aus Zulagen und Steuerfreiheit der Beiträge bewirkt, dass ­alle von der Förderung profitieren, egal was sie verdienen. Am meisten lohnt sich „Riester“ wegen der Zulagen für Kinderreiche und wegen der steuerfreien Beiträge für Gutverdiener. Doch auch die anderen machen ein gutes Geschäft.

„Riestern“ können alle rentenversicherungspflichtigen Angestellten und Beamten. Arbeitslose erhalten die Förderung, wenn sie Arbeitslosengeld beziehen. Für alle gilt das auch in einer Elternzeit.

Ehepartner Förderberechtigter dürfen Riester-Verträge als „indirekt Förderberechtigte“ abschließen. Der direkt berechtigte Partner muss aber ebenfalls einen Vertrag haben.

Indirekt Förderberechtigte bekommen Zulagen, können aber keinen eigenen ­Anspruch auf steuerfreie Beiträge erheben. Überschreiten die Beiträge der Partner aber zusammen nicht den geförderten Höchstbeitrag (2005: 1 050 Euro), wird die Summe über die Steuererklärung dennoch rückwirkend steuerfrei.

Jeder Berechtigte kann jederzeit eine Riester-Rente beginnen. Dafür muss er sich für eine Vertragsart und einen bestimmten Anbieter entscheiden. Auf lange Sicht greift er noch jede Menge Unterstützung ab. Vielleicht stützen irgendwann statt der bisher nur rund 5 doch 25 Millionen Menschen ihre zusätzliche Altersvorsorge auf dieses attraktive Angebot.

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