Im ersten Jahr bleibt oft nichts übrig

Riester-Rente Test

Bernd Miller fand anfangs die Kosten für seinen Riester-Fondssparplan unverhältnismäßig hoch. Mittlerweile kann er sich aber mit der guten Wertentwicklung trösten.

Fondssparpläne sind vergleichsweise gut zu verfolgen. Dennoch tun sich viele Sparer mit der Jahresabrechnung schwer.

Fondssparpläne haben ihre eigenen ­Gesetze – auch die Verträge im Riester-Gewand. Finanztest-Leser Bernd Miller staunte nicht schlecht, als er nach ­einem Jahr Sparen in die UniProfiRente seinen ersten Depotauszug in Händen hielt. Statt der erhofften Wertsteigerung hatte er Miese gemacht – trotz eines Kursgewinns der Fondsanteile.

Wie der 50-jährige Schwabe, so ärgern sich viele Riester-Sparer darüber, dass ­ihre Zusatzrente zunächst vor allem eins produziert: Kosten. Dabei sind Fonds-sparpläne im Vergleich zu Riester-Versicherungen sehr günstig.

Man tut den Sparplänen Unrecht, wenn man sie an der ersten Abrechnung misst. Anfangs schlagen die Kosten so stark durch, dass nur in günstigen Fällen eine nennenswerte Verzinsung bleibt. Die Ausgabeaufschläge fressen schon mal bis zu 5 Prozent der Beiträge auf. Auch ­Depotgebühren können das Gesparte in den ersten Jahren empfindlich mindern.

Das ändert sich mit den Jahren völlig. Mit der Zahl der Fondsanteile im Depot wächst das Kapital, für das keine weiteren Kosten mehr anfallen. Ein Ausgabeaufschlag ist schließlich immer nur für die neu gekauften Anteile fällig.

So lange die Aktienmärkte langfristig nach oben gehen, gewinnt ein Fondssparplan immer stärker an Fahrt. Die Kosten spielen eine immer geringere ­Rolle. Depotgebühren von 10 Euro ­lassen eine Sparsumme von 500 Euro um 2 Prozent schrumpfen. Bei 20 000 Euro sind es dann nur noch 0,05 Prozent.

Auch Bernd Miller sieht die Kostenbelastung seines Vertrags inzwischen gelassener. Wie seine Gesellschaft die Depotgebühren abrechnet, ist ihm aber nach wie vor ein Dorn im Auge. „Warum ­begleicht man die Depotgebühren durch den Verkauf von Fondsanteilen, die erst kurz vorher erworben worden sind?“

Union Investment sieht jedoch, ebenso wie die anderen Gesellschaften, keine Alternative zu diesem standardisierten Vorgehen. Der Aufwand für ein zusätzliches Lastschriftverfahren sei einfach zu groß.

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