Nicht alle Riester-Anbieter machen weiter

Riester-Rente Test

Günter Pees schloss 2002 einen ­Riester-Vertrag bei der Berlinischen Leben ab. Jetzt wird der angestellte Unternehmensberater „recht unfreiwillig“ den Anbieter wechseln.

Einige Banken, Fondsgesellschaften und Versicherer ziehen sich aus dem Riester-Geschäft zurück – zu teuer, zu wenig Ertrag.

Viele Banken, einige Fondsgesellschaften und Versicherer haben von vornherein keine Riester-Angebote auf den Markt gebracht. Es war ihnen wohl nicht rentabel genug. Nun geben auch noch mehrere Anbieter das Geschäft wieder auf.

Fondsgesellschaften und Banken

Von den Fondsgesellschaften machen Activest und Adig nicht mehr weiter, ­­sodass jetzt nur noch sechs Riester-Fondssparpläne offerieren. Wir raten den Riester-Kunden von Adig und Activest zu wechseln. Sie sollten sich ausrechnen lassen, wie viel Kapital sie beim Ausstieg mitbekämen. Auf dieser Basis erbitten ­sie beispielsweise Angebote von Union oder der DWS (siehe „Mit Aktien weit vorn“).

Von den mehreren Tausend deutschen Kreditinstituten haben sich höchstens 150 im Riester-Markt versucht, und nur Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken. Die Privatbanken haben gar nicht angefangen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es weniger Anbieter (siehe Tabelle „Umlaufrendite“). Bankkunden mit gutem Riester-Banksparplan sollten ihn keinesfalls aufgeben, weil ihr Kreditinstitut das Produkt neuen Kunden nicht mehr anbietet.

Delta Lloyd will ganz raus

Auch bei den Versicherern gibt es Aussteiger. Mamax, Süddeutsche und Volksfürsorge nehmen derzeit keine neuen Riester-Kunden bei klassischen Varianten. Die zur Delta-Lloyd-Gruppe gehörende Berlinische Leben will sogar ihre Riester-Verträge an die Karlsruher Versicherung loswerden. Dafür verzichtet sie – aber nur bis Ende 2005 – auf 100 Euro Wechselkosten. Kunden, die woanders- hin wollten, müssten auch nichts zahlen, versicherte ein Sprecher.

In unserem ersten Test von Riester-Rentenversicherungen 2002 hatte die Berlinische Leben mit ihrer zu einem geringen Teil fondsgestützten „Aufbau-Rente“ je nach Modellfall „gut“ bis „sehr gut“ abgeschnitten. Das Geschäft sei aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben, so der Sprecher. Die Verwaltung der wenigen Verträge sei teuer, was sich in der Gewinnbeteiligung niederschlagen werde. Zahlen nennt das Unternehmen nicht.

Wir empfehlen Kunden zu gehen. Da die Abschlusskosten dort über die Laufzeit verteilt wurden, ist der Verlust gering. Kunden sollten das Angebot der Karlsruher mit anderen vergleichen. Maßstab ist die garantierte Rente. Günstige klassische Rentenversicherungen zeigt die ­Tabelle „Günstige Riester-Rentenversicherungen“. Auch Fonds- oder Banksparpläne kommen infrage.

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