Riester-Rente

Neben­rolle für Deka, DWS und Fairriester

13.09.2021

Beim Riester-Fonds der DWS störten Leser die vielen Umschichtungen. Schlimmer traf es aber Anleger, die bei fairriester investiert haben.

Inhalt

Deka, die Fonds­gesell­schaft der ­Sparkassen, und die DWS von der Deutschen Bank spielen bei Riester-Sparplänen nur eine Neben­rolle am Markt. Seit 1. Juli 2021 bietet die DWS keine neuen Verträge mehr an. Nur 22 Lese­rinnen und Leser reichten ihre Stand­mitteilungen mit Stand zum 31. Dezember 2020 ein. Wegen der geringen Zahl wären die Ergeb­nisse einer Analyse wenig aussagekräftig. Die ­Aktienquoten lagen zwischen 1 und 51 Prozent. Entsprechend dürftig waren die erzielten Wert­zuwächse. Die ­Aktienmärkte haben sich im selben Zeitraum weit besser entwickelt.

Kritik an zu vielen Umschichtungen

Beispielhaft schrieb uns ein Leser in ­einem Online­kommentar zu seinem Sparplan, der DWS Top­Rente Dynamic: „Die Umschichtungen in (vermeintlich) sicherere Rentenfonds gehen meines Erachtens voll zu Lasten der Rendite­möglich­keiten mit den möglichen ­Aktions­fonds der DWS.“ Als bisherige Gesamt­rendite hat er 2,28 Prozent pro Jahr errechnet. „Und das bei einer Lauf­zeit seit Dezember 2007“, fügt er hinzu.

Wir können diese Rechnung zwar nicht über­prüfen, aber bei einigen der uns vorliegenden DWS-Verträge sieht es kaum besser aus.

Fairriester floppte im Crash

Von der Sutor Bank aus Hamburg stammt der einzige Riester-Fonds­sparplan, der nicht mit aktiv gemanagten Fonds arbeitet, sondern mit börsen­gehandelten Anla­geklassen- oder ­Indexfonds, sogenannten ETF ­(Exchange Traded Funds). Die Vorteile: Die Kosten sind nied­rig und Spare­rinnen und Sparer wissen bei einem Index ­genau, was sie kaufen.

Ursprüng­lich hieß das Angebot Fair­riester, seit einiger Zeit ETF-Riester. Der Vertrieb lief über das Berliner Finanz­unternehmen Raisin, das wiederum hinter dem Anlageportal Weltsparen.de steht. Die Aktienquote des Sparplans hing, anders als bei anderen Riester-Fonds­sparplänen, von der Rest­lauf­zeit ab und wurde mit nahendem Renten­eintritt schritt­weise abge­senkt.

Cash statt Aktien nach dem Crash

Der Corona-Crash im Früh­jahr 2020 machte dem Konzept aber einen Strich durch die Rechnung. Aus allen Depots wurden die Aktienfonds verkauft, sodass das angesparte Kapital komplett in Barvermögen steckte. Diese ­Möglich­keit war gemäß der Anlage­bedingungen nicht vorgesehen.

Ein sach­kundiger Finanztest-Leser ­kommentierte das in seiner Antwort auf unseren Leser­aufruf so: „Ich hätte für eine partielle Reduzierung der Aktienquote noch ein gewisses Verständnis gehabt“, obwohl dies dem Ablauf­management des Sparplans wider­sprochen habe. Dort waren feste Aktienquoten vorgesehen. Der Leser verweist zudem darauf, dass die Fairr.de-­Geschäfts­führer bei Präsentationen ­immer wieder die lang­fristige Über­legenheit von Aktien­anlagen betont hätten.

Verluste blieben bei Kunden hängen

Ende 2020 wiesen zwei uns zugesandte Stand­mitteilungen Aktienquoten von 43 und 19 Prozent auf. Ende 2019 waren es in beiden Fällen noch 100 Prozent gewesen. Die Kurs­verluste durch den zwischen­zeitlichen Verkauf blieben bei den Kunden hängen. Ihr Kapital ist jetzt deutlich nied­riger, was sich auch auf die spätere Rentenhöhe auswirkt.

Neuabschluss nicht mehr möglich

Inzwischen hat die Sutor Bank den Vertrieb ihres Sparplans einge­stellt. ETF-Riester kann also nicht mehr neu abge­schlossen werden. In ihrer Begründung verweist die Bank auf das Zins­niveau, das keine attraktiven Riester-Angebote mehr zulasse. Für Bestands­kunden ­ändert sich erst mal nichts, sie können ihre Verträge weiterführen. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass die Sutor Bank den Sparplan irgend­wann durch ein neues Riester-Produkt ersetzt. Sie wartet auf eine Riester-Reform durch die Politik. Wenn es dazu kommt, wolle man die Rahmenbedingungen für ein attraktives Nach­folge­produkt prüfen, teilte sie Vertriebs­part­nern mit.

13.09.2021
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