Riester-Rente Meldung

Die Riester-Rente lohnt sich für jeden, der sie kriegen kann. Die wichtigsten Fragen unserer Leser zu den Details dieser staatlich geförderten Altersvorsorge beantworten wir hier.

Mit welchem Einkommen bin ich Geringverdiener und muss deshalb nur 60 Euro im Jahr selbst einzahlen?

Riester-Rente Meldung

Das hängt vor allem von der Zahl der staatlichen Zulagen ab, die Ihnen zustehen, ­also davon, wie viele Kinder Sie ­haben, für die Sie Kindergeld bekommen. Die Zulage wird ja auf Ihren Eigenanteil angerechnet. 2006 müssen Sie für die volle Förderung 3 Prozent Ihres Vorjahresbruttoeinkommens einzahlen. Die Zulagen werden abgezogen.

Eine Mutter von drei Kindern kann beispielsweise 528 Euro Zulagen bekommen, 114 Euro für sich, 138 Euro für jedes Kind. Verdiente sie im vergangenen Jahr 24 000 Euro, sind 3 Prozent davon 720 Euro. Da sie die Zulagen davon abziehen kann, muss sie nur 192 Euro selbst aufbringen. Hätte sie ein Einkommen von 19 600 Euro erzielt, würden ihr 60 Euro Eigenbeitrag für volle Zulagen reichen. Den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro müsste die Frau aber auch aufbringen, wenn sie noch weniger verdient hätte oder beispielsweise wegen Elternzeit nichts.

„Kann ich meinen Riester-Vertrag fort­führen, wenn ich mich selbstständig mache?“ (fragt Gerd Laake)

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Gerd Laake aus Oberhausen

Sobald Sie ganzjährig selbstständig sind, entfällt Ihre Förderberechtigung. Ist Ihre Ehefrau förderberechtigt und bespart einen Riester-Vertrag, können aber auch Sie weiter sparen.

Warum zieht mir das Finanzamt im Steuerbescheid meine Zulage wieder ab, wenn mir beides, Zulage und Steuerbefreiung, gewährt wird?

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Die Förderung besteht eigentlich in der Steuerbefreiung. Die Zulage gibt es, damit auch Geringverdiener gefördert werden, denn auch sie erhalten mindestens die Zulage. Zudem geht die Zulage unabhängig vom Zeitpunkt der Steuererklärung ein.

Was genau bedeutet „indirekt ­förderberechtigt“?

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Sie bekommen die Riester-Förderung nur, wenn Sie ein rentenversicherungspflichtiges Einkommen haben, Arbeitslosengeld erhalten oder es zumindest bei niedrigerem Vermögen oder niedrigeren Einkünfte ihres Partners erhalten würden, wenn Sie in Elternzeit oder wenn Sie Beamter sind. Anderenfalls gehören Sie nicht zu den Förderberechtigten. Sie sind aber „indirekt förderberechtigt“, wenn Ihrem Ehepartner die Förderung zusteht und er einen Riester-Vertrag für sich abschließt. Dann können auch Sie in einen geförderten Riester-Vertrag einzahlen. Steuerlich abziehen können Sie beide zusammen nur einmal den Höchstbeitrag von in diesem Jahr 1 575 Euro. Diesen Sparbeitrag abzüglich der Ihnen beiden zustehenden ­Zulagen können Sie sich teilen und Ihre Sparbeiträge jeweils danach ausrichten.

„Warum empfehlen Sie einen Banksparplan gerade für diejenigen, die später noch Häuslebauer werden wollen?“ (fragt Kristjan Diehl)

Riester-Rente Meldung

Kristjan Diehl aus Wolfratshausen

Nur mit einem Riester-Banksparplan ist der Sparer von Anfang an im Plus. Die Kosten sind niedrig und eine Verzinsung ist sicher. Der Sparer kann gut kalkulieren, welche Summe ihm zur Verfügung stehen wird, wenn er später Kapital für eine Hausfinanzierung „aus­leihen“ will. Beim Fondssparplan kann durch Kursschwankungen zwischendrin auch einmal weniger Kapital im Topf sein. Bei Riester-Rentenversicherungen sind die Kosten besonders in den ersten Jahren meist höher, sodass zunächst weniger Kapital zur Verfügung steht.

Kann ich mit einem 400-Euro-Job förderberechtigt sein?

Ja, wenn Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber auf Ihre Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung verzichten. Dann müssen Sie zwar selbst dort bis zu 30 Euro im Monat einzahlen, um Ihre Rentenbeiträge auf den aktuellen Beitragssatz von 19,5 Prozent zu heben. Sie er­höhen damit aber Ihren Rentenanspruch und können dann auch die Förderung für einen Riester-Vertrag bekommen.

Der Arbeitgeber zahlt für Sie weiter ­monatlich 12 Prozent Rentenbeiträge an die Bundesknappschaft, bei 400 Euro also 48 Euro. Ab Juli 2006 soll diese Abgabe auf 15 Prozent steigen. Verzichten Sie auf Ihre Versicherungsfreiheit, müssen Sie dann nur noch 4,5 Prozent, bei 400 Euro also 18 Euro selbst zahlen. Für Minijobs in Privathaushalten soll die Änderung nicht gelten.

Zählt das Angesparte, wenn es um Elternunterhalt geht?

Nein. Und auch bei der Bedürftigkeitsprüfung für das Arbeitslosengeld II wird „Riester-Vermögen“ nicht angerechnet.

Gibt es eine Altersbegrenzung für den Abschluss einer Riester-Rente?

Im Gesetz steht keine drin, aber viele Anbieter lehnen Kunden ab, die Mitte 50 oder älter sind. Über die Hälfte der Anbieter von Banksparplänen im Test in der Dezember-Ausgabe von Finanztest 2005 verzichten jedoch auf eine Altersgrenze.

Gerade für Ältere lohnen sich Riester-Verträge durch die Förderung besonders stark im Vergleich zu rein privaten Geldanlagen. Banksparpläne sind für sie wegen der niedrigen Kosten und der sicheren Wertentwicklung am besten geeignet.

Lohnt es sich überhaupt zu ­„riestern“, wenn man den Lebensabend im Ausland verbringen will?

Ja. Es lohnt sich, obwohl ein Rentner mit Hauptwohnsitz im Ausland die Riester-Förderung zurückzahlen muss. Der Anbieter zweigt dann von jeder Rentenzahlung 15 Prozent für die Zulagenstelle ab, bis Steuervorteile und Zulagen zurückgezahlt sind. Die Zinserträge aus der Ansparphase werden jedoch nicht angetastet. Schon das macht die Sache rentabel.

Zusätzlich entfällt mit dem Umzug ins Ausland die Besteuerung der Riester-Rente in Deutschland. Behält der Rentner ­einen Zweitwohnsitz in Deutschland, ändert sich nichts: Die Förderung bleibt erhalten, und die Rente muss voll versteuert werden.

Wie haben Sie in der Dezember-Ausgabe 2005 die Mindestrenditen für den Fall errechnet, dass die Riester-Anlage null Ertrag schafft?

Bei Riester-Produkten muss zum Rentenbeginn mindestens der Eigenbeitrag des Sparers plus Zulagen vorhanden sein. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt für alle Produktarten, also auch für solche mit Fonds. Durch die Zulagen und diese Garantie ist dem Sparer immer ein Plus ­sicher, und häufig übersteigt sein Steuervorteil sogar die Zulagen. Beides haben wir in unserer Rechnung berücksichtigt.

Wie kann ich bei einer Riester-­Rentenversicherung auf eine garantierte Verzinsung von 2,75 Prozent von meinem Versicherer hoffen, wenn er 15 Prozent Kosten veranschlagt?

Die 2,75 Prozent Zins, die Ihnen der Ver­sicherer garantiert, beziehen sich nur auf den Teil Ihres Beitrags, der nach Abzug der Kosten von 15 Prozent übrig bleibt. Die garantierte Rendite auf den Gesamtbeitrag liegt klar unter 2,75 Prozent. Ob Sie bis Auszahlung dennoch eine akzeptable Beitragsrendite erreichen, hängt davon ab, ob Ihr Versicherer tatsächlich mit ­weniger Kosten auskommt und ob er ­außerdem eine deutlich höhere Rendite am Kapitalmarkt erwirtschaftet als 2,75 Prozent.

Warum wird bei Sparplänen die ­Lebenserwartung erst bei Umwandlung in eine Rente eingerechnet?

Beim Riester-Fondssparplan und beim Riester-Banksparplan geht es zunächst nur um das Ansparen von Kapital. Lebens­versicherer kalkulieren dagegen bei ihren Riester-Rentenversicherungen von Beginn an auf Basis von Sterbetafeln, welche ­Rente sie einem Sparer einmal zahlen.

Kunden mit einem Sparplan entscheiden erst bei Rentenbeginn, ob ihr Geld gleich in eine Rentenversicherung überführt wird oder ob sie die überwiegende Summe aus einem Auszahlplan beziehen und nur einen Teil des Kapitals für eine Rente ab 85 Jahren reservieren. Eine Rentenversicherung ist ab dann vorgeschrieben, weil nur hier die lebenslange Zahlung garantiert ist.

Falls der Riester-Sparer vor dem 85. Geburtstag stirbt, geht das Geld aus dem Auszahlplan an die Erben. Es bleibt also lange Zeit etwas für sie im Topf. Bei Rentenversicherungen lässt sich Ähnliches über eine sehr lange Rentengarantiezeit erreichen. Ohne eine solche Vereinbarung gehen die Erben hier aber leer aus.

Gibt es Unisex-Tarife nur bei Riester-Rentenversicherungen, nicht bei Fonds- und Banksparplänen?

Die seit 2006 vorgeschriebene Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei Riester-Produkten wirkt sich bei Fonds- und Banksparplänen erst aus, wenn in der Auszahlungsphase Kapital in eine Rentenversicherung fließt. Männer bekommen dann trotz ihrer geringeren Lebenserwartung nicht mehr Rente als Frauen.

In der Ansparphase war bei Fonds- und Banksparplänen das Geschlecht des Sparers schon immer ohne Belang. Das gilt auch für den Auszahlplan, der bis zum 85. Geburtstag möglich ist.

Für die ab 85 Jahren vorgeschriebene Rentenversicherung nannten mir Fondsanbieter Kosten zwischen 8 Prozent und 30 Prozent. Wie kommt das?

Diese Angaben sind noch nicht end­gültig, denn die Angebote – die Renten­versicherungen ab 85 Jahren – sind noch gar nicht fertig. Jeder Sparer kann im ­Übrigen die Karten zum Rentenbeginn neu mischen und den Anbieter wechseln.

Sollten sich junge Fondssparer nicht lieber mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung eine Rente nach aktueller Lebenserwartung sichern?

Wahrscheinlich wird ihnen das nichts nützen. Denn auch die Versicherer müssen eine steigende Lebenserwartung, die sie in ihrer Rentenkalkulation nicht berücksichtigt haben, bei ihren Auszahlungen irgendwie ausgleichen. Federn sie das durch eine geringere Überschussbeteiligung ab, bekommt der Sparer auch mit einer Fondspolice von heute weniger Rente, wenn die Lebenserwartung steigt.

Wichtiger für die Auswahl eines An­gebots ist die Qualität der Fonds.

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