Riester-Rente: Fondssparpläne: Zwischen Risiko und Rendite

Manche Fondssparpläne à la Riester machen hohe Renditen möglich. Offensive Sparpläne mit hohem Aktienanteil sind aber nur für jüngere Sparer geeignet.

Riester-Fonds sind rar: Ganze sechs Anbieter haben sich auf den Markt gewagt. Die Produkte stecken noch in den Kinderschuhen. Die Modelle sind zwar bis zum Ende der Ansparphase durchgerechnet. Wie die Auszahlung aussehen soll, ist aber unklar.

Welche Chance die Kunden auf eine hohe Rendite haben, hängt vor allem von der Mischung aus Aktien, Renten, Immobilien und anderen Anlagen im jeweiligen Produkt ab. Mit den Chancen steigt auch das Risiko, durch Turbulenzen an den Aktienmärkten am Ende nur mit den Einzahlungen dazustehen – diese sind gesetzlich garantiert.

Das Alter ist meist entscheidend

Die Adig investiert einen Teil der Einzahlungen in Rentenlaufzeitfonds. Das restliche Geld kann der Sparer in zwei unterschiedliche Aktienfonds oder in einen Mischfonds mit Aktien und Zinspapieren einzahlen. Während die BHW mit einem Mischfonds auf ein einziges Produkt vertraut, verteilt die Union die Einzahlungen je nach Marktlage in einen Aktien- und einen Rentenfonds.

Mit dit, Hansainvest und Adig setzen drei der sechs Anbieter auf eine zeitliche Staffelung der Anlagegewichtung: je länger der Anlagehorizont, desto höher der Aktienanteil. Bei der Zusammensetzung ihrer Fondsanteile aus Aktien- und Zinspapieren orientieren sie sich an der Restlaufzeit der Verträge oder am Alter der Sparer.

Die offensivsten Varianten haben die Anbieter für junge Anleger entwickelt: Wer 30 Jahre alt ist und den Vertrag später weder beleihen noch wechseln will, fährt mit hohem Aktienanteil am besten. Das bringt die höchste Rendite, das Risiko hält sich in Grenzen. Während der langen Laufzeit können Kursschwankungen ausgeglichen werden.

Bei DWS und Union sind 100-prozentige Aktienquoten möglich. Auch dit, Adig und Hansainvest haben für diese Ansparphase hohe Aktienanteile in ihren Fonds vorgesehen.

Für 30-Jährige, die nicht wissen, ob sie vorher aus dem Vertrag ausscheiden werden, bietet sich das defensive Angebot der DWS an, das eigentlich für viel Ältere gedacht ist: Auch junge Sparer können die Variante ohne Aktienfonds wählen.

Doch solche flexiblen Lösungen, die dem Sparer die Wahl zwischen offensiven und defensiven Varianten lassen, sind die Ausnahme. Die Kunden haben nur geringe Gestaltungsmöglichkeiten.

Vor allem die Modelle von Adig, Hansa und BHW sind wenig flexibel. Sie schließen auch schnelle Reaktionen auf eine sich verändernde Lage am Aktienmarkt aus. So ist bei der Hansa festgelegt, wann der Anleger in welchen Fonds investiert, und die BHW hat nur ein Produkt für alle Sparer. Wie und wann umgeschichtet wird, entscheidet oft die Fondsgesellschaft: Die Adig schichtet systematisch je nach Fonds in den letzten drei bis fünf Jahren vor Rentenbeginn in risikoärmere Fonds um.

Für 40-Jährige lässt sich nur die Union die Möglichkeit offen, 100 Prozent in Aktienfonds zu investieren. Dabei ist das bei einer Anlage von 20 bis 25 Jahren für risikobereite Anleger akzeptabel.

Wer auf der sicheren Seite bleiben möchte, setzt besser auf ausgewogene Mischungen. Die Einzahlungen werden in sichere Anlagen und in Aktien angelegt. Das verspricht immer noch eine ordentliche Rendite – bei geringem Risiko. So legt die DWS mit ihrer Top Rente Balance das Geld für 40- bis 49-Jährige bis zu 60 Prozent in Aktien an.

Für 55-Jährige empfehlen sich die defensiven Angebote – kurz vor der Auszahlung sollte die Sicherung des angesparten Geldes im Vordergrund stehen. Doch auch für Risikofreudige in diesem Alter gibt es Möglichkeiten: Die Union bietet noch kurz vor der Auszahlung eine Variante mit hohem Aktienanteil an.

Kosten drücken die Rendite

Neben der Fondsmischung wirken sich Ausgabeaufschläge, Managementvergütungen und Depotgebühren auf die Rendite aus. So haben die dit- und BHW-Modelle für 55-Jährige vor Kosten eine Renditeerwartung von 7,6 Prozent. Nach Kosten bleiben bei dit davon 6 Prozent übrig – bei BHW nur 4,8 Prozent. Nur die staatlichen Zulagen steigern die Rendite noch.

Trotz der wenigen Anbieter ist das Spektrum bei den Riester-Fonds groß. Es gibt aber keinen Grund zur Eile, da weitere Angebote hinzukommen werden.

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