Riester-Rente: Banksparpläne: Magere Auswahl

Riester-Sparer können nur zwischen wenigen Bankspar­plänen wählen. Faire Zinsregelungen sind selten.

Rund 3 200 der 3 500 zertifizierten Riester-Produkte sind Banksparpläne. Doch von einem vielfältigen Angebot kann keine Rede sein. Von den größeren Privatbanken hat sich keine einen Riester-Banksparplan genehmigen lassen. Bei den zertifizierten Verträgen handelt es sich fast durchweg um die vier Musterverträge des Sparkassenverbandes (S-VorsorgePlus) und die drei Musterverträge des Verbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (VR-RentePlus). Diese haben sich viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken zerti­fizieren lassen – lediglich versehen mit eigenen Zertifizierungsnummern.

Nur ein Bruchteil dieser Banksparpläne wird tatsächlich angeboten. So haben die 15 Sparda-Banken zusammen 37 Zertifikate erhalten. Doch bislang kann kein Sparda-Kunde solche Verträge abschließen. Die Berliner Sparkasse hat sich vier Zertifikate besorgt, ein Angebot ist derzeit nicht einmal geplant. Sparer können daher meist schon froh sein, wenn sie vor Ort die Wahl zwischen zwei Angeboten haben.

Dabei können Banksparpläne eine sinnvolle Alternative zu den Fonds- und Versicherungsprodukten sein. Die Renditen sind nicht hoch. Doch dafür ist der Kapitalerhalt während der gesamten Laufzeit garantiert. Und der Sparer kann jederzeit mit stabilen Erträgen rechnen. Das ist ein Pluspunkt, falls er den Riester-Vertrag später zur Eigenheimfinanzierung benötigt oder er den Vertrag wechseln will. Auch für ältere Sparer, die bis zum Rentenbeginn nichts mehr riskieren sollten, sind Banksparpläne geeignet.

Hausbackene Sparpläne

Überwiegend handelt es sich bei den Angeboten um klassische Sparpläne, die lediglich an die Riester-Förderung angepasst wurden. Der Kunde erhält auf seine Einlagen einen variablen Basiszins, den die Bank während der Laufzeit jederzeit ändern kann. Dazu kommt meist nach einer Anlaufphase von fünf Jahren ein Bonus, der mit der Laufzeit steigt. Zu Rentenbeginn bessert mitunter noch ein Schlussbonus den Kontostand auf. Dann erhält der Sparer von der Bank ein Angebot, sein gespartes Kapital in eine Rente umzuwandeln.

Abschlusskosten fallen nicht an. Manche Institute verlangen aber jährliche Verwaltungskosten von 10 bis 30 Euro. Wechselt der Sparer den Vertrag, ziehen die Banken 25 bis 100 Euro ab.

Den Großteil ihrer Kosten rechnen die Institute in die Kalkulation des Zinssatzes ein. Die meisten Sparkassen und Genossenschaften bieten derzeit nur einen Basiszinssatz von weniger als 4 Prozent. Legt man die aktuellen Zinsen für die Zukunft zugrunde, ergeben sich selbst bei langen Laufzeiten nur mäßige Renditen, die selten über 5 Prozent liegen.

Zinsanpassung ungewiss

Die Chance des Banksparers liegt darin, dass die Kapitalmarktzinsen steigen und die Bank dann auch den Vertragszinssatz erhöht. Doch nur wenige Verträge legen klar fest, wann die Bank den Zinssatz erhöhen muss und wann sie berechtigt ist, den Zinssatz zu senken. Die ­Erfahrung mit variablen Sparzinsen zeigt: Zinssenkungen auf dem Kapitalmarkt geben Banken gerne sofort weiter. Von Zinserhöhungen profitieren Kunden dagegen nicht, nur verzögert oder nicht in vollem Umfang.

Ein faires Verfahren bieten dagegen einige Volks- und Raiffeisenbanken. Danach erhält der Sparer einen Zinssatz in Höhe der Umlaufrendite öffentlicher Anleihen abzüglich einer festen Marge. Jeweils zur Mitte eines Quartals wird der Vertragszinssatz angepasst. Das ist fair, transparent und bei niedrigem Abzug für den Sparer auch rentabel.

Spitzenkonditionen bietet etwa die Volksbank Wiesbaden. Der Zinssatz liegt während der Laufzeit stets nur einen halben Prozentpunkt unter der Umlaufrendite. Zurzeit bietet die Volksbank 4,3 Prozent – Tendenz steigend. Und die Aussichten sind nicht schlecht: Im Schnitt der letzten 20 Jahre betrug die Umlaufrendite 6,8 Prozent.

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