Ausgewählt, geprüft, bewertet

Wir haben für die meisten zertifizierten Angebote privater Rentenversicherungen die Kosten untersucht. Unterschieden haben wir, ob es sich um ein Produkt mit klassischem Überschusssystem, um ein klassisch geführtes Produkt mit Anlage der Überschüsse in Fonds oder um ein Produkt handelt, bei dem ein kleinerer Teil der Einzahlungen für den Beitragserhalt klassisch geführt wird, der Rest und die Überschussbeteiligung Investmentfonds zufließen.

Bei Angeboten mit Wahlmöglichkeit haben wir die verschiedenen Varianten einzeln betrachtet.

Kostenquoten

Die Kostenquote gibt unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Lebenserwartung an, wie viele Kosten in einem bestimmten Tarif und Vertrag insgesamt von den Beiträgen über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg abgezogen werden. Wir haben diese Quote im Rahmen unserer Kostenanalyse errechnet. Von Versicherungsgesellschaften wird sie üblicherweise nicht angegeben.

Falls ein Vertrag verschiedene Fondsarten zulässt, wurden die sich minimal und maximal ergebenden Kostenquoten und die entsprechenden Rentenhöhen berechnet und angegeben.

Modelle

Der Kostenanalyse haben wir drei Modelle zugrunde gelegt:

  • Modell 1: 55-jähriger Mann, Jahreseinkommen von 45 000 Euro, eine staatliche Zulage für sich selbst.
  • Modell 2: 40-jähriger Mann, Jahreseinkommen von 30 000 Euro, eine staatliche Zulage für sich selbst.
  • Modell 3: 30-jährige Frau ohne Einkommen, eigene Zulage plus zwei Kinderzulagen (eine noch für 15, eine für 20 Jahre). Solche Zulagenverträge werden nicht von allen Versicherern angeboten oder können voraussetzen, dass der Ehepartner dort seinen Riester-Vertrag führt.

Für jedes Modell haben wir den Vertragsverlauf unter Annahme der vertragsindividuellen Kosten modelliert. Dazu haben wir jeweils vorausgesetzt, dass beim Tod in der Ansparphase das angesparte Kapital zur Verfügung steht und für den Tod in der Rentenbezugszeit eine Rentengarantie von zehn Jahren vereinbart ist. Wir haben angenommen, dass das angesparte Kapital in der Rentenbezugszeit klassisch angelegt wird. Ausgehend von der durchschnittlichen Lebenserwartung und Sterblichkeit der Versicherten wurde die Todesfallwahrscheinlichkeit eingerechnet.

Voraussichtliche Rentenhöhe

Um einen Hinweis auf die mögliche Leistung eines Versicherers in einem bestimmten Tarif zu geben, haben wir Rentenhöhen berechnet. Sie ergeben sich unter Berücksichtigung der Kosten aus dem zu Rentenbeginn angesparten Kapital. Die Rentenzahlung wird als konstant angenommen. Bei anderer Auszahlungsart (z. B. dynamisch) kann die Rente höher oder niedriger sein. Inflation ist nicht eingerechnet. Für Modell 1 und 2 sind zusätzlich zur Rentenhöhe des Mannes diejenigen für eine Frau angegeben, für Modell 3 auch die Rentenhöhe für einen Mann. Die Kostenquoten für Frauen können von denen für Männer leicht abweichen.

Bei den Annahmen zur Verzinsung des Kapitals sind wir davon ausgegangen, dass das „klassisch“ geführte Kapital jährlich mit 6,5 Prozent verzinst wird. Aktienfonds mit 10 Prozent, Rentenfonds mit 7 Prozent, Immobilienfonds mit 6 Prozent und Geldmarktfonds mit 3 Prozent.

Entnahme von Kapital

In den beiden letzten Tabellenspalten sind die Kosten angegeben, die erhoben werden, wenn aus dem Vertrag für eine selbst genutzte Immobilie Kapital geliehen wird oder das Kapital auf einen anderen Altersvorsorgevertrag übertragen wird.

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