Das Rennen um die Riesterrente geht in die heiße Phase. Bis Jahresende müssen die Rentner von morgen ihren Vorsorgevertrag unterschrieben haben, wenn sie die Zuschüsse für dieses Jahr bekommen wollen. Das allerdings reicht auch. Bis Dezember ist Zeit, das Für und Wider abzuwägen. Angebote gibt es reichlich: Vom Banksparplan über die Vorsorge per Aktienfonds bis hin zu Versicherungspolicen reicht die Palette. Für jeden ist was dabei. Selbst wer schon kurz vor der Rente steht, kann sich mit den Zuschüssen vom Finanzamt noch schnell ein paar Mark Zusatzrente verschaffen. Finanztest sagt, welche Angebote für wen geeignet sind.

Rendite auf Staatskosten

Egal welcher Vertrag gewählt wird: Lukrativ ist die Riester-Rente schon allein wegen der Zuschüsse vom Staat. Noch dazu können Gutverdiener Extraförderung durch zusätzliche Steuerersparnis ergattern. Auf eine Förderquote von 30 Prozent kommen alle. Bei einem Alleinstehenden mit 10.000 Euro Bruttoverdienst pro Jahr und zwei Kindern gibt der Staat sogar 430 Prozent dazu. Mit anderen Worten: Zu jedem selbst investierten Euro kommen 4,30 vom Finanzamt. Das allein bringt eine satte Rendite.

Banksparpläne: Einfach, aber sicher

Die einfachste Form der Riester-Rente ist ein Banksparplan. Die Rendite ist bescheiden. Dafür wandern alle Raten sofort und ohne Abzüge für Kosten auf die hohe Kante. Das passt am besten, wenn nicht mehr viel Zeit zum Sparen ist oder wenn ein Teil des Geldes später noch zum Bauen benötigt wird. Einen Haken allerdings hat die Sache: Banksparpläne sind selten. Die Kreditinstitute zögern, ihre Angebote auf den Markt zu bringen. Die bislang viel versprechendsten Sparpläne fand Finanztest bei einzelnen Volks- und Raiffeisenbanken, die mit fest an die Umlaufrendite gekoppelten Zinsen locken. Bei den übrigen Anbietern allerdings haben die Banker bei den Basiszinsen freie Hand: Je nach Lust und Laune der Manager gibts mehr oder weniger Rendite für die Sparer.

Fondssparpläne: Chance mit Absicherung

Deutlich komplizierter sind Fondssparpläne. Mit herkömmlichen Fondsparplänen sind die Riester-Produkte nicht zu vergleichen. Grund: Die Anbieter müssen garantieren, dass bei Rentenbeginn zumindest das eingezahlte Kapital zur Verfügung steht. Besonders renditeträchtige Anlagestrategien sind damit wegen des Verlustrisikos ausgeschlossen. Zur Wahl stehen dennoch Fonds mit eher defensiver und eher offensiver Ausrichtung. Generell gilt: Offensive Strategien mit hohem Aktienanteil machen nur Sinn, wenn bis zur Rente noch genug Zeit ist und wenn das Geld nicht zwischendurch zum Bauen eingesetzt werden soll.

Versicherung: Varianten mit Sicherheit

Die klassische Altersvorsorge kommt von den Versicherungsgesellschaften. Auch bei der Riester-Rente mischen sie fleißig mit. Zusätzlich zur klassischen Rentenversicherungspolice haben sie Angebote mit zusätzlichen Renditechancen entwickelt. So werden bei manchen Angeboten gezielt die bis dato aufgelaufenen Überschüsse in Aktienfonds investiert. Bei anderen Policen werden gar die gesamten Kundengelder fondsorientiert angelegt, die nach Finanzierung der Kapitalerhaltsgarantie zur Verfügung stehen.

Kosten: Durchblick kaum möglich

Hauptmanko zahlreicher Riesterangebote: Was schon bei der Verwaltung der Kundengelder an Geld verloren geht, ist für den Kunden kaum zu ermitteln. Die Kosten werden so raffiniert in Bruchteile von Beitrag, angespartem Kapital oder Rentenzahlungen aufgeteilt, dass nur Finanzmathematiker die eine Police mit der anderen vergleichen können. In Heft 6/2002 und der kompletten und interaktiven Fassung der Untersuchung zur Riester-Rente erklärt Finanztest ausführlich, wo bei den verschiedenen Angeboten Chancen und Risiken liegen und sich hohe Kosten verbergen.

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