Die Riester-Rente lohnt sich nicht nur für kinderreiche ­Familien mit niedrigem Einkommen. Sie bringt den meisten Sparern hohe ­Renditen.

Riestern lohnt sich – das haben schon die Finanztest-Untersuchungen der Riester-Produkte im Sommer 2002 gezeigt. Wer im vergangenen Jahr dennoch keinen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, weil er an der Rentabilität dieser Form der privaten Altersversorgung zweifelte, kann sich mithilfe unserer beiden Tabellen auf Seite 80 vom Gegenteil überzeugen.

Sogar wenn das gewählte Riester-Produkt selbst kein bisschen Zins brächte und lediglich die Summe der eingezahlten Eigenbeiträge und Zulagen am Ende der Ansparphase zur Verfügung stünde, bringt die Förderung den meisten Riester-Sparern eine gute Verzinsung.

Die Tabelle „Rendite mit Riester“ zeigt, wie Zulagen und Steuervorteile die Rendite einer Geldanlage erhöhen. Bei der Berechnung sind wir von einer Anlagerendite des gewählten Produkts von 0 Prozent ausgegangen. Wir zeigen so die Förderrendite „pur“, also ohne Zinsen oder Kursgewinne. Sie allein liegt zwischen 1,7 und 9,6 Prozent.

Im Internet stellt Finanztest einen Renditerechner bereit, mit dem jeder die Förderrendite für das gewählte Produkt berechnen kann.

Generell gilt für das Riester-Sparen: 

  • Schon für Anleger ab 40 Jahren gibt es kaum eine rentable Alternative zum Riester-Sparen. Denn je älter der Anleger und damit je kürzer die Vertragslaufzeit ist, desto höher ist die Förderrendite. Für ein Ehepaar (beide rentenversicherungspflichtig) mit einem Kind und 50 000 Euro Jahreseinkommen beträgt sie bei einer Laufzeit von 15 Jahren 4,7 Prozent. Bei einer Laufzeit von 35 Jahren beträgt sie nur 1,9 Prozent.
  • Die Zahl der Kinder hebt die Rendite nur bei kleinem bis mittlerem Einkommen spürbar. Bei hohem Einkommen spielt sie kaum noch eine Rolle.
  • Für Kinderlose und für Sparer mit höherem Einkommen gilt in den meisten Fällen: Je mehr sie verdienen, desto höher fällt auch die Förderung aus.
  • Bei Verheirateten spielt es für die Höhe der Förderrendite in den meisten Fällen kaum eine Rolle, ob nur einer der Partner oder beide rentenversicherungspflichtig sind. Nur bei sehr niedrigem Einkommen und mindestens drei Kindern ist der Unterschied spürbar. Hier ist die Förderrendite niedriger, wenn beide Ehepartner rentenversicherungspflichtig sind.

Zulagen und Steuerersparnis tragen bei den meisten Riester-Sparern in großem Umfang zum Endguthaben bei, aus dem einmal ihre zusätzliche Altersversorgung gespeist wird (siehe Tabelle „Satter Anteil vom Staat“).

Bei einem Ehepaar (einer rentenversicherungspflichtig, Laufzeit 35 Jahre) mit drei Kindern und einem Jahreseinkommen von 50 000 Euro stammen rund 35 Prozent vom Staat. Ein Alleinstehender ohne Kinder, der 40 000 Euro verdient, bekommt sogar mehr als 36 Prozent seines Endguthabens durch Zulagen und Steuerersparnis. Unter 25 Prozent liegt die Förderquote in keinem Fall.

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