Betriebliche Altersvorsorge ohne Riester

Arbeitnehmer können Lohn in Beiträge für ihre Altersvorsorge umwandeln und so Steuern und Sozialabgaben sparen.

Arbeitnehmer können nicht nur mit der Riester-Förderung betriebliche Altersvorsorge betreiben. Sie können über ihren Chef auch Bruttolohn steuerfrei oder pauschal versteuert in die betriebliche Altersvorsorge investieren.

Ob das besser ist als die Riester-Förderung, hängt vom Einkommen, von der Zahl der Kinder und vom persönlichen Steuersatz ab. Arbeitnehmer sollten sich individuell ausrechnen, was ihnen mehr bringt. Hilfe bieten der Betriebsrat oder die Verbraucherzentralen.

Steuerfreie Entgeltumwandlung: Arbeitnehmer können in diesem Jahr bis zu 2 448 Euro ihres Entgelts (4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung) zum Beispiel in Beiträge für einen Pensionsfonds umwandeln, ohne vorher für dieses Einkommen Steuern zahlen zu müssen. Bis zu dieser Höhe sind bis 2008 auch keine Sozialabgaben fällig.

Bei der steuerfreien Entgeltumwandlung werden höhere Beiträge staatlich gefördert als bei jedem anderen Förderweg. Und der geförderte Höchstbeitrag steigt von Jahr zu Jahr, weil sich die Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung nach oben verschiebt. Allerdings ist die später ausgezahlte Rente steuerpflichtig.

Pauschal versteuerte Entgeltumwand­lung: Arbeitnehmer können bis zu 1 752 Euro ihres Entgelts im Jahr in Beiträge für eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse umwandeln. Sie müssen für diesen Teil ihres Einkommens dann statt ihres individuellen Steuersatzes lediglich pauschal 21,1 Prozent Steuern zahlen (einschließlich Solidaritätszuschlag).

In Gruppenverträgen können im Einzelfall sogar 2 148 Euro umgewandelt werden. Sofern die Beiträge aus Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld finanziert werden, bleiben sie bis 2008 sozialabgabenfrei. Das gilt aber nur für Beträge bis 1 752 Euro.

Der große Vorteil dieses Förderweges: Lässt sich ein Rentner das Endguthaben auf einen Schlag auszahlen, ist es steuerfrei, sofern der Vertrag eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren hat und der Sparer frühestens mit 60 Jahren über das Geld verfügen kann.

Erhält er stattdessen aus seinem Geld eine monatliche Rente, ist nur der so genannte Ertragsanteil steuerpflichtig, und der ist vergleichsweise gering. Geht jemand mit 65 Jahren in den Ruhestand, sind 27 Prozent seiner Betriebsrente steuerpflichtig.

Die pauschal versteuerte Entgeltumwandlung ist also vor allem für gut Verdienende attraktiv, die später auch hohe Altersbezüge haben. Denn sie haben in der Sparphase und in der Rentenphase Steuervorteile.

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