Sparen für später wird immer nötiger, will man sich im Alter nicht sehr einschränken. Die Riester-Rente ist trotz Kritik der beste Einstieg.

Riester-Rente Meldung

Brauchbare Informationen über die Kosten von Riester-Produkten hätte Margret Moje aus Waldkirch nahe Freiburg gern. Von ihrer Versicherungsgesellschaft bekommt die 60-jährige Krankenschwester solche Angaben bisher nicht.

Margret Moje aus Waldkirch im Breisgau sucht eine kostengünstige Riester-Rente. „Wo finde ich eine Liste der billigsten Anbieter?“, möchte die 60-jährige Krankenschwester von Finanztest wissen.

Wir empfehlen ihr unsere jüngsten Testergebnisse aus den Heften von Oktober bis Dezember 2009, die wir unter der Adresse www.test.de/riester zusammengestellt haben. Dort findet Margret Moje Banksparpläne, Fondssparpläne und Versicherungen mit Riester-Förderung, außerdem Informationen über die neuen Wohn-Riester-Verträge.

In unseren Tests berechnen wir die Kosten der Riester-Verträge, die ein Laie auf eigene Faust nicht durchschauen kann. „Die Riester-Rente ist wie Lotto“, schimpft Gerd Billen, Chef des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes (vzbv), weil viele Riester-Verträge teuer und gleichzeitig undurchsichtig sind.

Verbesserung soll kommen. Demnächst wird eine Studie zu den Kosten der staatlich geförderten Riester- und Rürup-Verträge vorliegen und mit den Anbietern diskutiert. Das Bundesfinanzministerium hat sie in Auftrag gegeben und sagt, Ziel sei eine für Kunden vergleichbare Kostenangabe.

Mangelnde Transparenz ist vor allem bei Versicherungsprodukten ein Problem, und das nicht nur bei den geförderten Angeboten. Die meisten Lebens- und Rentenversicherungen sind teuer, weil Vermittler mitverdienen. Interessenten sollen das nicht merken. Deshalb wird verschleiert. Die Wahrheit zeigt sich, wenn sich das Kundenkonto trotz steter Zahlungen in den ersten Jahren kaum füllt.

Hoher Renditevorteil bei Mini-Laufzeit

Die Riester-Förderung ist trotzdem gut. Außerdem gibt es sie ja nicht nur für die Riester-Versicherungen, sondern eben auch für Bank- und Fondssparpläne und neuerdings sogar Wohn-Riester-Verträge.

Bei vergleichbarer Wertentwicklung holen Sparer mit einem Riester-Produkt durch Zulagen und Steuervorteile mehr heraus als mit einer rein privaten Geldanlage. Das zeigt unser Renditevergleich.

In Verträgen mit kurzer Laufzeit von fünf Jahren ist der Unterschied besonders auffällig. Mit 7,5 Prozent Rendite nach Steuern pro Jahr kann der Riester-Sparer rechnen, wenn wir unterstellen, dass die Geldanlage ohne Förderung 3 Prozent vor Steuern bringt. Steckt er die gleiche Summe in einen ungeförderten Banksparplan, nimmt er netto nur 2,2 Prozent mit. Die private Rentenversicherung brächte ihm 1,8 Prozent.

Sehr lange Vertragslaufzeiten verringern den Abstand. Die Riester-Rente bleibt aber selbst nach 40 Jahren klar im Vorteil.

Nicht danebengreifen

Allerdings kann sich der Sparer viel mit einer schlechten Auswahl verderben. Wer vor drei oder vier Jahren eine Riester-Rentenversicherung mit Fondsinvestment abgeschlossen hat und jetzt den Anbieter wechselt, dürfte zum Beispiel enttäuscht sein: Wahrscheinlich ist bisher kaum Geld im Topf. Dafür hat der Vermittler zu viel bekommen, waren die Verwaltungskosten zu hoch, und Fondsverluste gab es auch noch.

Aus einem schlechten Riester-Vertrag aussteigen wäre aber falsch. Besser zahlt der Kunde nicht mehr weiter ein, sondern kassiert die Steuervorteile und Riester-Zulagen künftig mit einem besseren Vertrag. Der verlassene Anbieter muss das bisher Eingezahlte plus Zulagen dennoch zum Rentenbeginn für ihn bereithalten.

Diese Beitragszusage gilt für jedes Produkt. Auch ein Sparer, der mit der Entwicklung seines Riester-Fondssparplans oder seiner klassischen Riester-Rentenversicherung unzufrieden ist, kann diese Notbremse ziehen. Günstiger ist es natürlich, gleich richtig zu wählen.

Sichere Bank

Immer aufwärts geht es mit einem der kostengünstigen Riester-Banksparpläne. Abschlusskosten fallen nicht an. Nur die derzeit niedrigen Zinsen stören. Doch das gilt für klassische Versicherungen, bei denen die Unternehmen das Kundengeld weitgehend festverzinslich investieren, ebenso.

Die hohe Sicherheit bei niedrigen Kosten macht den Banksparplan besonders für ältere Riester-Einsteiger attraktiv, so auch für Margret Moje. Jüngere Leute, denen Sicherheit das Wichtigste ist, liegen hier ebenfalls richtig.

Zum Sparen für die eigenen vier Wände eignen sich neben Banksparplänen auch die neuen Riester-Bausparverträge. Wenn sie ihr Eigenheim finanzieren, können Riester-Sparer ihr Erspartes als Eigenkapital verwenden und die Förderung für die Schuldentilgung nutzen. Gefördert werden neben Bauspardarlehen auch herkömmliche Bankdarlehen und Bauspar-Kombikredite (> Modellfall 1).

Einsteiger bis Ende 30, die nicht auf ein Eigenheim spekulieren, sind mit einem Riester-Fondssparplan gut beraten. Auf lange Sicht kommen Fondsinvestments stärker in Fahrt als Investitionen in festverzinsliche Sparanlagen. Und viel Zeit bis zum Ruhestand haben junge Leute ja.

Einen Bogen machen sollten alle um Fondspolicen, die von Vermittlern gern ins Spiel gebracht werden. Hier lassen hohe Abschlusskosten, die für Lebens- und Rentenversicherungen üblich sind, von den Renditechancen der Fonds zu wenig übrig.

Seine Chancen nutzen

Gar keinen Riester-Vertrag abzuschließen, wäre fahrlässig, denn eigene Anstrengungen für das Einkommen im Alter sind angesichts der sinkenden gesetzlichen Versorgung für alle notwendig. Die Kürzungen in der gesetzlichen Rentenversicherung werden gerade für jüngere Leute gravierende Folgen haben. Sie werden später viel weniger Geld zur Verfügung haben als die heutigen Rentner.

Eine Riester-Rente gleicht einen Teil davon aus, und sie ist flexibler als andere Geldanlagen. Wer weniger oder nichts mehr verdient, kann seinen Eigenbeitrag senken und erhält trotzdem weiter volle Zulagen. Will jemand vorübergehend nichts mehr einzahlen, kann er den Vertrag später jederzeit wieder bedienen.

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