Bisher war das Interesse gering. Doch die Riester-Rente ist nun so attraktiv wie nie. Der Antrag für die Zulage ist jetzt einfacher. Bei Rentenbeginn gibt es mehr Geld auf einen Schlag.

Für die Versicherungsbranche könnte 2005 ein „Riester-Jahr“ werden. „Mehrere Gründe sprechen dafür“, sagt Bernd Katzenstein vom Deutschen Institut für Altersvorsorge. „Erstens fließen die Provisionen schneller“, sagt er. „Zweitens ist 2005 das letzte Jahr, in dem die Tarife geschlechtsspezifisch gerechnet werden.“

Die Abschlussprovision kann jetzt auf fünf und muss nicht mehr auf mindestens zehn Jahre verteilt werden. Diese Neuerung ist für Anleger zwar schlechter, weil von ihrem Geld in den Anfangsjahren weniger angespart wird, doch sie motiviert den Vertrieb und könnte der Riester-Rente somit einen Absatzschub verschaffen.

Etwa 30 Millionen Menschen könnten einen Riester-Vertrag abschließen. Bis Ende 2003 hatten sich erst rund 5,6 Millionen dafür entschieden. „An der Zahl dürfte sich 2004 nicht viel geändert haben“, schätzt Katzenstein. „Es gibt einige Neuabschlüsse, aber auch Kündigungen.“

Die andere Neuerung, von der Katzenstein spricht, tritt erst 2006 in Kraft. Dann gilt für die Riester-Versicherungen der Unisex-Tarif: Frauen und Männer bekommen für denselben Beitrag dieselbe monatliche Rente. Bislang ist die Rente für Männer höher, weil sie weniger lang leben.

Reformen hin oder her: Die Riester-Rente lohnt sich für jeden – nicht nur für Männer im Jahr 2005 und nicht nur für Versicherungskunden. Wer sie nutzen will, kann auch einen Riester-Fondssparplan nehmen oder einen Banksparvertrag.

Die Einzahlungen sind sicher

Für alle drei Varianten gilt eine Kapitalgarantie. Die Anbieter gewährleisten, dass bei Rentenbeginn mindestens das zur Verfügung steht, was die Anleger eingezahlt haben, Zulagen eingeschlossen.

Von Bedeutung ist diese Vorgabe vor allem für Aktienfondssparer. Banksparpläne sind ohnehin sicher, Versicherungen auch.

Die staatlichen Zulagen und die steuerliche Förderung sind für alle drei Verträge gleich. Dieses Jahr beträgt die Grundzulage 76 Euro, für jedes Kind gibt es 92 Euro. Für die volle Förderung müssen Sparer 2 Prozent ihres Bruttoeinkommens einzahlen – die Zulagen eingeschlossen – bis zur Grenze von 1 050 Euro. Ihre Einzahlung können sie steuerlich geltend machen.

2006 steigt die Grundzulage auf 114 Euro, die Kinderförderung auf 138 Euro. Der Eigenbeitrag dafür steigt auf 3 Prozent.

Seit diesem Jahr genügt ein einmaliger Antrag, um dauerhaft die Zulagen zu bekommen. Nur falls sich die Zahl der Kinder ändert, muss sich der Anleger melden.

Die Förderung zahlt sich aus: Finanztest hat ausgerechnet, dass Sparer je nach Vertragslaufzeit, Einkommen und Zulagenhöhe allein durch sie schon eine Rendite von 3 bis 5 Prozent pro Jahr bekommen.

Zur Förderrendite kommt die Rendite aus dem Sparvertrag. Banksparen bringt nach aktuellem Stand voraussichtlich bis zu 5 Prozent pro Jahr.

Der Garantiezins von Versicherungen beträgt zurzeit 2,75 Prozent. Es werden aber nur die Sparleistungen verzinst. Das ist der Betrag, der nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Zuzüglich der Überschussbeteiligung ergibt sich nach heutigem Stand eine Gesamtrendite, die im besten Fall die von Banksparplänen erreicht.

Die Rendite aus Fondssparplänen beträgt im ungünstigsten Fall 0 Prozent, kann aber auch zweistellig werden – je nachdem, wie groß der Aktienanteil ist und wie gut die Aktienmärkte laufen.

Auszahlen lassen kann man sich das Geld frühestens mit 60. Die Anleger können von ihrem Ersparten dann 30 Prozent auf einen Schlag abheben. Bisher waren nur 20 Prozent vorgesehen. Der Rest wird in monatlichen Raten ausgezahlt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 975 Nutzer finden das hilfreich.