Riester-Rente Meldung

Der Schein trügt: Rund 3 500 Finanzprodukte haben schon eine Zertifizierung für die Riester-Rente und dennoch ist die Auswahl gering. Denn etwa 3 200 davon sind Banksparpläne, die im Grunde fast identisch sind. Sie basieren durchweg auf sieben Musterverträgen des Sparkassenverbandes und des Verbandes der Volks- und Raiffeisenbanken. Der Rest sind Fondssparpläne und Rentenversicherungen.

Finanztest hat die drei Sparformen jetzt erstmals untersucht (Finanztest Juni 2002):

Banksparpläne: Dabei handelt es sich in der Regel um herkömmliche Produkte, meist mit variablem Zins und Bonuszahlungen. Sie bringen nur mäßige Renditen, gerechnet mit heutigen Zinssätzen selten über 5 Prozent. Dafür sind die Erträge stabil, der Kapitalerhalt während der gesamtem Laufzeit garantiert. Deshalb eignen sie sich für Unentschlossene, die später eventuell in eine andere Sparform umsteigen wollen, sowie für Ältere, die größere Kursrisiken und hohe Kosten vermeiden sollten.

Fondssparpläne: Entwickeln sich die Kapitalmärkte wie in der Vergangenheit, ermöglichen sie Renditen, die – je nach Anlageschwerpunkt – etwa zwischen 6 und 10 Prozent liegen. Fondssparpläne werden aber nur von sechs Investmenthäusern angeboten. Adig, dit und Hansainvest setzen je nach Alter des Anlegers mehr auf Aktien oder mehr auf festverzinsliche Wertpapiere. DWS und Union bieten aber auch Varianten mit bis zu 100-prozentigem Aktienanteil, was für junge Sparer akzeptabel ist. Ältere sollten hingegen einen hohen Anteil festverzinslicher Papiere wählen. BHW bietet nur einen einzigen Mischfonds für alle Anleger an.

Rentenversicherungen: Die klassische Variante garantiert 3,25 Prozent Zins, nach Abzug der Kosten sind das 2 bis 2,8 Prozent Rendite. Die Überschüsse gehen vor allem in Rentenpapiere – kein Risiko also, dafür wird auch die spätere Rendite nur wenig höher sein. Variante zwei garantiert ebenfalls 3,25 Prozent, investiert aber die Überschüsse in Fonds. Variante drei garantiert nur den Kapitalerhalt und steckt die gesamten freien Mittel in Fonds. Je höher der Fondsanteil, desto größer die möglichen Renditen, aber auch das Risiko.

Tipps:Fragen Sie Ihren Chef nach betrieblichen Riester-Angeboten, denn die sind wegen geringerer Kosten oft lukrativer. Jüngere sollten bei Fonds und Rentenversicherungen einen hohen Aktienanteil wählen, Ältere das Risiko minimieren, auf einen Banksparplan setzen oder sich bei Rentenversicherungen allenfalls für die klassische Variante entscheiden. Ohnehin bleibt bis zum Jahresende Zeit. Die Stiftung Warentest wird bis dahin auch die Renditen von Riester-Rentenversicherungen errechnen.

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