Obwohl der Gesetz­geber Ehepaare finanziell privilegieren will, muss die Riester-Förderung zurück­gezahlt werden, wenn einer der beiden Partner stirbt und der Hinterbliebene keinen Riester-Vertrag besitzt. Doch das im Einkommensteuergesetz verankerte Recht auf Kapital­über­tragung beim Tod eines Riester-Sparers gibt es momentan nur auf dem Papier.

Tod eines Ehepart­ners

Riester-Rente Meldung

Riester-Sparerin Elisabeth Schneider nennt es einen „Skandal, dass ein gesetzlich verankertes Recht offensicht­lich nicht durch­führ­bar ist“.

Ehepaare, die mit der Riester-Rente fürs Alter vorsorgen, sollen kein Geld verlieren. So will es der Gesetz­geber. Stirbt einer der beiden Partner, kann der andere das Kapital des Verstorbenen auf sein eigenes Riester-Konto über­tragen lassen. Hat er keinen Riester-Vertrag, kann er noch einen abschließen und so die staatliche Förderung retten. Wird das Vorsorgever­mögen des Verstorbenen dagegen nicht in einen Riester-Vertrag über­tragen, sondern an den Ehepartner ausgezahlt, muss dieser die Förderung zurück­zahlen. Ausnahme: Der Verstorbene hatte eine Riester-Renten­versicherung mit Hinterbliebenen­schutz. Dann gibt es eine Hinterbliebenenrente.

Tücken der Technik

Das im Einkommensteuergesetz verankerte Recht auf Kapital­über­tragung beim Tod eines Riester-Sparers ist derzeit bloße Theorie. In der Praxis funk­tioniert sie nicht. So schreibt der Fondsanbieter DWS an seine Kundin Elisabeth Schneider, „aufgrund tech­nischer Probleme der Zentralen Zulagen­stelle für Alters­vermögen (ZfA)“ könne das Kapital aus dem Riester-Vertrag ihres verstorbenen Mannes nicht auf ihr eigenes Riester-Konto über­tragen werden.

Über­forderte Zulagen­stelle

Die Zulagen­stelle teilte auf Finanztest-Anfrage mit, eine „abschließende Verarbeitung im maschinellen Verfahren“ sei bisher „noch nicht möglich“. „Aufgrund der vielen Gesetzes­änderungen, die wir umsetzen mussten“, sei das Problem der Kapital­über­tragung von Verträgen Verstorbener bisher noch nicht gelöst, so eine Sprecherin. Erst im kommenden Jahr soll es so weit sein.

Doppelte Kosten

Zwei Verträge heißt meist auch, zweimal Kosten zu bezahlen. So fallen bei Riester-Fonds­sparplänen für jeden Vertrag Depot­gebühren an. Kunden sollten darauf drängen, dass der Anbieter des Kontos, von dem das Vermögen erst frühestens 2014 über­tragen werden kann, keine Gebühren mehr nimmt. Die DWS hat dies zugesagt.

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