Auszahl­phase der Riester-Fonds­sparpläne: Wie Deka, DWS und Union die Riester-Rente auszahlen

Die Auszahl­phase von Riester-Fonds­sparplänen ist zweigeteilt. Zunächst zahlt die Fonds­gesell­schaft eine monatliche Rente aus, ab dem 85. Geburts­tag über­nimmt eine Versicherung die weiteren Zahlungen. Diese Versicherung schließt die Fonds­gesell­schaft für ihre Riester-Rentner nicht erst ab, wenn sie 85 werden, sondern schon bei Renten­beginn. Sie zwackt dafür einen Teil der Erspar­nisse ab.

Riester-Sparer müssen die Rente nicht dort beziehen, wo sie gespart haben. Sie können in der Regel bis wenige Jahre vor der Auszahl­phase ihren Anbieter wechseln.

Die gesetzliche Mindest­rate

In der ersten Phase wird der Rest­betrag ausgezahlt, der nach Abzug des Versicherungs­beitrags übrig bleibt. Die Anbieter unterscheiden eine gesetzliche Mindest­rate und eine variable Auszahlung. Die Mindest­rate ergibt sich aus dem Rest­betrag geteilt durch die Anzahl der Monate bis 85.

Ein Beispiel: Ein Anleger geht mit 65 in Rente. Er hat 10 000 Euro gespart. 2 000 Euro braucht er für die Versicherung. 8 000 Euro bekommt er in gleich­mäßigen Raten: 33,33 Euro pro Monat. Das ist die gesetzliche Mindest­rate.

Nun legt die Fonds­gesell­schaft den Rest­betrag, hier 8 000 Euro, aber nicht unver­zinst aufs Konto, sondern kauft damit Aktien und Anleihen. Die Gewinne fließen in die variable Rate.

Die gesetzliche Mindest­rate ändert sich während der gesamten Auszahl­phase nicht. Auch die Versicherung zahlt später mindestens so viel Rente.

Deka

Die Deka schließt die obliga­torische Renten­versicherung für ihre Kunden bei der Öffent­liche Braun­schweig ab. Das kostete für 65-Jährige je 10 000 Euro Vertrags­guthaben zuletzt 2 411 Euro (Beginn 1. Oktober 2013). Die übrigen 7 589 Euro bleiben im Depot. Die Deka über­weist daraus monatlich die Mindest­rate von 31,61 Euro. Den Rest legt sie am Kapitalmarkt an. Mögliche Gewinne aus der Anlage zahlt sie einmal pro Jahr aus, jeweils im November.

DWS

Riester-Sparer der DWS zahlen für die Versicherung zurzeit 2 300 Euro je 10 000 Euro Guthaben. Aus dem Rest­betrag ergibt sich eine Mindest­rate von 32 Euro, die ebenfalls monatlich fließt. Die Gewinne aus der Geld­anlage am Kapitalmarkt fließen in die variable Monats­rate, deren Höhe jähr­lich geprüft und neu fest­gesetzt wird. Wenn zum 85. Geburts­tag Geld übrig ist, gibt es Sonder­ausschüttungen. DWS arbeitet mit einem Konsortium aus fünf Versicherungen zusammen (Tabelle).

Union Investment

Union zahlt zur gesetzlichen Mindest­rate eine zusätzliche Garantie. Auch Union zwackt zunächst die Versicherungs­prämie ab: 2 313 Euro je 10 000 Euro Guthaben. Den Rest­betrag von anfäng­lich 7 687 Euro teilt Union dann nicht einfach nur auf die Rest­lauf­zeit auf, sondern verzinst ihn mit derzeit jeweils 1 Prozent pro Jahr. Das ergibt eine fest zugesagte monatliche Mindest­rate von 35,34 Euro. Die Zusage gilt lebens­lang.

Union behält sich vor, für künftige Rentner eine geringere Garantie auszusprechen, je nach Markt­lage. Sie entscheidet das unmittel­bar vor Renten­beginn. Die Garantie kann auch entfallen.

Finanztest-Kommentar Bei Deka ist die Versicherung vergleichs­weise teuer. Bei DWS ist die garan­tierte Rente ein wenig höher. Union bietet die höchste garan­tierte Zahlung. Dabei sollten Anleger beachten: Je höher die garan­tierte monatliche Rate, desto weniger bleibt für die freie Anlage am Kapitalmarkt übrig. Wenn es gut läuft, bekommen Anleger von Deka und DWS womöglich mehr ausgezahlt – jedenfalls bis 85. Ob die freie Geld­anlage dauer­haft erfolg­reich ist, ist aber ungewiss.

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