Riester-Rente Special

Geduld allein reicht nicht. Die Riester-Rente soll ausgleichen, was den Versicherten bei der gesetzlichen Rente fehlt. Doch dies geht nur, wenn der Kunde einen guten Vertrag schließt und die volle Förderung nutzt. Finanztest beant­wortet die wichtigsten Leserfragen rund ums Riester-Sparen.

Förderung für Ehepartner

Meine Frau ist mittel­bar förderberechtigt, bekommt also die Zulage vom Staat nur, weil ich einen Riester-Vertrag habe. Wird sie weiter gefördert, wenn ich in Rente gehe?

Nein. Wenn Sie in Alters­rente gehen, bekommt Ihre Frau die Zulage nicht mehr. Wenn der unmittel­bar zula­geberechtigte Partner „nicht mehr zum zula­geberechtigten Personen­kreis gehört“, entfällt auch die mittel­bare Förderung, so das Bundes­finanz­ministerium. Wenn Ihre Frau nur noch wenige Jahre bis zur Rente hat, sollte sie die 60 Euro Mindest­beitrag pro Jahr aber auch ohne Förderung weiterhin einzahlen. Bei Riester-Renten­versicherungen und Bank­sparplänen gibt es Schluss­boni für Sparer, die einen langen Atem haben und den Vertrag bis zum Ende durch­halten. Sie könnte ihren Renten­beginn auch vorziehen. Dies erlauben aber nicht alle Anbieter.

Tipp: Die für Sie richtige Riester-Sparform finden Sie in unserem Special Riester im Test

An alten Rieser-Renten­verträgen fest­halten

Meine Frau und ich haben seit 2005 eine klassische Riester-Renten­versicherung. Nun haben viele Versicherer ihre Gesamt­verzinsung schon wieder gesenkt. Kann ich mich auf die Renten­zusage, die ich damals vom Versicherer bekommen habe, noch verlassen?

Ja, das große Plus einer klassischen Riester-Renten­versicherung ist die Planungs­sicherheit. Sie erfahren bereits bei Vertrags­schluss, wie hoch die Renten­zusage ist, also wie viel Rente Sie später mindestens bekommen werden. Diese Leistung ist sicher. Als Sie 2005 Ihren Vertrag geschlossen haben, lag der Garan­tiezins noch bei 2,75 Prozent. Diese Verzinsung auf den Spar­anteil Ihres Beitrags ist Ihnen während der gesamten Vertrags­lauf­zeit sicher. Würden Sie jetzt einen neuen Vertrag anderswo schließen, bekämen Sie nur noch 1,75 Prozent Garan­tiezins auf den Spar­anteil. Halten Sie an Ihrem Vertrag fest. Über den Garan­tiezins hinaus beteiligt Sie der Versicherer an den Über­schüssen. Ihre Höhe ist jedoch ungewiss. Was Ihnen der Versicherer dafür bei Vertrags­schluss ankündigt hat, ist unver­bindlich.

Ich bin 42 Jahre alt und seit zehn Jahren Riester-Sparer. Anfangs habe ich in eine fonds­gebundene Riester-Renten­versicherung einge­zahlt. Die Gebühren waren mir jedoch zu hoch und der Fonds­anteil zu nied­rig. Deshalb habe ich diesen Vertrag vor fünf Jahren „still­gelegt“ und einen Riester-Fonds­sparplan abge­schlossen. Damit bin ich sehr zufrieden. Nun habe ich in Finanztest gelesen, dass ein Fonds­sparplan nur für Leute bis Mitte 40 geeignet ist. Soll ich die Anlageform noch einmal wechseln?

Nein. Halten Sie an Ihrem Vertrag fest. Unsere Empfehlung bezieht sich auf das Alter beim Abschluss eines Riester-Vertrags, nicht auf die Zeit danach. Einsteiger sollten einen Fonds­sparplan nur beginnen, wenn sie mindestens 20 bis 30 Jahre bis zur Rente haben. Dann haben sie wie Sie Zeit genug, um schlechte Börsen­phasen auszusitzen.

Ab einem Beitrag von 1946 Euro ist die volle Zulage garan­tiert

Ich habe nach dem Lesen der jüngsten Stand­mitteilung meines Versicherers bemerkt, dass meine Zulage für das vergangene Jahr gekürzt worden ist, weil ich für die volle Förderung nicht genug selbst einge­zahlt habe. Kann ich nach­zahlen, um rück­wirkend die volle Zulage zu bekommen?

Nein. Wahr­scheinlich ist Ihr Gehalt gestiegen, sodass Sie nun mehr selbst einzahlen müssen. Für die volle Förderung muss Ihr Beitrag einschließ­lich der Zulagen so hoch sein wie 4 Prozent Ihres Vorjahres­brutto­einkommens. Im Jahr 2014 kommt es also darauf an, was Sie 2013 verdient haben. Wenn Sie gut verdienen und sicher­gehen wollen, können Sie als Kinder­loser immer 1 946 Euro im Jahr einzahlen. Das ist die Förderhöchst­grenze (2 100 Euro) abzüglich der Grund­zulage (154 Euro). Dann spielen Einkommens­schwankungen keine Rolle mehr. Bekommen Sie Kinder­zulagen, verringert sich Ihr Eigenbeitrag entsprechend.

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