Riester-Rente Meldung

Hunderttausende Riester-Sparer müssen die Förderung zurückgeben. Wer nachzahlt, soll die Zulage retten können.

Mindestbeitrag. Fast jedes Jahr eine kleine Gehaltserhöhung, so wird es in vielen Tarifverträgen ausgehandelt. Was einige Riester-Sparer vergessen: Sie müssen dann ihre Beiträge anpassen. Wer die volle Zulage will, muss mindestens 4 Prozent vom Vorjahresbrutto einzahlen, maximal 2 100 Euro.

Beispiel. Ein Arbeitnehmer mit 40 000 Euro Jahreseinkommen muss mindestens 1 600 Euro einzahlen. Abzüglich 154 Euro Zulage sowie eventuell 300 Euro Kinderzulage bleiben 1 146 Euro Eigenbeitrag – monatlich 95,50 Euro.

Rückbuchung. Erhöht der Sparer nach einer Gehaltserhöhung den Beitrag nicht, gibt es die Förderung nur anteilig. Die Zentrale Zulagenstelle (ZfA) überweist sie aber zunächst in voller Höhe und bucht das Geld später zurück. Davon sind jetzt Zulagen seit 2002 betroffen.

Lebenssituation. Weitere Gründe für Rückforderungen sind Änderungen in der Lebenssituation: wenn Kindergeld wegfällt oder nach einer Scheidung an den Expartner geht, wenn jemand Beamter wird, sich selbstständig macht oder umzieht und eine andere Kindergeldstelle zuständig ist. Auch die Pflege Angehöriger oder Arbeitssuche oder eine Geburt können den Sparerstatus verändern. All dies melden Sparer nicht der ZfA, sondern dem Riester-Anbieter. Andere Gründe können sein, dass ein Sparer ganz aussteigt; bei Teilkündigung geht die Förderung anteilig verloren.

Baby. Eine Zulagenfalle ist die Elternzeit. Obwohl das Gehalt wegfällt, ist ein Mindesteigenbeitrag von 60 Euro im Jahr fällig. Den muss auch eine Frau aufbringen, die als Hausfrau über ihren Ehemann förderberechtigt war und selbst nichts einzahlen musste.

Lösung. Der Bund hat bürgerfreundliche Lösungen angekündigt. So sollen Sparer, die in Unkenntnis gehandelt haben, nachzahlen und so ihre Zulagen retten können. Außerdem gilt ab 2012 für alle Sparer ein Mindesteigenbeitrag von 60 Euro jährlich.

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