Franziska Siewers – hier mit ihrem Mann Sven – schaltete den Ombuds­mann für Versicherungen ein, weil die Allianz zu hohe Kosten kassierte.

Mehrere Versicherer haben von Kunden mit einer Riester-Rentenversicherung bis 2019 zu hohe Abschluss- und Vertriebs­kosten kassiert. Dazu gehört auch die Allianz Lebens­versicherung. Wenn Kunden ihren Eigenbeitrag änderten – etwa weil Kinder­zulagen hinzukamen oder wegfielen –, wurden neue Abschluss­kosten fällig, obwohl sich die Gesamt­höhe der Einzahlungen dieser Kunden nicht änderte. Diese Praxis hat das Bundes­finanz­ministerium im März 2019 untersagt.

Bafin: Versicherer dürfen keine Doppel­provisionen mehr erheben

Die staatliche Aufsicht Bafin wies alle Versicherer, die Riester-Verträge anbieten, darauf hin und hat sich von ihnen „schriftlich bestätigen lassen, dass sie künftig keine Doppel­provisionen mehr erheben“, so Bafin-Sprecher Norbert Pieper.

Kunden müssen selbst aktiv werden

Allerdings müssen die Unternehmen zu viel kassierte Kosten nicht von sich aus zurück­zahlen. Die Kunden müssen sie zurück­fordern. Allianz-Kundin Franziska Siewers tat dies. Sie wurde vom Versicherer monate­lang vertröstet. Erst als sie den Versicherungs­ombuds­mann einschaltete, zahlte die Allianz; 48,32 Euro bekam Siewers gutgeschrieben. Sie hält dies für zu wenig und hat sich erneut an den Ombuds­mann (versicherungsombudsmann.de) gewandt.

Leser­aufruf

Haben auch Sie für Ihren Riester-Vertrag zu hohe Kosten bezahlt? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen per E-Mail an riestervertrag@stiftung-warentest.de.

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