Riester-Rente Meldung

Einen Riester-Vertrag zu erben ist nicht schwer - ihn ausgezahlt zu bekommen, dagegen sehr...

Die Digitalisierung hat ganz Deutsch­land erobert. Ganz Deutsch­land? Nein! Eine kleine Riester-Behörde leistet Widerstand. Unsere kleine Anekdote aus dem echten Leben zeigt, welche Hürden ein Steuerberater aus Nieder­sachsen über­winden musste, bis er die von seiner Frau geerbte Riester-Rente ausbezahlt bekam.

Riester-Erbe

Vor mehr als drei Jahren – im Juli 2014 – starb Jörg D.s Frau Gisela mit 62 Jahren. Sie hatte mit einem Riester-Bank­sparplan der Volks­bank Aller-Weser für ihr Alter vorgesorgt. Jörg D., damals 67 Jahre, erbte den Vertrag und wollte ihn sich zeit­nah auszahlen lassen. Schließ­lich hatte der Steuerberater aus Bücken in Nieder­sachsen das Renten­alter bereits erreicht.

Tipp: Wie Riester-Sparer die beste Rente heraus­holen, zeigt unser Special zur Auszahlungsphase bei der Riester-Rente.

Tech­nisches Problem I

Voraus­setzung für die Auszahlung der Riester-Rente seiner verstorbenen Frau war die Umstellung des Vertrags auf Jörg D. Dafür liefert die Bank die entsprechenden Daten an die Zentrale Zulagen­stelle für Alters­vermögen (ZfA), die die Riester-Förderung verwaltet. Das dauerte mehr als ein Jahr. Begründung der Bank: tech­nische Probleme der ZfA bei der Umschreibung des Vertrags auf eine andere Person.

Tech­nisches Problem II

Anfang 2016 war das Problem behoben, die Bank buchte das Alters­vorsorgever­mögen auf D. um und machte ihm ein Angebot für die Renten­phase. Er fand dieses nicht akzeptabel und wechselte zur Mainzer Volks­bank. Sie bot ihm eine deutlich höhere monatliche Rate. Zum 1. Juli 2016 sollte die Auszahlung beginnen. Der Tag kam, das Geld nicht. Begründung: tech­nische Probleme der ZfA bei der Umschreibung des Vertrags auf einen anderen Anbieter.

Langer Atem zahlt sich aus

Jörg D. beschwert sich bei Banken, ZfA, der Aufsichts­behörde Bafin, dem Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales. Der Druck wirkt: Im März 2017 fließt sein Geld – allerdings ohne offizielle Umschreibung, lässt die Mainzer Volks­bank ihn wissen.

Lieber auf dem Postweg

Wir haben bei der Deutschen Renten­versicherung, zu der die ZfA gehört, nachgefragt. Ja, es sei richtig, dass es bei zweifachen Umschreibungen wie im Falle D. tech­nische Probleme gebe. Aber: Die Bank hätte die nötigen Daten für die Über­tragung einfach per Post schi­cken sollen. Daran habe man jetzt alle Riester-Anbieter noch mal erinnert.

Tipp: Die Stiftung Warentest aktualisiert regel­mäßig ihre Riester-Tests – von Fonds­sparplänen und Renten­versicherungen über Wohn-Riester bis hin zu Bank­sparplänen. In unserem Special Riester im Test erfahren Sie, welche Sparform für Sie am besten geeignet ist – und finden alle aktuellen Tests.

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