Gut für Riester-Sparer: Die Tage der komplizierten „Anträge auf Altersvorsorgezulage“ sind gezählt. Marion Kewel von der Staatlichen Zulagenstelle in Potsdam geht davon aus, dass die umstrittenen Formulare kundenfreundlicher werden. Änderungen sind aber frühestens für die Zulage 2003 in Aussicht. Um die Zulagen aus 2002 zu kassieren, müssen sich Riester-Sparer auf jeden Fall noch durch die alten Anträge quälen.

Hoher Verwaltungsaufwand

Zahlreiche Manager von Versicherungsunternehmen haben sich in den vergangenen Monaten wegen der Riester-Anträge zu Wort gemeldet und Vereinfachungen eingefordert. Den Anfang machte Peter Hanus von der Neuen Leben in Hamburg bereits im Januar: Als „Formularquiz“ bezeichnete er die Anträge. Seither reißt die Kritik nicht ab: Die Versicherungswirtschaft klagt über den Verwaltungsaufwand, den die von den Riester-Sparern falsch ausgefüllten Anträge verursachten.

Hinweis: Finanztest hilft beim Ausfüllen der Formulare, damit Sie schnell die Zulagen für 2002 erhalten.

Kommission plant Vereinfachungen

Nun macht sich eine Kommission aus Vertretern des Finanzministeriums, der Zulagenstelle, der Versicherungswirtschaft, der Banken und der Pensionskassen in den kommenden Wochen an die Arbeit, um den Sparern das Leben zu erleichtern. An welchen Stellen genau die Riester-Bürokraten ansetzen ist aber noch nicht klar.

Prüfung der stufenweisen Förderung

Nicht nur formal sollen die Formulare einfacher werden. Auch inhaltlich steht die Riester-Rente - 15 Monate nach ihrem Start - vor ihrem ersten Lifting: So sollen künftig auch nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige zum Kreis der Förderberechtigten zählen. Zudem könnte die stufenweise Förderung bis 2008 fallen. Wie bei der betrieblichen Altersversorgung könnten die privaten Riester-Verträge dann bereits ab 2004 mit bis zu vier Prozent des Bruttoeinkommens gefördert werden.

Förderung vom Finanzamt

Auch das Verfahren der Auszahlung der Zulagen steht auf dem Prüfstand. Bisher zahlen die Sparer nur ihren Eigenanteil. Die Förderung fließt von der Zulagenstelle dem Riester-Anbieter zu, der sie dem Konto des Kunden gutschreibt. Vor allem die Versicherer würden den für sie damit verbundenen Aufwand am liebsten auf die Riester-Sparer abschieben. Der Vorstandsvorsitzende der AMB Generali Holding, Walter Thießen schlägt daher vor, dass der Riester-Kunde den vollen Betrag (Eigenanteil und Zulage) einzahlt und sich die Förderung dann später vom Finanzamt zurückholt.

Noch wenig Zuspruch

Der Verkauf von Riester-Policen läuft nur schleppend. Bis Ende 2002 schlossen die Versicherer nur 2,93 Millionen Verträge für die neue, staatlich geförderte Altersvorsorge ab. Zum Vergleich: Insgesamt gibt es rund 32 Millionen Förderberechtigte.

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