Ausgewählt, geprüft, bewertet

Finanztest hat die Angebote aller acht Fondsgesellschaften untersucht, die zertifizierte Altersvorsorgeprodukte für das Riester-Sparen mit Investmentfonds anbieten. Alle Anbieter investieren in unterschiedlichem Umfang in Aktien, verzinsliche Wertpapiere (Renten) und andere Anlagen. Die Mischung hängt vom Alter des Sparers bzw. der verbleibenden Zeit bis zum Rentenbeginn ab. Für den Vergleich der Produktkonzepte haben wir die Vergangenheitsrenditen der verschiedenen Anlagemärkte betrachtet. Wir gehen in unserer Untersuchung von folgenden Wertzuwächsen aus:

  • Aktien 10 Prozent p. a.
  • Anleihen 7 Prozent p. a.
  • Immobilien 6 Prozent p. a.
  • Geldmarkt/Kasse 3 Prozent p. a.

Einstufungen (s. Porträts): Offensive Produkte haben eine Renditechance ohne Kosten von über 9 Prozent pro Jahr. Im Laufe der Ansparzeit fließen mehr als zwei Drittel der Einzahlungen in Aktien. Bei Renditen zwischen 8 und 9 Prozent handelt es sich um ein ausgewogenes, bei weniger als 8 Prozent um ein defensives Anlagekonzept. Beträgt die erwartete Rendite weniger als 7 Prozent, ist die Anlagestrategie sehr defensiv.

Renditeerwartung ohne Kosten: Diese Rendite ergibt sich, wenn sich die Märkte entwickeln wie zuvor beschrieben. Sie zeigt, wie hoch der Aktien(fonds)anteil des Angebots ist.

Renditeerwartung für den Gesamtbeitrag: Sie gibt an, wie sich die Einzahlungen – Eigenbeiträge und staatliche Zulagen – verzinsen, wenn sich die Märkte entwickeln wie zuvor dargestellt, und fondsspezifische Kosten wie Ausgabeaufschläge, Verwaltungs- und Depotbankgebühren sowie eventuelle Depotgebühren abgezogen werden.

Renditeerwartung für den Eigenbeitrag: Diese Größe gibt an, wie sich die Eigenbeiträge rentieren (Renditeerwartung für den Eigenbeitrag ohne Steuervorteil). Anleger können die Altersvorsorgebeiträge außerdem im Rahmen der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend machen. Ist die dadurch entstehende Steuerersparnis höher als die vom Staat auf den Altersvorsorgevertrag überwiesene Zulage, reduziert sich der Eigenbeitrag rechnerisch um die Differenz aus Steuerersparnis und Zulage. Die Rendite auf den - geringeren - Eigenbeitrag steigt (Renditeerwartung für den Eigenbeitrag mit Steuervorteil). Zur Berechnung der Steuerersparnis sind wir davon ausgegangen, dass der Sparer keine zusätzlichen Einkünfte erzielt und nur die gesetzlichen Pauschalen geltend machen kann.

Berechnungsannahmen: Die Eigenbeiträge werden jeweils zum 30. 9. eines Jahres auf den Vertrag eingezahlt. Die Zulagen werden dem Vertrag jeweils zum 30. 9. des Folgejahres, also zeitgleich mit dem nächsten Eigenbeitrag gutgeschrieben. Die Steuerersparnis fließt dem Anleger ebenfalls zum 30. 9. des Folgejahres zu und wird mit dem selbst aufzubringenden Eigenbeitrag verrechnet. Depotgebühren wurden am 31. 12. jeden Jahres vom angesparten Vermögen abgezogen.

Beim 30-jährigen Ehepaar unterstellen wir, dass die Kinder bis einschließlich 2016 beziehungsweise 2021 kindergeldberechtigt sind. Beim 45-jährigen Ehepaar ist das Kind bis einschließlich 2006 kindergeldberechtigt. Die Kinderzulagen werden dem Vertrag der Mutter gutgeschrieben. Bei der 55-jährigen Ehefrau ohne eigenes Einkommen geht nur die Grundzulage der Ehefrau in den Vertrag ein. Der Eigenbeitrag des Mannes ­verringert sich um die Zulagen, die auf den Vertrag der Frau gehen.

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