Riester-Fondssparpläne Test

Im Rennen um die bestmögliche Rendite sind Aktien und Aktienfonds auch bei der Riester-Rente erste Wahl. Doch an der Börse können Anleger selbst mit Riester-Verträgen vorübergehend in stürmisches Fahrwasser geraten: Garantiert ist, dass bei Rentenbeginn zumindest die Einzahlungen komplett zur Verfügung stehen. In der Sparphase allerdings sind Verluste möglich. Acht Anbieter konkurrieren mit Fondssparplänen um die Gunst der Riester-Rentner. Konzepte, Chancen und Risiken sind sehr unterschiedlich. Finanztest hat berechnet, wie viel die verschiedenen Verträge voraussichtlich bringen.

Rendite-Jagd mit Aktien

Die größten Chancen bietet das Angebot mit dem höchsten Risiko: Die UniProfiRente von Union Investment setzt voll auf Aktien. Erst gegen Ende der Laufzeit werden Teile des bis dahin verfügbaren Kapitals in fest verzinsliche Wertpapiere umgeschichtet. Finanztest hält das für das beste Konzept. Trotz der Börsenkrise spricht vieles dafür, dass die Aktienkurse auf lange Sicht ordentlich steigen. Finanztest rechnet mit folgenden Annahmen: Die Aktienkurse werden wie in der Vergangenheit um durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr zulegen. Mit fest verzinslichen Wertpapieren kommen Anleger voraussichtlich auf 7 Prozent Rendite. Investitionen in Immobilien bringen 6 Prozent, und am Geldmarkt sind mit kurzfristigen Anlagen 3 Prozent drin. Der Unterschied ist gewaltig: Bei einem Sparvertrag mit 10 Prozent Rendite stehen nach 30 Jahren fast 80 Prozent mehr Geld zur Verfügung als beim Pendant mit 7 Prozent.

Mehr Sicherheit, weniger Chancen

Allerdings ist bei der UniProfiRente auch das Risiko einer Null-Rendite im Vergleich am höchsten. Bei anderen Angeboten ist die Gefahr geringer: Je nach Alter des Anlegers fließt ein unterschiedlich hoher Anteil der Beiträge in sichere Geldanlagen wie fest verzinsliche Wertpapiere oder Rentenfonds. Bei der DWS etwa bekommen über 49-jährige Riester-Sparer gar keine Aktien mehr. Beim dit fließt maximal ein Fünftel der Riester-Spargroschen in Aktien. Bei Deka- und BHW-Bank bekommen Anleger über 50 erst gar keinen riestertauglichen Fondssparvertrag mehr.

Kosten bremsen Ertrag

Die Verwaltung der Riesterverträge macht reichlich Mühe und kostet Geld. Was für Verwaltungs- und Depotgebühren sowie Ausgabeaufschläge verbraucht wird, bringt keinen Ertrag mehr. Nur der Rest des Geldes trägt Früchte. Das bremst die Rendite. Beispiel UniProfiRente: Von 10 Prozent Brutto-Rendite bleiben für den Riesterrentner, der im Alter von 30 Jahren eingestiegen ist, am Ende nur 8,6 Prozent übrig. Hat er den Vertrag erst mit 55 Jahren unterschrieben, sinkt die Rendite bei Berücksichtigung der Kosten sogar von 10,0 auf 7,4 Prozent.

Risiken bei kurzen Laufzeiten

Fazit: Für langfristig orientierte Sparer, die auf eine hohe Rendite aus sind, sind Fondssparpläne mit möglichst hohem Aktienanteil richtig. Finanztest-Favorit ist die UniProfiRente. Ihr Konzept birgt die größten Chancen. Das Geld der Anleger fließt in den Fonds Uniglobal ­- einer der besten seiner Art unter den Fonds im Dauertest. Aber keine Chance ohne Risiko: Beim vorzeitigen Ausstieg kann ein Fondssparplan erhebliche Verluste bringen. Für Anleger, die ihren Riester-Vertrag zur Finanzierung von Hausbau oder -kauf einsetzen wollen, eignen sich Riester-Fondssparpläne deswegen kaum. Auch ältere Sparer sollten zu anderen Riester-Verträgen greifen. Grund: Die Fondsanteile brauchen genügend Zeit, um mit ausreichend hoher Wahrscheinlichkeit auf eine anständige Wertsteigerung zu kommen. Für kürzere Laufzeiten sind Banksparpläne die bessere Riester-Anlage.

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