Riester-Fonds­sparpläne Test

Wer gute Renditen haben will, muss etwas riskieren. Sollte es daneben­gehen, bleiben dennoch die Einzahlungen erhalten.

Fonds­sparpläne bieten die besten Rendite­chancen aller Riester-Verträge. Einsteigen sollten aber nur junge Leute bis Anfang vierzig.

Riester-Fonds­sparpläne sind die einzigen Riester-Verträge, die noch nennens­werte Rendite­chancen bieten. Versicherer haben Mühe, den Garan­tiezins zu erwirt­schaften, für Bank­sparpläne gibt es oft nicht einmal mehr 1 Prozent pro Jahr. Für alle, die jung sind und nicht in absehbarer Zeit eine Immobilie bauen oder kaufen wollen, sind Fonds­sparpläne daher erste Wahl.

Aktienquote: flexibel oder fix

Die Rendite­aussichten sind deshalb so hoch, weil Riester-Fonds in größerem Umfang in Aktien investieren.

Die höchsten Rendite­chancen haben Anleger mit dyna­misch gemanagten Verträgen. Hier ist die Aktienquote flexibel: Läuft es gut, steckt das Geld in Aktienfonds, nach Kurs­einbrüchen schichten die Anbieter das Geld in Rentenfonds um – und je nach Markt­lage auch wieder zurück. Empfehlens­wert sind die DWS TopRente Balance und die UniProfiRente-Select mit dem Misch­fonds Unirak.

Bei den Lebens­zyklusmodellen sinkt die Aktienquote mit abnehmender Rest­lauf­zeit. Empfehlens­wert ist die Deka BonusRente (Tabelle).

Die höchste Aktienquote und damit die höchsten Rendite­chancen bot bisher die UniProfiRente. Die Fonds­gesell­schaft Union Investment hat ihr Riester-Angebot jedoch umge­stellt. Seit 1. August investieren Anleger nicht mehr in den Welt­aktienfonds UniGlobal, sondern in den Misch­fonds UniGlobal Vorsorge, dessen Aktienquote deutlich unter 100 Prozent betragen kann. Der Fonds ist noch zu jung für eine Bewertung. Mehr zur Umstellung in der Meldung Riester Fondssparplan.

Verluste sind ausgeschlossen

Nach den Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen mag das für den einen oder anderen zwar keine so gute Idee sein, ausgerechnet in Aktien zu investieren. Doch trotz zwischen­zeitlicher Kurs­stürze gilt: Aktienfonds bieten lang­fristig höhere Rendite­chancen als sichere Zins­papiere.

Für alle, die noch Zweifel plagen: Verlieren können sie nichts, davor schützt die Riester-Garantie. Die Anbieter müssen gewähr­leisten, dass Einzahlungen und Zulagen zum Ende der Anspar­phase vorhanden sind. Nur während der Lauf­zeit können Anleger im Minus liegen (siehe Grafiken). Eine Rendite von null will zwar keiner, doch angesichts der gering verzinsten Alternativen verliert das Szenario seinen Schre­cken.

Schät­zungen zufolge liegen die Mehr­renditen von interna­tionalen Aktien gegen­über sicheren Anlagen zwischen 3 und 4 Prozent. Die Renditen der Riester-Fonds­sparpläne liegen etwas darunter.

Am Beispiel der DWS TopRente Balance haben wir Zwischen­bilanz gezogen. Unser Muster­vertrag mit Beginn am 5. September 2007, monatlichen Einzahlungen von rund 100 Euro, einer jähr­lichen Zulage und geplantem Renten­beginn im Juni 2024 , weist zum 1. Juli 2015 eine Verzinsung von rund 5 Prozent pro Jahr auf. Das ist ein Zwischen­stand. Wie es am Ende aussieht, hängt vom weiteren Verlauf der Aktien-, aber auch der Anleihemärkte ab.

Zinsen belasten Aktienquote

Völlig unbe­rührt vom Nied­rigzins­umfeld bleiben auch Riester-Fonds­sparpläne nicht. Sie können nur in Aktien investieren, soweit die Beitrags­garantie nicht gefährdet ist.

Spätestens wenn es an den Börsen crasht, müssen sie das Geld aus dem Rendite­baustein ganz oder teil­weise in den Sicher­heits­baustein umschichten. Die meisten Anbieter legen von vorn­herein einen Teil in Renten- oder Geldmarkt­fonds an. Zins­erträge können Verluste der Aktien ausgleichen. Je nied­riger die Zinsen jedoch sind, umso weniger kann in Aktien investiert werden.

Kostensenkung bei DWS

Berechnen die Anbieter hohe Kosten, schmälert das die Aktienquote weiter. Die DWS hat darauf im vergangenen Jahr bereits reagiert und die laufenden Kosten für die Riester-Rentenfonds gesenkt. Von 2016 an sollen auch die Kauf­kosten sinken:

Sechs der sieben Rentenfonds der DWS TopRente Dynamik und Balance kosten dann statt 3 Prozent Ausgabe­aufschlag nur noch zwischen 0 und 2 Prozent. Die Abschluss­gebühren für die RiesterRentePremium sollen ebenfalls sinken, von jetzt 5,5 auf 3,3 Prozent.

Noch billiger wird es, wenn Anleger von ihrem Berater oder Fonds­vermittler einen Rabatt auf die Ausgabe­aufschläge bekommen. Möglich sind Rabatte bis 100 Prozent, auch für die RiesterRentePremium. Beim Online­ableger DWS direkt können Anleger mit 50 Prozent Rabatt abschließen.

Sutor Fairriester besonders günstig

Das güns­tigste Angebot im Test macht die Bank Sutor mit ihrem Produkt Fairriester. Nicht verwechseln: Das SutorRiesterDepot ist das teuerste im Test. Bei Fairriester sind besonders die Fonds günstig. Es gibt Indexfonds, kurz ETF, und fünf Aktienfonds, die auf Bestands­provisionen verzichten.

Das Problem bei Sutor ist jedoch: Ein Teil der Kosten ist nicht von der Riester-Garantie erfasst. Anders als sonst üblich holt sich Sutor einen Teil der Gebühren nicht direkt aus dem Vertrags­guthaben, sondern bucht ihn per Last­schrift vom Haus­bank­konto des Sparers ab. Die Garantie bezieht sich jedoch nur auf Zahlungen in den Vertrag.

Längere Lauf­zeiten helfen

Anleger können auch selbst etwas dafür tun, dass ihre Aktienquote steigt: Längere Lauf­zeiten erlauben höhere Aktienquoten. Anleger sollten möglichst jung einsteigen, bis ungefähr Anfang 40, der Vertrag sollte mindestens 20 Jahre laufen können.

Wer schon drin ist, kann die Rest­lauf­zeit seines Vertrages verlängern. Oft wurde als Renten­eintritts­alter 60 Jahre vereinbart – das lässt sich ein paar Jahre verschieben.

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