Riester-Fondssparpläne Test

Riester-Fondssparpläne bieten von allen Riester-Produkten die besten Renditechancen.

Da behaupte noch mal einer, riestern lohnt sich nicht. 100 Euro pro Monat, 35 Jahre lang, verzinst mit 9 Prozent pro Jahr, ergibt 271 306 Euro. Mit diesem Betrag könnte ein heute 32-Jähriger seine Rente beginnen, wenn er einen Riester-Fondssparplan abschließt. 9 Prozent pro Jahr, so viel bringen im Schnitt die besten Angebote in unserem Test, gerechnet seit dem 1. Juli 2002.

Wer sich erst später zum Vertragsabschluss entschließt, muss kleine Abstriche machen, weil aus Sicherheitsgründen bei den meisten Anbietern ein größerer Teil der Sparraten in Rentenfonds fließt: Riester-Produkte garantieren, dass zum Schluss mindestens die Einzahlungen noch vorhanden sind. Verluste muss der Sparer nicht befürchten. Läuft es schlecht, ist höchstens die Rendite gefährdet.

100 Euro monatlich oder 1 200 im Jahr, so viel muss ein Anleger mit 30 000 Euro Bruttoeinkommen von Januar 2008 an zahlen, wenn er den maximalen Zuschuss kassieren will. Das entspricht 4 Prozent des Jahresgehalts. Der Sparer muss den Jahresbeitrag nicht komplett selbst aufbringen. Einen Teil davon zahlt der Staat durch die Zulage (siehe Meldung Riester-Zulage).

Sparen mit Spitzenfonds

Riester-Fondssparpläne Test

Riester-Fondssparpläne gibt es jetzt seit fünf Jahren. Daher können wir zum ersten Mal Finanztest-Bewertungszahlen für alle Fonds und Produktvarianten vergeben (siehe Tabelle). Einige Gesellschaften, zum Beispiel Deka und Allianz-dit, hatten für ihre Riester-Produkte eigene Fonds aufgelegt.

Eine Ausnahme ist die DWS RiesterRente Premium, die erst seit dem vergangenen Jahr verkauft wird. Für sie gibt es noch keine Finanztest-Bewertungszahl.

Das beste Ergebnis

Riester-Fondssparpläne Test

Gut gemacht. Zum Erfolg der DWS TopRente trägt der Chef persönlich bei: Klaus Kaldemorgen (Dritter von rechts) managt den Vermögensbildungsfonds I. Thomas Schüssler ist der Dividendenfachmann, Claus Meyer-Cording Rentenfondsmanager, Henning Gebhardt Deutschlandexperte, Thomas Gerhardt für Schwellenländer zuständig, Ralf Schreyer ebenfalls Rentenfondsmanager (von links nach rechts). Barbara Rega legt fest, wie sich die TopRente zusammensetzt.

Gut gemacht. Zum Erfolg der DWS TopRente trägt der Chef persönlich bei: Klaus Kaldemorgen (Dritter von rechts) managt den Vermögensbildungsfonds I. Thomas Schüssler ist der Dividendenfachmann, Claus Meyer-Cording Rentenfondsmanager, Henning Gebhardt Deutschlandexperte, Thomas Gerhardt für Schwellenländer zuständig, Ralf Schreyer ebenfalls Rentenfondsmanager (von links nach rechts). Barbara Rega legt fest, wie sich die TopRente zusammensetzt.

Von Anfang an dabei sind von der DWS die Toprente Balance und die Toprente Dynamik. Balance ist für ältere Anleger gedacht, Dynamik für jüngere. Die Manager der Fonds können das Geld der Anleger in 18 verschiedene DWS-Fonds investieren.

Die Toprente Balance setzt sich zurzeit aus sechs Fonds zusammen, den Rentenfonds EuroRenta und Euro-Bonds short sowie den Aktienfonds Top 50 Asien, Top Dividende, Vermögensbildungsfonds I und Select Invest.

Für die Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre erzielt die Toprente Balance eine Finanztest-Bewertung von 65 Punkten. Das Konzept fällt in die Gruppe der ausgewogenen Mischfonds und schneidet hier „stark überdurchschnittlich“ ab.

Die Toprente Dynamik verzichtet auf den EuroRenta, sonst sind die Fonds dieselben. Nur der Aktienanteil ist höher. Dieser Mix kommt im Vergleich mit den offensiven Mischfonds aus dem Fondstest auf 60,6 Punkte. Mit ihm konnten Anleger in den vergangenen fünf Jahren die höchste Rendite erzielen. 9,8 Prozent pro Jahr hat ein Sparer mit jährlichem Einkommen von 30 000 Euro erhalten, 10,2 Prozent pro Jahr ist im Schnitt die Rendite für Besserverdiener mit einem Jahresbrutto von 52 500 Euro (siehe Tabelle).

Schade ist, dass Anleger, die 40 Jahre oder älter sind, die Toprente Dynamik nicht mehr wählen dürfen. Sie müssen die Toprente Balance nehmen. Diese hat einen höheren Anteil an Rentenfonds und deshalb auch eine niedrigere Rendite als die Dynamik: 6,2 Prozent oder 6,7 Prozent pro Jahr in den vergangenen fünf Jahren – je nach Einkommen.

Höhere Rendite, weniger Zulage

Riester-Fondssparpläne Test

Der Renditeunterschied je nach Höhe der Einkommen liegt vor allem an den Depotgebühren. Sie werden nicht prozentual berechnet, sondern sind fix und schlagen bei einem kleineren Depot mehr zu Buche.

Dafür bekommt der Normalverdiener eine vergleichsweise höhere Zulage. Das zeigt sich in der Rendite nur für den Eigenbeitrag. Sie ist beim Besserverdiener, der mehr selbst zahlen muss, durchgehend rund zwei Prozentpunkte geringer.

Die beste Idee

Riester-Fondssparpläne Test

Um die UniProfirente kümmern sich Rentenfondsmanager Rüdiger Kerth (links), Aktienfondsmanager André Köttner (rechts) und Walter Hohenstatt (Senior-Produktmanager Zukunftsvorsorge).

Um die UniProfirente kümmern sich Rentenfondsmanager Rüdiger Kerth (links), Aktienfondsmanager André Köttner (rechts) und Walter Hohenstatt (Senior-Produktmanager Zukunftsvorsorge).

Das Konzept der UniProfirente hat uns von Beginn an am meisten überzeugt, weil die Manager von Union das Geld so lange wie möglich in Aktien stecken und deren überdurchschnittliche Ertragschancen am besten ausnutzen. Oft fließen die gesamten Sparraten ausschließlich in den UniGlobal, einen Aktienfonds Welt, der seit langem in unserem Fondstest im oberen Viertel liegt. Zurzeit kommt er auf 59,8 Punkte: „überdurchschnittlich“. In dem Untersuchungszeitraum hat die UniProfirente im Schnitt 9,2 Prozent beziehungsweise 9,5 Prozent pro Jahr gebracht.

Ein Nachteil der UniProfirente ist, dass die Anleger nur je einen Aktienfonds und einen Rentenfonds zur Auswahl haben. Sollten die Fonds ihre hohe Qualität nicht behalten, gibt es derzeit keine Alternative. Anders beim cominvest Förderdepot: Hier können Sparer ihre Fonds wechseln.

Anleger haben die Wahl

Die Fondstochter der Commerzbank bietet für ihr Förderdepot seit 2006 nicht nur die Aktienfonds Fondis und Fondiropa sowie den Mischfonds Fondra, sondern zusätzlich die Aktienfonds Fondak, Best-in-One World I und European Value Equity an. Anleger können einen dieser sechs Fonds als Basisfonds auswählen.

Der Fondak ist ein stark überdurchschnittlicher deutscher Aktienfonds. Der Best-in-One World I, der Fondra sowie der European Value Equity sind „überdurchschnittlich“. Der Weltaktienfonds Fondis dagegen ist mit 33,8 Punkten „stark unterdurchschnittlich“.

Wie viel Geld in den gewählten Basisfonds fließt, bestimmt cominvest. Der Rest wird auf andere Fonds verteilt, darunter auch Rentenfonds – weswegen die Rendite nicht mit den aktienstarken Angeboten von Union und DWS mithalten kann: Das beste Förderdepot mit dem Fondra hat pro Jahr bis zu 5,6 beziehungsweise 6,0 Prozent erzielt. Mit dem Fondak wäre deutlich mehr möglich gewesen, aber der kann erst seit 2006 bespart werden.

Ein anderer sehr guter Fonds ist der Postbank Tri Select mit einer Bewertung von 62 Punkten. Trotzdem kommt der zugehörige BHW Förderfonds-Sparplan im Untersuchungszeitraum nur auf 2,6 beziehungsweise 3,2 Prozent pro Jahr.

Der Grund: Der Postbank-Fonds ist ein defensiv ausgerichteter Mischfonds. In dieser Gruppe schneidet er zwar überdurchschnittlich ab, da die Bewertungszahl auf einem Vergleich der Fonds derselben Gruppe und nicht der Riester-Fonds untereinander beruht. Doch defensive Mischfonds sind vor allem für jüngere Riester-Sparer nicht geeignet. Nicht nur gute Fonds sind gefragt, sondern auch das Konzept muss stimmen.

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