Riester-Förderung Test

Unsere Musterfälle: Sabine und Tom Kapellmann (oben links) haben einen Riester- Fondssparplan, Toms Mutter Gertrud Sommer (unten links) einen Banksparplan. Deren Kollegin Claudia Kaminski (mitte rechts) spart wie ihr Mann Herbert (oben rechts) per Riester-Rentenversicherung. Auch für Banker Holger Fischer (unten rechts) wäre ein Vertrag sinnvoll.

Die Riester-Rente wird mit Steuervorteilen und Zulagen gefördert. Durch diese Kombination kommen alle auf ihre Kosten, egal wie viel sie verdienen.

In diesem Jahr scheint die Riester-Rente den Durchbruch zu schaffen. Allein im ersten Halbjahr schlossen 1,1 Millionen Menschen einen solchen Vertrag neu ab. Geht es in diesem Tempo weiter, gibt es Ende 2006 vielleicht schon acht Millionen Riester-Sparer.

Damit hätte aber immer noch nicht einmal jeder dritte der rund 25 Millionen Menschen einen Vertrag, die einen Anspruch auf die Förderung haben. Dabei ist die Riester-Rente fast ein Muss. Hier hilft der Staat kräftig beim Sparen fürs Alter, um die Lücken in der gesetzlichen Versorgung zu schließen. Mit viel weniger Geld sichern sich Sparer so mehr Zusatzrente als mit einer rein privaten Geldanlage.

Alle Produkte gleich gefördert

Riester-Förderung Test

Ende Juni dieses Jahres gab es fast 6,5 Millionen Menschen in Deutschland, die einen Riester-Vertrag abgeschlossen hatten. Die meisten von ihnen haben sich für eine Rentenversicherung entschieden, Fondssparpläne legen aber stark zu. Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Ende Juni dieses Jahres gab es fast 6,5 Millionen Menschen in Deutschland, die einen Riester-Vertrag abgeschlossen hatten. Die meisten von ihnen haben sich für eine Rentenversicherung entschieden, Fondssparpläne legen aber stark zu. Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Riester-Angebote gibt es bei Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungsunternehmen. Wir haben in diesem Heft die Banksparpläne und die Fondssparpläne à la Riester untersucht. Ein Vergleich der Riester-Rentenversicherungen folgt im Dezember-Heft von Finanztest.

Bei der Riester-Förderung führt eine Kombination aus Zulagen und Steuerfreiheit der Beiträge dazu, dass jeder profitiert, unabhängig davon, wie viel er verdient. Für alle Produkte ist die Riester-Förderung gleich. Selbst wenn die Geldanlage keinerlei Wertentwicklung brächte – was unwahrscheinlich ist –, kann ein Sparer immer sicher sein, dass er ein Plus macht. Mindestens die eingezahlten Beiträge einschließlich der staatlichen Zulagen sind ihm nämlich zum Rentenbeginn garantiert. Das gilt auch für Fondssparpläne.

Für Kinderreiche lohnt sich ein Riester-Vertrag vor allem wegen der Zulagen. Dass die Beiträge steuerfrei sind, nutzt Gutverdienern am stärksten. Ein gutes Geschäft machen aber auch alle anderen.

Die Auszahlung im Alter ist steuerpflichtig. Sozialabgaben für Kranken- und Pflegeversicherung fallen nicht darauf an.

Wer bekommt die Förderung?

„Riestern“ können alle rentenversicherungspflichtigen Angestellten und Beamten. Arbeitslose erhalten die Förderung, wenn sie Arbeitslosengeld beziehen. Für alle gilt das auch in einer Elternzeit.

Nur wer einen Riester-Vertrag abschließt, kann die Förderung nutzen. Außerdem können Ehepartner Förderberechtigter als „indirekt Förderberechtigte“ eine Zulage für sich und vielleicht für Kinder kassieren. Das geht, wenn auch der förderberechtigte Partner einen Vertrag hat.

Das Angesparte ist „Hartz“-sicher. Es muss also nicht aufgebraucht werden, bis Arbeitslosengeld II fließt.

Der Vertrag kann ruhen, wenn der Sparer nicht mehr förderberechtigt ist oder den Beitrag nicht mehr aufbringen kann. Später kann er wieder einzahlen.

Ist ein Kunde mit seiner Riester-Anlage unzufrieden, ist ein Wechsel des Anbieters möglich. Je nach Unternehmen kostet ihn das meist 50 bis 100 Euro. Die Gebühr wird vom Ersparten abgezogen.

Stirbt ein Riester-Sparer in der Ansparzeit, kann sein Ehepartner das Ersparte auf seinen Riester-Vertrag übertragen. Wird der Vertrag vom Kunden selbst oder aber nach seinem Tod von seinen Erben aufgelöst, ist die erhaltene Förderung zurückzuzahlen.

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