Riester-Förderung Meldung

Der Erfolg vieler Riester-Verträge lässt auf sich warten. Umso wichtiger ist es, die Förderrendite auszuschöpfen. Denn nur mit ausreichend Eigen­betrag bekommen Riester-Sparer die volle Förderung. Wer für das Jahr 2014 noch profitieren möchte, muss sich sputen.

Nur wer genug einzahlt, profitiert

Statt 154 Euro Riester-Zulage kamen dieses Jahr nur 111 Euro auf Sina Schmidts Riester-Vertrag an. 154 Euro ist der Betrag, den jeder Riester-Sparer als Grund­zulage im Jahr vom Staat bekommen kann. Auch in den vorhergehenden Jahren schrieb Schmidts Renten­versicherer ihrem Vertrag nicht die volle Zulage gut. Knapp 300 Euro sind der 37-Jährigen aus Berlin schon verloren­gegangen. Der Grund: Die Projekt­assistentin zahlt nicht genug ein. Nur mit ausreichend Eigenbeitrag bekommt sie die volle Förderung. Sie müsste ihre Einzahlung von rund 1 000 Euro im Jahr um 280 Euro aufstocken. Allein ist Schmidt nicht. „Viele Kunden lassen sich einen Teil der Zulagen entgehen“, sagt Allianz-Sprecherin Katrin Wahl.

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Zulagen peppen Riester-Verträge auf

Bis Jahres­ende hat Schmidt Zeit, sich die volle Zulage für 2014 zu sichern. Ihrem Vertrag würde das guttun. Denn wie viele Riester-Verträge läuft Schmidts Renten­versicherung derzeit eher schlecht. Den Anbietern machen die nied­rigen Zinsen zu schaffen. Die Zulagen vom Staat können die schlappen Anbieterrenditen aufpeppen. Auf eine Rendite von 2,2 Prozent allein durch die Zulagen kommt zum Beispiel ein Sparer mit einem Jahres­einkommen von 30 000 Euro, wenn er 10 Jahre* lang seinen vollen Eigenbeitrag zahlt. Diese Rendite ist unabhängig davon, wie gut sein Anbieter wirt­schaftet. Riestert der Sparer 30 Jahre und bekäme während dieser Zeit auch noch für 17 Jahre zwei Kinder­zulagen von je 300 Euro, läge die Zula­genrendite sogar bei 3,7 Prozent.*

Vom Finanz­amt Geld zurück

Neben den Zulagen gibt es für Einzahlungen in die Riester-Rente Steuer­vorteile. Sie fließen zwar nicht in den Vertrag und erhöhen damit auch nicht seine Rendite. Doch vor allem kinder­lose Sparer mit mitt­lerem oder höherem Gehalt bekommen jedes Jahr ein Extrasümm­chen vom Finanz­amt. Je nach Höhe der Einzahlung und Einkommen sind für Allein­stehende mehr als 600 Euro Steuerersparnis im Jahr drin, wenn sie ihre Riester-Beiträge als Sonder­ausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Auch hier gilt: Die volle Förderung nutzen nur Sparer aus, die genug einzahlen.

Volle Zulagen für 4 Prozent

Die vollen Zulagen zahlt der Staat, wenn 4 Prozent des renten­versicherungs­pflichtigen Brutto­einkommens aus dem Vorjahr in den Riester-Vertrag fließen – Zulagen inklusive. Die Rechnung geht so: Im Jahr 2013 hat ein Riester-Sparer 30 000 Euro verdient. Davon 4 Prozent sind 1 200 Euro. Abzüglich der Grund­zulage von 154 Euro muss der Mann im Jahr 2014 an seinen Anbieter 1 046 Euro über­weisen. Bekäme der Sparer zusätzlich noch zwei Kinder­zulagen von je 300 Euro, betragen die Zulagen zusammen 754 Euro und er müsste nur 446 Euro einzahlen.

Behörden kürzen Zulagen

Fließen in einem Jahr weniger als 4 Prozent in den Riester-Vertrag, kürzt die Zentrale Zulagen­stelle für Alters­vermögen (ZfA) die Förderung. Landen zum Beispiel auf einem Vertrag statt 4 nur 2 Prozent des Einkommens, über­weist die ZfA als Folge nur 50 Prozent der Zulagensumme.

Ein Sparer ohne Kinder bekäme statt 154 Euro nur 77 Euro Grund­zulage im Jahr. Mit zwei Kindern wären es statt 754 Euro nur 377 Euro Zulagen.

Gutverdiener zahlen weniger

Es gibt aber Ausnahmen von der 4-Prozent-Regel. Sparer, die nichts oder wenig verdienen, müssen im Jahr mindestens 60 Euro über­weisen, auch wenn das über ihrer persönlichen 4-Prozent-Grenze liegt. Auch Gutverdiener, die mehr als 52 500 Euro im Jahr verdienen, können sich das Rechnen sparen. Sie über­weisen einfach den Förderhöchst­betrag im Jahr. Das sind 2 100 Euro gekürzt um die Zulage. Auch wenn das weniger als 4 Prozent sind, wird die volle Zulage gutgeschrieben.

Mehr Gehalt, höherer Eigenbeitrag

Sina Schmidt hat ihre Riester-Renten­versicherung bereits im Jahr 2005 abge­schlossen. Damals verdiente sie weniger als heute und rund 1 000 Euro im Jahr reichten, um die volle Zulage zu erhalten. Neun Jahre und mehrere Gehalts­erhöhungen später müsste sie für das Jahr 2014 rund 280 Euro mehr einzahlen. „Ich habe einfach viel um die Ohren und nicht darauf geachtet“, sagt Projekt­assistentin Schmidt. „Aber irgend­wann ist mir aufgefallen, dass ich nicht die volle Zulage erhalte.“

Sonderzahlung bis Jahres­ende

Will Schmidt, dass die Zulagen­stelle ihr im Jahr 2015 die volle Zulage für 2014 über­weist, muss sie ihren Eigenbeitrag bis zum 31. Dezember 2014 aufstocken. Eine Sonderzahlung am Jahres­ende ist bei den meisten Riester-Verträgen kein Problem. Spätere Zahlungen nutzen dagegen nichts, um die Zulage für 2014 zu retten. Wer ohnehin dabei ist, sich mit seinem Riester-Vertrag zu beschäftigen, kann auch gleich seine monatlichen Raten für das kommende Jahr anpassen. Im Dezember haben Sparer ja bereits einen guten Über­blick über ihr Jahres­gehalt von 2014. Dann braucht es 2015 keine Sonderzahlung zur Weihnachts­zeit.

* Absatz korrigiert am 17.12.2014.

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