So haben wir getestet

Wir haben alle 20 deutschen Bausparkassen aufgefordert, für vier Modell­fälle den jeweils güns­tigsten Riester-Tarif und die optimale Bausparsumme anzu­geben. 14 Bausparkassen schickten Angebote. Die LBS Saar verweigerte die Teil­nahme an der Unter­suchung. Die Aachener und die LBS Hessen-Thüringen nahmen nicht teil, weil sie in Kürze neue, aber zum Stichtag unserer Unter­suchung noch nicht genehmigte Tarife einführen wollen. Drei Bausparkassen haben keinen Riester-Tarif im Angebot (Debeka, Deutscher Ring, Signal Iduna).

Die Modell­fälle

In den Modell­fällen 1, 2 und 3 will der Bausparer nach sieben oder zehn Jahren bauen. Im Modell­fall 4 ist der Zeit­punkt nicht genau bestimmt. Der Bausparer entscheidet nach zehn Jahren, ob er den Vertrag abbricht, ein Haus finanziert oder fünf weitere Jahre spart. Die Vorgaben für die Modell­fälle sind jeweils in den Tabellen erläutert.

Die jähr­liche Riester-Zulage richtet sich nach der von Finanztest für jeden Modell­fall vorgegebenen Anzahl der Kinder. Der Eingang der Zulagen auf das Bauspar­konto erfolgt wie üblich am 15. Mai des Folge­jahres.

Riester-Zulagen sind in den Modell­fällen nur für die Spar­phase berück­sichtigt. In der Darlehens­phase haben wir unterstellt, dass der Bausparer die Förderung für ein Riester-Bank­darlehen beantragt, das er für die Haus­finanzierung zusätzlich benötigt. Abschluss-, Konto- und Darlehens­gebühren werden aus den Spar- oder Tilgungs­raten beglichen.

Bausparsumme

Die optimale Bausparsumme konnten die Bausparkassen selbst bestimmen. Im Fall 4 konnten sie auch eine Erhöhung der Bausparsumme in zehn Jahren vorschlagen.

Sonderzahlung

Die Bausparkassen durften in ihren Vorschlag eine einmalige Sonderzahlung des Bausparers von maximal 10 000 Euro zu Beginn der Finanzierung einplanen. Eine Sonderzahlung ist zum Beispiel sinn­voll, wenn der Bausparer die Bausparsumme für seine Finanzierung bereits benötigt, aber noch nicht das erforderliche Mindest­guthaben erreicht hat.

Zwischen­kredit

Wird der Bauspar­vertrag erst nach Finanzierungs­beginn zugeteilt, muss die Auszahlung aus dem Bauspar­vertrag bis zur Zuteilung mit einem Kredit zwischen­finanziert werden. Als Zwischen­finanzierungs­zeit haben wir maximal ein Jahr zugelassen. Den Effektivzins für den Zwischen­kredit haben wir mit 5,25 Prozent vorgegeben.

Vorteil bei Finanzierung

Wir haben für jedes Angebot den Vorteil des Bauspar­vertrags gegen­über einer Kombination aus einem Riester-Bank­sparplan und einem Bank­darlehen berechnet.

Bei dieser Kombination legt der künftige Baufinanzierer in der Spar­phase sein Geld in einen Riester-Bank­sparplan mit einer Rendite von 1,50 Prozent an. Für die Haus­finanzierung nimmt er ein Bank­darlehen zu einem Effektivzins von 5,25 Prozent auf.

Der Vorteil des Bausparers ist als Barwert angegeben: Er entspricht dem heutigen Geld­wert der Zins­ersparnis, die der Bausparer während der Vertrags­lauf­zeit erzielen wird.

Nachteil bei Darlehens­verzicht

Wir haben berechnet, ob der Sparer im Vergleich zum Bank­sparplan Nachteile hat, wenn er den Vertrag auflöst und das Guthaben auf einen Riester-Vertrag eines anderen Anbieters über­trägt. Der Nachteil ist als Barwert angegeben.

Gesamt­ergebnis

Die Rang­folge der Bausparkassen ergibt sich aus dem Gesamt­ergebnis, in dem die Vor- und Nachteile gegen­über der Bank­finanzierung gewichtet sind.In den Modell­fällen 1 bis 3 geht der Vorteil bei Finanzierung mit 80 Prozent und der Nachteil bei Darlehens­verzicht mit 20 Prozent in das Gesamt­ergebnis ein.

Für den Modell­fall 4 haben wir die Vor- und Nachteile wie folgt gewichtet:

  • Vorteil bei Finanzierung nach 10 Jahren: 40 Prozent.
  • Vorteil bei Finanzierung nach 15 Jahren: 30 Prozent.
  • Nachteil bei Abbruch nach 10 Jahren:20 Prozent.
  • Nachteil bei Abbruch nach 15 Jahren:10 Prozent.

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