Vertrags­wechsel: Wann der Ausstieg aus dem Bauspar­vertrag sinn­voll ist

Ein Wechsel von einem Riester-Bauspar­vertrag in einen anderen ist fast nie sinn­voll. Gibt der Sparer aber seine Eigenheimpläne auf, sollte er sich einen rent­ableren Spar­vertrag suchen.

Schlechter Riester-Bauspar­vertrag: Was tun, wenn der Tarif im Test schlecht abge­schnitten hat? Am besten gar nichts – solange sich an den Eigenheimplänen nichts geändert hat. Ein Vertrags­wechsel ist selbst zu einem der Top-Tarife meist nicht zu empfehlen. Für den neuen Vertrag müsste der Bausparer erneut eine Abschluss­gebühr zahlen. Bei einer Bausparsumme von 50 000 Euro wären das mindestens 500 Euro. Dazu kommen bis zu 200 Euro Wechsel­gebühr an die alte Kasse (ab 2014 maximal 150 Euro).

Der Bausparer verliert auch die erreichte Bewertungs­zahl, mit der die Bausparkasse seine Spar­leistung bewertet. Sie führt dazu, dass er die Bausparsumme schneller zugeteilt bekommt oder eine nied­rige Kreditrate wählen kann. Bei der neuen Bausparkasse würde er wieder bei null anfangen.

Abschied vom Bausparen: Fast immer richtig ist ein Vertrags­wechsel, wenn der Sparer seine Eigenheimpläne aufgibt. Er könnte die Bausparraten zwar bis zur Rente weiterzahlen und sein Guthaben in eine lebens­lange Geld­rente umwandeln lassen. Eine akzeptable Rente kommt aber allenfalls heraus, wenn die Zinsen am Kapitalmarkt dauer­haft nied­rig bleiben und die Bausparkasse den nied­rigen Gutha­benzins um einen Bonus aufstockt (Tabelle Tarife).

Die meisten Bausparkassen zahlen nur kümmerliche 0,25 bis 1,0 Prozent Zinsen aufs Guthaben. Steht fest, dass der Bausparer kein Darlehen für ein Eigenheim mehr benötigt, gibt es nur eine sinn­volle Strategie: Das Guthaben schnell auf einen rent­ableren Riester-Spar­vertrag über­tragen. Das ist jeder­zeit mit einer Frist von maximal drei Monaten zum Quartals­ende möglich.

Dieser Artikel ist hilfreich. 39 Nutzer finden das hilfreich.