Riester-Bauspar­verträge Test

Mit dem richtigen Tarifsichern sich Sparer eine güns­tige Finanzierung für ihr künftiges Eigenheim. Die Topangebote kommen von Wüstenrot, der Alten Leipziger und der Aachener.

Als Spar­vertrag ein Flop – für die Baufinanzierung top. So lässt sich das Ergebnis des aktuellen Finanztest-Vergleichs der Riester-Bauspar­verträge auf den Punkt bringen. Bausparen ohne Darlehen lohnt sich wegen mick­riger Sparzinsen und hoher Gebühren nicht. Doch die Option auf ein güns­tiges Immobiliendarlehen macht Bauspar­verträge attraktiv für die Finanzierung der eigenen vier Wände.

Das Darlehen kann der Bausparer zusammen mit seinem Guthaben abrufen, sobald er ein Mindest­guthaben gespart hat und die von der Bausparkasse berechnete Bewertungs­zahl erreicht (siehe Glossar). Die Konditionen für das spätere Darlehen stehen heute schon fest. So können sich Sparer nied­rige Kreditzinsen von 1,5 bis 3,5 Prozent bereits viele Jahre im Voraus für ihre Eigenheim­finanzierung sichern.

Die Zulagen und Steuer­vorteile aus der staatlichen Riester-Förderung können sie gleich mitnehmen. Sie müssen dafür nur einen der speziellen Riester-Tarife abschließen, die sich aber sonst kaum von unge­förderten Verträgen unterscheiden.

Wüstenrot dreimal Spitzenreiter

Wüstenrot RC/FX
(Mindest­bausparsumme 50 000 Euro)

Alte Leipziger Easy finanz Riester

Aachener G2/G3

      Welche Bausparkassen die besten Angebote machen, hat Finanztest anhand von vier Modell­kunden ermittelt, die in 7 bis 15 Jahren ein Eigenheim bauen oder kaufen wollen (siehe Modell­fälle). Testsieger ist erneut die Bausparkasse Wüstenrot. Mit ihrem Tarif RC/FX liegt sie gleich dreimal an der Spitze – wie schon vor einem Jahr mit ihrem Vorgänger­tarif (siehe Finanztest 11/2012).

      Den Spitzen­tarif von Wüstenrot gibt es erst ab 50 000 Euro Bausparsumme. Die Aachener Bausparkasse (Tarif G2/G3) und die Alte Leipziger (Easy Finanz Riester) bieten aber gute Alternativen, die auch für kleine Sparbeiträge geeignet sind (siehe Modellfall 3).

      Nur fürs Eigenheim sinn­voll

      Auch ein güns­tiger Bauspar­vertrag lohnt sich nur für Sparer, die ihre Eigenheimpläne später verwirk­lichen. Ob er sich rechnet, hängt außerdem von der Zins­entwick­lung ab. Bleiben die Zinsen so nied­rig wie heute, ist das Bauspardarlehen wenig wert. Eine güns­tige Finanzierung wäre dann auch mit einem gewöhnlichen Bank­kredit möglich.

      Riester-Bauspar­verträge Test

      Bausparen kontra Bank­sparen.

      Steigen die Kreditzinsen dagegen auf 5 Prozent und höher, ist der garan­tierte Nied­rigzins für Bausparer von großem Wert (siehe Grafik). Bausparen ist eine Versicherung gegen steigende Kreditzinsen.

      Klar sollte allerdings auch sein: Ein Riester-Vertrag ist nur ein Baustein fürs Eigenheim. Den Löwen­anteil der Finanzierung müssen auch Bausparer in aller Regel mit einem Bank­kredit abdecken.

      Nicht nur güns­tige Zinsen zählen

      Was zeichnet einen guten Bauspar­tarif aus? Ein Toper­gebnis in unserem Test!

      Der Test berück­sichtigt nicht nur Zinsen und Gebühren. Einge­rechnet sind auch die je nach Tarif ganz unterschiedliche Höhe des Darlehens, die Zuteilungs­voraus­setzungen, der Tilgungs­beitrag und vieles mehr. Das Zusammen­spiel der Faktoren entscheidet.

      Der Blick allein auf die Zins­sätze führt dagegen leicht in die Irre. Das zeigt ein Beispiel: Die Bausparkasse Mainz etwa zahlt einen Gutha­benzins­satz von 2 Prozent, Wüstenrot nur 0,25 Prozent. Das Darlehen bieten die Mainzer zum Minizins von 1,50 Prozent an, Wüstenrot verlangt 2,45 Prozent. Trotzdem ist die Finanzierung mit Wüstenrot im Modellfall 2 um fast 1 000 Euro güns­tiger. Denn der Kunde bekommt ein fast dreimal so hohes Darlehen und zahlt weniger Gebühren.

      Sparrate optimieren

      Wirk­lich günstig sind nur Bauspar­angebote, bei denen die Bausparsumme auf die finanziellen Möglich­keiten und die Ziele des Bausparers abge­stimmt ist. Deshalb sollten Sparer möglichst klare Vorgaben machen, wenn sie Angebote einholen. Wichtig sind vor allem die Höhe der Sparrate und der Zeit­punkt, ab dem sie das Geld von der Bausparkasse für den geplanten Bau oder Wohnungs­kauf benötigen.

      Die Sparrate ergibt sich bei Riester-Verträgen vor allem aus den Förderregeln. Die meisten Sparer schöpfen die Förderung optimal aus, wenn sie den steuerlich geförderten Höchst­betrag einzahlen. Das sind jähr­lich 2 100 Euro abzüglich der ihnen zustehenden Riester-Zulage.

      Beispiel: Ein Sparer ohne Kinder verdient 40 000 Euro brutto im Jahr. Er erhält 154 Euro Zulage und zusätzlich 531 Euro Steuerersparnis. Dafür muss er 1 946 Euro (2 100 minus 154) im Jahr einzahlen, das sind 162,17 Euro im Monat.

      Eine Ausnahme gilt für Sparer, die wenig verdienen oder so hohe Kinder­zulagen erhalten, dass ihnen der Riester-Vertrag keine oder nur geringe Steuer­vorteile bringt. Sie zahlen am besten nur so viel Geld ein, wie nötig ist, um die volle Zulage zu bekommen. Dieser Mindest­eigenbeitrag liegt bei 4 Prozent des Brutto­einkommens des Vorjahres, abzüglich der Zulage.

      Ein Beispiel zeigt der Modellfall 3: Ein Allein­stehender mit jähr­lich 20 000 Euro Brutto­einkommen muss nur 346 Euro im Jahr oder rund 30 Euro im Monat in den Bauspar­vertrag einzahlen. Dann bekommt er 454 Euro Zulagen für sich und sein Kind, das nach 2007 geboren wurde.

      Spar- und Tilgungs­pläne verlangen

      Für jedes Angebot sollten sich Bausparer einen detaillierten Spar- und Tilgungs­plan aushändigen lassen. Daraus geht hervor, wann der Vertrag voraus­sicht­lich zugeteilt wird, wie viel der Bausparer bis dahin angespart hat, wie hoch das Bauspardarlehen ausfällt, welche Rate dafür zu zahlen ist und wie lange die Tilgung dauert.

      Nur mit diesen Angaben ist ein Vergleich mit anderen Bauspar­angeboten möglich. Dafür können Bausparer den Bauspar­rechner von Finanztest im Internet nutzen (www.test.de/bausparrechner).

      Besonders wichtig ist, dass Guthaben und Darlehen zeit­nah zum geplanten Bau oder Kauf zur Verfügung stehen. Sonst ist ein Zwischen­kredit nötig, der die Finanzierung erheblich verteuern kann.

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