So haben wir getestet

Wir haben alle 21 Bausparkassen aufgefordert, für vier Modell­fälle den ­jeweils güns­tigsten Riester-Tarif und die optimale Bausparsumme anzu­geben. Neun Bauspar­kassen nahmen am Test teil. Drei Bausparkassen hatten keinen Riester-Tarif im ­Angebot (Debeka, Deutscher Ring, Signal Iduna), die übrigen neun Bausparkassen verweigerten die Teil­nahme an der Untersu­chung.

Die Modell­fälle

In den Fällen 1, 2 und 3 will der Bau­sparer in sieben oder zehn Jahren bauen. Im Fall 4  ist der Zeit­punkt nicht genau bestimmt. Der Bausparer entscheidet nach zehn Jahren, ob er den Vertrag abbricht, ein Haus finanziert oder fünf weitere Jahre spart. Die Vorgaben für die Modell­fälle sind jeweils in den Tabellen auf den Seiten 44 bis 46 erläutert.

Die jähr­liche Riester-Zulage richtet sich nach der von Finanztest vorgegebenen Anzahl der Kinder und war für jeden ­Modell­fall fest­gelegt. Die Zulagen fließen jeweils am 15. Mai des Folge­jahres auf das Bauspar­konto. Riester-Zulagen sind in den Modell­fällen nur für die Spar­phase berück­sichtigt. In der Darlehens­phase haben wir unterstellt, dass der Bausparer die Förderung für ein Riester-Bank­darlehen beantragt, das er für die Haus­finanzierung zusätzlich benötigt. Abschluss- und Konto­gebühren werden nicht extra gezahlt, sondern aus den Spar- oder Tilgungs­raten beglichen.

Bausparsumme

Die optimale Bausparsumme konnten die Bausparkassen selbst bestimmen.
Im Fall 4 konnten sie auch eine Erhöhung der Bausparsumme in zehn Jahren vorschlagen.

Sonderzahlung

Die Bausparkassen durften in ihren Vorschlag eine Sonderzahlung von maximal 10 000 Euro zu Beginn der Finanzierung einplanen. Eine Sonderzahlung ist sinn­voll, wenn der Bausparer die Bausparsumme benötigt, aber noch nicht das Mindest­guthaben erreicht hat.

Zwischen­kredit

Wird der Bauspar­vertrag erst nach ­Finanzierungs­beginn zugeteilt, muss die Auszahlung aus dem Bauspar­vertrag bis zur ­Zuteilung mit einem Kredit zwischen­finanziert werden. Als Zwischen­finanzierungs­zeit haben wir maximal ein Jahr ­zugelassen. Den Effektivzins für den Zwischen­kredit haben wir mit 5,25 ­Prozent vorgegeben.

Vorteil bei Finanzierung

Wir haben für jedes Angebot den Vorteil des Bauspar­vertrags gegen­über einer Kombination aus einem Riester-Bank­sparplan und einem Bank­darlehen berechnet. Bei dieser Kombination legt der künftige Bauherr in der Spar­phase sein Geld in einen Bank­sparplan mit einer Rendite von 1,50 Prozent an. Zum Bautermin nimmt er ein Bank­darlehen zu ­einem Effektivzins von 5,25 Prozent auf.

Der Vorteil des Bausparers ist als Barwert angegeben: Er entspricht dem heutigen Geld­wert der Zins­ersparnis, die der Bausparer während der Vertrags­lauf­zeit erzielen wird.

Nachteil bei Darlehens­verzicht
Zusätzlich haben wir berechnet, ob der Bausparer einen Nachteil hat, wenn er nicht baut, den Vertrag auflöst und das Guthaben auf einen Riester-Vertrag eines anderen Anbieters über­trägt. Der Nachteil ist ebenfalls als Barwert angegeben.

Gesamt­ergebnis
Die Rang­folge der Bausparkassen ergibt sich aus dem Gesamt­ergebnis, in dem die Vor- und Nachteile gegen­über der Bank­finanzierung gewichtet sind.
In den Modell­fällen 1 bis 3 geht der Vorteil bei Finanzierung mit 80 Prozent und der Nachteil bei Darlehens­verzicht mit 20 Prozent in das Gesamt­ergebnis ein.

Im Modell­fall 4 gehen die Vor- und Nachteile des Bausparers nach folgender ­Gewichtung in das Gesamt­ergebnis ein:

  • Vorteil bei Finanzierung in 10 Jahren:
    40 Prozent.
  • Vorteil bei Finanzierung in 15 Jahren:
    30 Prozent.
  • Nachteil bei Abbruch in 10 Jahren:
    20 Prozent.
  • Nachteil bei Abbruch in 15 Jahren:
    10 Prozent.

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